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Bericht der Großloge für Deutschland · 1907-02-01 · Nr. 1 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1907
Issue
Nr. 1 - Februar
Date
1907-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ehrten, lieben Bruders, Herrn Bergel, teilzunehmen und mir durch ihn Ihre Glückwünsche aussprechen zu lassen. Meine Verdienste am die hiesige Victoria-Loge sind von dieser in der liebenswürdigsten Weise so fiberschätzt worden, dass Ihre Teilnahme dieses Mass nur noch erhöht hat. leb danke Ihnen von Herzen* daffir, wie noch besonders für die duftige Blumenspende, „gleich der Rose von Saron, der Lilie auf der Flur. Möge Gott Ihre Tätigkeit zum Ruhme unseres Judentums, zürn Heile für Tausende, wie bisher weiter segnen; es wird stets mein Stolz und meine Freude sein, mich als Iln getreuer Mitarbeiter zu bekennen." Das JaffascheFörsorge- und Waisenheim der G'rossloge für Deutschland VIII U. 0. B. B. wird schon in den nächsten Tagen seine Wirksamkeit aufnehmen, vorerst in gemieteten Räumen. Ein Leiter des Heims ist in Br. Dr. Finkel, der noch im Laufe dieses Monats seine Tätigkeit bei der Grossloge aufnimmt, gefunden, ihm wird eine Kindergärtnerin zur Beaufsichtigung der Kinder zur Seite gestellt, und auch eine Anzahl Ehrendamen werden tätig sein, um das Heim einrichten und bei der Organisation desselben dauernd mit tätig zu sein. Es ist wohl zu hoffen, dass diese Stiftung sich zum Segen für die verwaisten und verlassenen Kinder gestalten wird, und um so mehr ist das zu wünschen, als auf dem Gebiet der Fürsorge und Erziehung jüdischer Kinder noch immer sehr viel zu tun übrig bleibt. Deshalb darf erwartet werden, dass das Unternehmen die Förderung und Mitwirkung weitester Kreise finden wird, denn diese Stiftung, die ihren Wirkungskreis nicht auf eine einzelne Stadt oder Provinz zu beschränken wünscht, soll Kindern aus ganz Deutschland zugute kommen. Das Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels hat sich unter dem Vorsitz des Br. Dr.Maretzki und unter Zustimmung des geschäftsführeüden Ausschusses neu organisiert. Es gehören demselben, ausser einigen Brüdern aus Berlin, Mitglieder namentlich derjenigen Logen an, die an den östlichen Grenzen und Auswanderungsplätzen bestehen. Das Komitee wird schon binnen kurzem seine volle Tätigkeit entfalten. Die Frage der Fürsorge für schwachsinnige jüdische Kinder, die den Orden in Deutschland schon wiederholt beschäftigt hat, ist von neuem angeregt worden, und zwar durch den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund, der für diesen Zweck bereits ein stattliches, wenn auch noch nicht ausreichendes Kapital besitzt. Der Gemeindebund regt an, eine derartige Institution mit dem Orden in Deutschland gemeinsam zn errichten. Die Angelegenheit beschäftigt gegenwärtig den geschäftsführenden Ausschuss und wird auch das General-Komitee in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Es wäre ein Glück, wenn dieser Plan zur Ausführung gelangen könnte, denn obgleich der Nachweis für die Notwendigkeit der Errichtung einer derartigen Anstalt in geradezu bedauerlicher Weise längst erbracht ist, ist dennoch auf diesem Gebiet bisher fast garnichts geleistet worden. Die wenigen Stellen, die für Unterbringung schwachsinniger jüdischer Kinder vorhanden sind, entsprechen auch nicht im Entferntesten dem Bedürfnis, dann aber sind das auch private Unternehmungen, die immerhin auf Gewinn für den Unternehmer berechnet sind. Von einem Herrn ist der Grpssloge die Schenkung eines Terrains offeriert worden zur Errichtung einer Anstalt für jüdische Blinde. Auch diese Offerte beschäftigt die Organe der Grossloge, und wird zunächst die Bedürfnisfrage geprüft. Zu diesem Zweck wandte sich die Grossloge an die Königlichen und Städtischen Blindenanstalten und die Statistischen Aemter mit der Bitte um Ueberlassung des statistischen Materials, falls dieses nach Konfessionen geordnet vorhanden ist; ein, Bescheid dieser Behörden steht indesseh noch aus. Nach , sonst erhaltenen Auskünften zu urteilen, liegt ein Bedürfnis zur Errichtung einer besonderen Anstalt für jüdische Blinde kaum vor, höchstens für blinde jüdische Kinder behufs Erlangung einer Handfertigkeit, obgleich auch hierfür, die bestehenden Anstalten als ausreichend bezeichnet werden. Es kommt hinzu, dass vorhandener Statistik zufolge die Blindenkrahkheit überhaupt zurückgeht, und eine konfessionelle Scheidung. der Blinden nicht ratsam erscheint. Es muss aber hierbei betont werden, dass die Erhebungen noch keineswegs abgeschlossen sind, und die hier geäussetten Ansichten , nicht den Anspruch auf unbedingte Zuverlässigkeit haben. Es ist zu hoffen, dass, wenn das offerierte Terrain auch nicht für den -t bezeichneten Zweck verwendet werden könnte , der Besitzer dieses Terrain , oder leu Wert desselben für einen andern wohltätigen Zweck uns zur Verfügung zu stellen - bereit sein dürfte, denn bei der Offerte dieses Herrn wird derselbe doch nur von der Absicht geleitet, Gutes zu stiften. Der hiesige Verein für A r b/e i t s u a c h w e i s, gegründet von den Berliner Bnei Biiss-Logen hat im Monat Dezember 140 Personen in Stellungen untergebracht und 42 Personen haben vorübergehende Beschäftigung erhahen; im Monat Januar 232 und 138 Persqnen. Der Frauen-Verein der Lessing-Loge. Anlässlich seines 20jährigen Bestehens feierte der Frauen- Verein der Lessing-Loge am 3. Januar er. in dem grossen Logensaale sein Stiftungsfest, au dem, fast alle Mitglieder teilnahmen. Beim Eintritt in den herrlich dekorierten und feenhaft beleuchten Saale wurde jedem Mitgliede eine vom Vorstande herausgegebene Festschrift überreicht, auf die wir noch des näheren eingehen. Eingeleitet wurde die Feier durch die von Frau Wittenberg und Fräulein Bernstein zu Gehör gebrachte Jubel-Ouverture von Weber. Nachdem die letzten Akkörde verklungen, wurden die Damen durch eine vollendet vorgetragene Begrüssungs- Arie von Frau Schidlower erfreut. Frau Sanitätsrat Hannes, die Vorsitzende des Vereins, ergriff hierauf das Wort, begrüsste in längerer Anspräche die Schwestern, schilderte das Wirken des Vereins und die erreichten, beachtenswerten Resultate desselben und bat die Damen, fortzufahren auf dem eingeschlagenen Pfade und unentwegt für die Interessen der gemeinsamen Sache tätig zu sein, damit der Frauen-Verein der Lessing-Loge auch fernerhin der rühmenswerten Stellung, die er errungen, sich erfreuen möge. Aus der von Frau Clara Peiser verlesenen Festschrift seien folgende Daten entnommen: Die Lessing-Loge wurde hierselbst im Jahre 1885 begründet. .3 Jahre darauf gelang es der Frau Sanitätsrat Hannes mit werktätiger Unterstützung des Inspektors der israelit. Waisenverpflegungs-Anstalt Herrn

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