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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1906-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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103. Sitzung des General-Komitees. Berlin, den 6. Mai 1906, vormittags 9»j/4 Uhr. Der Präsident begrösst die neuen Mitglieder des General- Komitees und gibt der Erwartung Ausdruck, das* die Wirksamkeit dieser Brüder dazu beitragen möge, weitere Erfolge für den Orden zu erzielen. Br. Timendorfer betont, dass der geschäftsführende Ausschuss trotz mancher Absagen doch geglaubt habe, an dem Termin für die heutige Sitzung festhalten zu müssen, um sich nicht dem Vorwurfe auszusetzen, dass das General-Komitee zu selten zusammenkomme. Der Präsident macht ferner Mitteilung davon, dass die Grossloge unter dem Ausdruck der Teilnahme in Amerika angefragt habe, ob unsere Hilfe für die in San Francisco durch die Erdbebenkatastrophe etwa in Not geratenen Brüder angebracht wäre, worauf uns vom Ordensprätidenten gekabelt wurde, dass vorerst fremde Hilfe nicht erforderlich sei. In der Debatte hierüber wird auch die . Frage erörtert, ob seitens des Ordens für die yoan Vesuv in Italien Geschädigten etwas geleistet werden solle, was jedoch verneint wird, da vorerst eine Notlage in Italien nicht konstatiert ist. Für Amerika würden wir immer mit unseren Mitteln eintreten, sobald wir hierzu aufgerufen werden sollten; in diesem Falle bleibt es dem Ausschusse überlassen, das Erforderliche zu tun. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betrifft die Organisation des General-Komitees. Diesbezüglich wird beschlossen, den geschäftsführenden Ausschuss. im gegenwärtigen Termin aus 7 Mitgliedern bestehen zu lassen, und werden hierfür die Brüder Joachim, Dr. Maretzki und G.' Heinemann erwählt, nachdem auf Veranlassung des Letzteren in Aussicht genommen wird, die regelmässigen Ausschusssitzungen foitan stets Sonnabend Abend abzuhalten. Zu Mitgliedern des Gesetzes-Komitee's werden die Brüder Ad. Mayer, Dr. Kuznitzki und Bergel gewählt. Der Hilfsverein der deutschen Juden ersucht um den Beitrag der Grossloge fürGalizien auch pro 1905 in Höhe von Mk. 5000; ein solcher ist bisher nicht geleistet worden, da 1905 eine Sitzung der Grossloge nicht stattgefunden hat. In der Debatte hierüber werden hauptsächlich zwei Gesichtspunkte geltend gemacht. Der eine geht dahin, dass nach dem Rechnungsausweis des Hilfsvereins von demselben bisher für Galizien nur sehr wenig geleistet worden, und für diesen Zweig seiner Tätigkeit einen Bestand von ca. 24000 Mk. besitzt. Demgegenüber wird betont und vom Referenten Br. Bergel empfohlen, <iu. Mk. 5000. — dennoch pro 1905 nachzuzahlen, da die Grossloge früher beschlossen, alljährlich einen solchen Beitrag zu leisten. Wenn der Hilfsverein der deutschen Juden für Galizien keine grösseren Aufwendungen gemacht, so lag dies daran, dass der Oesterreichische Hilfsverein die bisherigen Erfordernisse aus eigenen Mitteln zu bestreiten vermochte, und deshalb noch keine Anforderungen an den Hilfsverein der deutschen Juden gestellt hat. Es sei aber zu erwarten, dass seitens des letzteren jetzt grössere Anforderungen au den Deutschen Hilfsverein gelangen werden, und kommt die Versammlung zu dem Beschlüsse, auch pro 1905 den Beitrag von Mk. 5000.