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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-01-01 · Nr. 6 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 6 - September
Article
Beilage zu Nr. 7 - November
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Juden ein. Sie waren ihm aber in verschiedenen Beziehungen nicht zu willen. Da änderte er sein Verhalten gegen sie und ist damit.zum Begründer der rücksichtslosen Feindschaft geworden,; die auch von protestantischer Seite aus die Verfolgung gegen unsre Stammesgenossenschaft auf. genommen hat. Der Skizze aus der Religionsgeschichte lassen sich mit Leichtigkeit entsprechende Darstellungen aus der wirtschaftspolitischen Entwicklung anreihen. Wer förderte und befruchtete denn durch erkenntnistheoretische Erfahrungen die Entdeckungen der Spanier und Portugiesen um die Wende des fünfzehnten und zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts? Wer übte Einfluss auf die Entschlüsse zur Aussendung der Flotten, die Westindien auffanden, das Kap der guten Hoffnung umschifften und von Asien aus Brasilien entdecktet!? — Von wem rührten die Gelde^zm Ausrüstung her.1 — Marannen und Juden von anerkannt wissenschaftlicher Bedeutung waren es, die Ferdinand und Isabella, nachdem diese zuvor Christoph Columbus gründlich abgewiesen hatten, veranlassten, die Expedition nach dem" Westen abgehen zu lassen. Juden waren es, die den portugiesi sehen Königen und Vasco de Garria unübertreffliche Berater und Helfer gewesen sind. Als die Mittel zur Ausrüstung der ersten spanisch-amerikanischen Forschungsreise sich nicht auftreiben Hessen, gab ein Jude die ganze benötigte Summe. 1 100Ü00 Maravedis dem Königspaare Isabella und Ferdinand dem Katholischen, der selbst Enkel einer Jüdin war, in patriotischer Kegung als Darlehn hin, ohne das ihm angebotene Unterpfand anzunehmen. Ein Jude war es auch, der vom Schiffe des Columbus aus als erster den amerikanischen Boden betrat und die ersten Verhandlungen mit den Güanaheni pftog. Als Dank für alles, w is die" Juden für Spanien geleistet, mussten dann ihrer 300 000 an demselben Tage das Land ver lassen, an dem Columbus seine zweite amerikanische Reise antrat. Diesmal - bedurfte es des Vorschusses von einem Juden nicht. Die Sache machte sich einfacher. . Der Staat konfiszierte alles, was diese Auswanderer an Gold, Silber, Münzen, Juwelen, sonstigen Kostbarkeiten, an Liegenschaften, Forderungen usw. besessen hatten, und bestritt damit seine Bedürfnisse, in erster Reihe die Kosten der Flotten-Expedition. Diese Austreibung war umrankt von den Verstümmelungen, Vierteilungen, Verbrennungen, denen viele Zehntausende von Marannen und Juden -Vorher und nachher in den Autos fda (6 zurri Opfer fielen. Man entsetzt sich übersolche schmachvolle Grausamkeiten und kann sich andererseits des Eindrucks nicht erwehren, dass die Dinge auf der pyrenäischen Halbinsel eine völlig anders geartete Gestaltung zugelassen hätten, wenn unsre Volksgenossenschaft zu Einigung und Einigkeit sich durchzuringen vermocht hätte. Allein in guten Zeiten hatte jeder einzeihe, sich aller Bedenklichkeiten entschlagen. Im kritischen Augenblick waren alle unvorbereitet. Würde man, als es Zeit war, an gemeinsame Interessen gedacht und dazu sich verbunden haben, dann hätte bei ihren damaligen Machtmitteln es den Juden nicht fehlschlagen können, während der Kämpfe zwischen" Mauren und Christen ihrem Volke den gebüh: renden Rang unter den Nationen zu erringen Und ihn dauernd kraftvoll zu sichern. ■ ^"». I r Auch die Notabein-Versammlung und das Synhedrion zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts waren nicht dazu herangereift, eine selbstbewusste Stellung einzunehmen. Napoleon I. hatte die Juden Asiens und Afrikas aufgerufen. Er wollte ihr Führer sein und ihnen Palästina erringen. Später hat er die grossen Berätungskörper - in Paris versammelt. Die Notabein und das Synhedrion kamen aber nicht über die Beantwortung gewisser ihnen gestellter Fragen hinaus, wobei sie sich lediglich bestrebten, die Gleichartigkeit der eignen mit denen der in Europa herrschenden Autfassungen nachzuweisen und sich, ihnen anzupassen. Hätte man sich zu Höherem aufzuraffen vermocht, so wäre acht oder neun Jahrzehnte später eine Dreyfüsiade nicht möglich gewesen. •"...' Indes ist es leicht erklärlich, dass der Versuch, jüdische Eigenart zur Anerkennung und auf besondere Weise zur Geltung zu bringen, nicht im Synhedrion auftauchte. Denn seit vielen Jahr hunderten war zum <—sten Mal ein siegreicher Ansturm gegen die Versklavung der "Völker Europas geglückt. Er brachte auch uilserm von allen am meisten geknechteten Stamme, eine gewaltige Erlösung. Im Rausche über die Zertrümmerung tausendjährig schmachvoll getragener Ketten kam der Gedanke an die Sicherung unseres Volkstums garnichf auf. Man vergass, dass die Bedeutung Judas in der Vergangenheit. geradezu auf seine Sendschaft für die Zukunft hinweist. Was schildert uns denn die Geschichte hinsichtlich der Geschicke der grossen ' Staatsgebilde? Diese stiegen zur Blüte und Machtfülle empor. War ihre Sonderaufgabe erfüllt

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