Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Date
- 1906-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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V — r,2 — Um diese Anregungen bewegt sich die eingehende und ausführliche Debatte, in welcher manche dieser Anregungen bekämpft, andererseits ergänzt werden. Die Debatte schliesst mit Zustimmung zu dem Vorschlage, dass die in Aussicht genommene Kraft auch jetzt schon provisorisch be schäftigt und das«? voji der Wahl eines besonderen Redaktions- Komitees abgesehen werden möchte. Auf Grund der Beschwerde seitens einer Loge beschliesst die Versammlung einer anderen Loge aufzugeben, von Amts wegen Anklage zu erheben gegen eines ihrer Mit glieder wegen unwürdigen Verhaltens, > Die Voll Versammlung der Grossloge hat die Frage, ob einPropagandaausschuss von der Grossloge errichtet werden soll an das General-Komitee zur nochmaligen Behandlung und Erledigung überwiesen. — Die BBr. F1 ö.r s h e i m und Joachim beleuchten, wie bisher die Propaganda für Errichtung heuer Logen meistens von einzelnen Personen betrieben wordeD, und welche Nachteile sich hierbei herausgestellt haben. Die Brüder führen des weiteren aus, wie einzelne Logen bisher für die Gewinnung neuer Plätze' gar nichts getan, wenngleich in deren Nähe grosse Gemeinden existieren, welch letztere auf Grund des bisher schon vom Propaganda - Ausschuss herbeigeschafften Materiales namhaft gemacht werden. Die in der Vollversammlung der Grossloge geäusserten Bedenken suchen die Redner zu entkräften, indem sie ausführen, dass mit den Vor Schlägen des Propaganda - Ausschusses gar nicht bezweckt wurde, die Tätigfceit__der einzelnen Brüder und Logen auf dem Gebiet der Propaganda auszuschalten. Der Hauptzweck, der mit dem Antrage auf Einsetzung eines Propagandaausschusses bei der Grossloge verfolgt werde, sei die Organisation der Propagandatätigkeit, da diese bisher keineswegs geregelt gewesen. Während die Grossloge Spezial-Komitees für viele andere Zweige besitzt, befinden sie sich gerade aaf dem wichtigen Gebiet der Propaganda im Rückstände. Diesem Uebelstande abzuhelfen, soll Aufgabe des zu bildenden Propaganda Aus Schusses seil). Er soll einen Zentralisa-tionspunkt bilden, der anregend" tätig ist auch nach der Richtung, neu errichtete Logen in ihren Arbeiten zu fördern. — Entgegen diesen Aus fuhrungen wird geltend gemacht, dass durch einen Propagandaausschuss die'Brüder und Logen, die bisher propagandistisch tätig gewesen, in ihrem Eifer wohl nachlassen würden. Diese Brüder und Logen wären die kompetentesten Beurteiler bei der Propaganda, der Ausschuss bei der Grossloge vermöchte kaum etwas zu leisten, eher würde er ein Hindernis sein. Ganz besonders aber und dringend wird empfohlen von der Bildung der Provinzial - Ausschüsse bei der Propaganda abzusehen. — Im Laufe der Debatte sind verschiedentliche Anträge gestellt worden, und erklärt der Präsident, dass er in folgender Weise abstimmen lassen werde: 1. Soll der Beschluss des General-Komitees auf Einsetzung eines Propaganda - Ausschusses bei der Grossloge gänzlich aufgehoben werden? — 2. Soll ein Propaganda-Ausschuss bei der Grossloge allein errichtet werden? — 3. Mit Provinzial - Ausschüssen? — 4. Ohne Provinzial - Ausschüsse? — Bei der Abstimmung werden die Fragen 1 und 3 verneint, die Fragen 2 und 4 bejaht. Es ist somit zum Beschluss erhoben worden, dass ein Propaganda-Ausschuss bei der Grossloge, aber ohne Provinzial-Ausschüsse errichtet werden soll. _ Der Antrag auf Herausgabe eines Logenkalenders in Taschenformat, welcher dem General-Komitee von der Grossloge zur Erledigung überwiesen worden, wird nach kurzer Debatte einstimmig abgelehnt, wobei zum Ausdruck gelangt, wie wenig angebracht es sei, derartig unwichtige Anträge vor die Vollversammlung der Grossloge zu bringen. — Das G^e such des Kuratoriums des Verbandes für Statistik der Juden um Bewilligung eines festen Jahresbeitrages wird zur Erledigung an den geschäftsführenden Ausschuss überwiesen. Dagegen werden die Anträge des Br. Dr. Cohn auf Abänderung einiger Bestimmungen des Grosslogengesetzes für die nächste Sitzung vertagt. Anlässlich der in den Ausschussprotokollen wiederholt behandelten Appelationss ache wird das Gesetzes- Komitee ersucht, eine Aenderung des Grosslogengesetzes nach der Richtung vorzubereiten, dass über so wenig wichtige Dinge das General-Komitee resp. der geschäftsführende Ausschuss zu entscheiden berechtigt sein soll. Schluss der Sitzung nachmittags 3 Uhr. Zur Reorganisation der Monatsberichte! Die Anregungen des Br. Rechtsanwalt P e i s e r in der Mär/.nummer unserer Berichte haben in der Grossloge starken Wiederhall gefunden. Es wurde allgemein empfunden und ausgesprochen, dass unser Blatt in seiner bisherigen Fassang den Anforderungen nicht entspreche, die man berechtigterweise an das offizielle Organ einer in jeder Hinsicht so bedeutenden Vereinigung stellen dürfe. Wij selbst sind derselben Meinung. Und wenn wir trotzdem bisher nicht aus eigener Initiative Verbesserungen geschaffen hatten, so liegt die Schuld in den engen Geleisen, innerhalb derer die Berichte sich nur zu bewegen haben, und die sie nicht verlassen dürfen. Einen Hauptteil unserer Spalten werden immer die Berichte der einzelnen Logen, Komitees, wohltätiger Institutionen, Bekanntgebungen etc. bilden müssen, und dass dieser lediglich referierende Teil mit der Zeit monoton und nüchtern wirkt ist nur natürlich. Trotzdem darf er nicht fehlen, denn die Logen und ihre Einrichtungen haben ein Recht darauf von sämtlichen Brüdern gekannt zu sein und dazu gibt es kein anderes Mittel als die Veröffentlichung. Ob diese immer wiederkehrenden Berichte redaktionell verkürzt werden sollen ist eine Frage, deren für und wider genau zu erwägen ist, da bei einer Schematisierung durch Hinweglassen alles nicht streng Sachlichen zu befürchten ist, dass sie von einem grossen Teil unserer Brüder einfach nicht gelesen werden. Grössere Schwierigkeiten bildet der sogenannte literarische Teil, denn wir waren bisher gezwungen uns im engsten Rahmen bestimmter Themen zu halten und streng Gebiete, wie z. B. Politik, religiöse Fragen etc. zu vermeiden, die eicht zu Missdeutungen und Verstimmungen Anlass geben könnten. Auch jetzt herrscht die Ansicht vor, man müsse derartigen „Zankäpfeln" entschieden aus dem Wege gehen und es liegt sicherlich ein gutes Stück Berechtigung in dieser Vorsicht.