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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1906-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Trotz alledem stimmen wir mit der Kritik darin Uberein, dass unser Orden, in dem doch die höchste Intelligenz der deutschen Judenheit vereinigt ist, durch ein geistig hochstehendes Organ würdig repräsentiert werden muss. Im Interesse einer gründlichen und gesunden Reform meinen wir, uns an sämtliche Brüder mit der Bitte um ihre Ansichten darüber wenden zu müssen. Wir wollen die Frage der Aenderung unserer Berichte in den nächsten Nummern diskutieren und ersuchen alle Interessenten um Beantwortung folgender Punkte, auf welche unsere Enquete sich jedoch nicht beschränken soll, die im Gegenteil beliebig erweitert werden darf. Wir werden gerne jede Ansicht zu Worte kommen lassen, da wir fiberzeugt sind, dass nur die Allgemeinheit unsere Frage richtig lösen kann. Wir bitten also um Meinungsäusserungen über folgende Punkte: 1. Soll die äussere Form der Berichte geändert werden? a) das Format, b) der Druck, c) das Papier, d) die einzelnen Teile jeder Nummer.. 2 Erscheint die vorgeschlagene Einteilung in einen offiziellen und einen nicht offiziellen Teil, wünschenswert]? 3. Sollen die Logen-, Rechenschafts- und Sitzungsberichte redaktionell gekürzt und einheitlich schematisiert werden? 4. Themen der Aufsätze. (Namentlich hierbei bitten wir um eingehende Aeusserung.) 5. Ist ein Unterhaltungsteil beizufügen? 6. Was soll er bringen? 7. Sind regelmässige Bücherbesprechungen einzuführen? 8. Soll die wissenschaftliche Beilage beibehalten oder sollen wissenschaftliche Aufsätze im Hauptblatt veröffentlicht werden?. 9. Wie stark soll jede Nummer sein? 10. Inwieweit sind Diskussionen über Anregungen einzelner Logen oder Meinungen einzelner Brüder zur Besprechung zuzulassen? 11. Sind die bisherigen Grenzen beizubehalten? 12. Inwieweit erscheint es ratsam unser Organ der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen? - Wir sind fiberzeugt, dass die allgemeine Aeusserung fiber eine Reform von grösstem Nutzen für uns sein wird. Das Interesse und die geistige Kraft unseres Distrikts werden sicherlich Meinungen zu Tage fördern, aus denen die richtige Form sich mit Klarheit wird erkennen lassen. Wir nehmen jede Anregung mit Dank an und hoffen in kurzem zu einem allgemein befriedigenden Resultate zu gelangen. Sicherlich wird dann das nach den Wünschen der Gesamtheit geänderte Organ der Gesamtheit die grössten Dienste leisten und unseren geliebten Orden in seiner weiteren Entwickelung fördern. Wohltätigkeitsbestrebungen der Logen. Der Frauen-Verein der Berliner Logen U. 0. B. B. zur Unterstützung armer jüdischer Wöchnerinnen berichtet: In unserer General - Versammlung am 23. März wurde seitens des Vorsitzenden fiber die Wirksamkeit des Vereins in der letzten Verwaltungsperiode ein in jeder Beziehung gunstiges Resultat verkündet. Infolge des grossen Zuwachses von 500 auf 700, sowie, durch die uns vom hiesigen jüdischen Wöchnerinnen - Verein bewilligte jährliche Subvention von Mk. 1200 und durch die fortgesetzten Subventionen der 3 Berliner Logen, konnten wir durchschnittlich 20 Pflegen pro Monat gegen 10 in der vorletzten Verwaltung^periode erledigen. Hierbei wurde .besonders betont und anerkannt, dass nur die zielbewußte Förderung dieser einzigen Institution „Wochenpflege" den schönen Erfolg gezeitigt habe. Dem Vorstande, sowie dem geschäftsffihrenden Ausschuss wurde der uneingeschränkte Dank für die so mühevolle aber wahrhaft segensreiche Arbeit von der Versammlung ausgesprochen. Die Frauen Vereinigung der Frankfurt-Loge sendet uns ihren 2 Jahresbericht zu, dem wir Folgendes entnehmen A 11 g e m.e iner Bericht. - Wenn wir heute zum zweiten' Male an unsere Mitglieder und Freunde unseren Jahresbericht versecden, dürfen wir uns mit hoher Freude sagen, dass wir im verflossenen Jahre nicht nur nach aussen hin beträchtlich gewachsen sind (unsere Vereinigung zählt jetzt _420 Mitglieder), sondern dass wir uns auch in unserer inneren Arbeit gekräftigt haben. Unser soziales Komitee arbeitet nach wie vor mit dem regsten Eifer. Seit einiger Zeit ist ihm eine Untergruppe angeschlossen, in welcher Damen in die soziale Hilfsarbeir eingeführt werden. , An der Sammlung für unsere armen russischen Glaubensbrüder haben sich verschiedene Damen unserer Vereinigung in hervorragender Weise beteiligt. Die Einrichtung der Kmder- Sparbüchsen hat sich sehr bewährt und schöne Resultate gezeitigt. Bei der konstituierenden Versammlung" des jüdischen Frauenbundes, die Weihnachten in Berlin stattfand, waren, da die beiden Vorsitzenden Frau Fanny Blau und Frau E11 a S e 1 i*g m a n n verhindert waren, die Damen Martha Schlesinger und Marie Höxter als Delegierte unserer Vereinigung zugegen, und es wurde der Antrag unserer Vorsitzenden, ein Propaganda - Komitee zu bilden und Wanderrednerinnen in kleine Städte zu schicken, angenommen. . ' Mit allergrösster Freude können wir auf die Tätigkeit unserer Jugendgrupp? blicken. Es war uns wiederum gelungen, den jungen Mädchen Kurse bieten zu können, die sie im höchsten Grade fesseln. Frl. Rosie Stern hielt fünf Vorträge über Psychologie. Herr Dr. Seligmann sprach während des Winters allwöchentlich einmal über religionsphilosophische Fragen, Herr Dr. Lazarus veranstaltete wöchentliche hebräische Sprachkurse und Herr M a i e r weihte mehrere junge Damen in die Geheimnisse der Stenographie ein. Um auch neben der Arbeit die Geselligkeit zu ihrem Rechte kommen zu lassen, veranstalteten wir im vergangenen März wiederum ein Purimfest, das Dank der Umsicht und Arbeitsfreudigkeit unseres geselligen und ökonomischen Komitees als vollkommen gelungen gelten durfte. Bei dem Kinder - Chanukkahfest in diesem letzten Winter führten ebenfalls die Komitees ihre Arbeiten in vorzüglicher Weise aus, und es verdient besonders die unermüdliche Vorsitzende des ökonomischen Komitees, Frau Lina Rosenth.a-1, unseren herzlichen Dank. Es werden nunmehr die Berichte der einzelnen Komitees folgen, vorher möchten wir jedoch wiederum der Frankfurt-

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