— an den Hilfsverein der deutschen Juden zur Verwendung für Galizien nachzuzahlen. Die Versammlung tritt dann in die Beratung über die anderweitige Ausgestaltung der Verwaltung unseres Disrikts ein. Fast alle Anwesenden beteiligten sich an der Debatte über-diese Angelegenheit und . sind der übereinstimmenden Ansicht, dass heute dieser Gegenstand nicht endgültig geregelt werden könne, es« sich vielmehr empfehle, ein Komitee einzusetzen,, das seine Vorschläge dein General- Komitee in seiner nächsten .Sitzung zu unterbreiteu hätte. — Zu Mitgliedern dieses Komitees' werden gewählt die Brüder Maretzki, Eugen C a h e n, Ad. M a y e r, Flörsheim, Z ad i g, J oac h i m und'Placzek. Aus den in der Aussprache gegebenen Anregungen mögen liier einige der wichtigeren Momente wiedergegeben werden: Für die bessere Ausgestaltung der Monatsberichte sowohl nach Form als nach Inhalt und zur Entlastung des Grosssekretärs solle eine akademisch gebildete Kraft gewonnen werden. Bisher habe der Grosspräsident erst nach Fertigstellung der Monatsberichte von deren Inhalt -Kenntnis erhalten, und schon aus diesem Grunde empfehle es sich, - dassfortan der geschäftsführehde Ausschuss das Hedaktions-Komitee bilde. — Die Fühlung zwischen Grossloge .und.-Tochterlogen müsse unter Mitwirkung des General-Komitees und der Grossloge eine, lebhaftere werden, was erreicht werden könnte a) durch Besuche der Logen seitens der jetzigen Und früheren Mitglieder des General-Komitees,, b) Durch ""Abhaltung der Sitzungen sowohl des General-Komitees wie der Grossloge abwechselnd an verschiedenen Orten wo sich Logen befinden; im Anschlüsse hieran sollten die benachbarten Logen zu einem Logentage einberufen werden, für welch letztere Fragen von grösserer Bedeutung für-'den Bezirk unter Leitung eine* Ausschussmitgliedes zu eingehender Behandlung gelangen sollten. — c)-Von der Bijdung fester Logen^erbäude mit Statuten etc. sollte mit Rücksicht auf die Gefahr der Zersplitterung unseres Distrikts abgesehen werden. — d) Gegen* über den geäusserten Befürchtungen die Logenverbände betreffend werden die Logenverbändegerade als das beste Mittel für die Zusammeuhaltung des Ordens in DcUtschUnd erblickt, besonders wenn die Loge&yerbäude .berechtigt wären, diejenigen Exptäsidenten aus ihrem Kreise als Mitglieder in die Grossloge und in das General-Komitee zu entsenden, die vom Logenverband bierfür als die geeignetsten erachtet werden. Beim jetzigen Verfahren hänge die. Wald der Mitglieder zum General-Komitee von Zulälligkeiteu ab", und es erhalten Mitglieder des General-Komitees den Auftrag zum Besuch von Logen, in welch letzteren die betreffenden Brüder weder beliebt sind, noch Eiufluss besitzen. In solchen Fällen habe der Besuch gar keinen Wert. — e) Alle kleineren untergeordneten Fragen müssen von der Grosslogensitzung ferngehalten werden, und nur Fragen von grosser Bedeutung, ordentlich vorbei eitet, sollten die Vollversammlung der Grossloge beschäftigen. — j) Die Zahl der Vertreter zur.Grossloge möchte eingeschränkt. werden, vielleicht bis auf. eiuen Repräsentanten für je 300 Mitglieder, wodurch die Beratungen in der Grosslogensitzung gefördert werden könnted. Allerdings müsste das Bewusstsein mehr als bisher zum Durchbruth kommen, dass der Repräsentant zur Grossloge nicht der Vertreter einer einzelnen Loge, sondern des ganzen Distrikts ist. — g) Für die" Mitglieder des General-Komitees sollte eine Stellvertretung zugelassen werden, wodurch erreichtwerden könnte, dass auch Expräsidenten ein Mandat zum General-Komitee annehmen, die nicht immer den Sitzungen dieser Körperschaft auzuwohnen vermögen.

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