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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-03-01 · Nr. 2 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 2 - März
Date
1906-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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die Zugehörigkeit zu unserem Orden ans mit neuen Freuden empfinden Hess. Einer Anregung unserer Loge zufolge wurde bei einem Bruder eine Sammelstelle für getragene Kleidungsstücke zu Gunsten unserer Armen ei richtet, die von Zeit zu Zeit sich an die Oeffentlichkeit wendet und schon einige erhebliche Sendungen nach Hamburg machen konnte. Xur in einigen besonders gelagerten Ausnahmefällen sind wir von unserm Grundsatz abgewichen Unterstützungen nur gemeinnützigen Einrichtungen und nicht Einzelpersonen zu gewähren. Die Unterstützungsgesuche solcher gemeinnütziger Anstalten machte die Unterstützungskommission an Hand der übersandten Berichte jeweils zum Gegenstande motivierter Anträge, die oft eingehend erörtert wurden. Der -Plan, im Soolbad Rappenau zusammen mit den übrigen badischen Logen eine Kinderheilstätte zu errichten, zerschlug sich, trotzdem eine Reihe , von Spenden zu diesem Zwecke gemacht vrorden sind. Die Anstalt in Kissingen dürfte wohl zunächst auch unseren Ansprüchen genügen. Uit, mehr als man füglich annehmen sollte, war unter den verschiedensten Gesichtspunkten die Hebung des Logenbesuchs Gegenstand ernstester Erwägungen. Bei Gelegenheit des Referates über Br. Dr. Kahns ,. Idealismus und Indifferentismus" wurde durch die Diskussion festgestellt, dass seine Ausführungen für unsere Loge nicht zutreffen, vielmehr nur persönliches Aufsuchen und Erforschen etwaiger . Abhaltungsgründe den sogenannten Inditferentismus heben könneD. Ertreulicher Weise hat gerade in der letzten Zeit die Teilnahme der BBr. an den Sitzungen sichtlich zugenommen. Wenn auch zum Teil daran Schuld sein mag, dass eine Reihe sonst auf Reisen befindlicher BBr. wieder die Sitzungen besuchen kann, so ist es doch ein Verdienst der Kommission für geistige Interessen, dass alle Sitzungen durch ihre Ausgestaltung eine grosse Anziehung bilden. Hier ist vor allem zu nennen die mit unseren Damen veranstaltete Sitzung, in welcher Br. Dr. Blum in einem längeren Vortrage das Material der von der Kommission für geistige Interessen veranstalteten Enquete über die Frage» wie die Schwestern zur Logenarbeit herangezogen werden können, erörterte. Die Diskussion, an der sich auch eine Reihe unserer Schwestern beteiligte, brachte in dieser schwierigen Frage allerdings noch nicht die Lösung für unsere Loge, ebenso wenig wie die spätere Debatte, die sich gelegentlich eines Referates des Br. Dr. Blum über: .Die Frau im < >rden" von Br. Dr. L e w y entspann. Der Antrag der Humanitas-Loge wegen bedingungsloser Aufnahme von BBr., die nach einem anderen Logensitze verzogen sind, fand nach eingehender Erörterung auch diesmal nicht unsere Zustimmung. Unserer Anregung zufolge hat die hochw. Grossloge weg^n der insbesondere in der letzten Zeit sich mehrenden farblosen Logennameu einen Aufruf zur Bekanntgabe geeigneter Xamen erlassen. Ebenso hat unsere Diskussion über Logengründungen, bei denen durch Uebergehung benachbarter Logen und durch geeignetes vorzeitiges ohne Vorwissen der Grossloge erfolgtes Handeln einzelner BBr. vermeidbare Fehler gemacht wurden, letztere veranlasst, sich mit diesem Gegenstand zu beschäftigen. Die durch ein Referat des Br. Dr. Blum eingeleitete Diskussion, ob eine Schillerfeier für uns angezeigt sei, führte zu einer ablehnenden Stellungnahme, so sehr wir die zu Ehren dieses Dichterheros veranstalteten Feiern sonst förderten. Die .Jubiläumsstiftung und die hiefür gemachten Vorschläge wurden mehrfach und ausgiebig, diskutiert. Wie auch früher waren wir darüber einig, dass nichts für uns selbst, sondern für die Allgemeinheit geschaffen werden müsse, ohne aber zu einem bestimmten Vorschlag zu gelangen. Jedenfalls waren wir nach dem Referate des Br. Dr. E 1 s a s s e r der Ansicht, dass die beabsichtigte Errichtung einer Nervenheilanstalt an dem Kostenpunkte scheitern müsse. Einen interessanten Bericht über seine personliche Teilnahme am deutschen Judentag erstattete Br. Sigmund Hirsch, während Br. Fritz Schlössinger über die Feier bei der 250 jährigen Wiederkehr der Einwanderung der Juden in Amerika berichtete. Verschiedene BBr. entnehmen dem Buche Dr. Ruppins den Stoff zu umfangreichen Referaten, dessen Inhalt so durch vertiefende Diskussionen den BBr. bekannt wurde. Einen sehr interessanten Einblick in das Rotwelsch der deutschen Gauner gab unser w. Präs. Dr. P i n k u s s , der dieses Thema insbesondere auch mit Rücksicht auf den Anteil der hebräischen Sprache an demselben behandelte. Die Geschichte und Verwertung des Kautschuk war der Gegenstand eines bildenden und fesselnden Vortrages des w. Expräs. Max Marx. Die Tagesordnungen des Generalkomitees und die Berichte des w. Eipr. Br. Ferdinand Liebhold über die Sitzungen desselben nahmen die Aufmerksamkeit der BBr., welche .dadurch das Leben in unserm Distrikte verfolgen konnten, häutig in Anspruch, während die Berichte unserer Delegierten zu Stiftungsfesten undanderen Veranstaltungen benachbarter Logen uns manche Anregung und den Delegierten bleibende genussreiche Eiinnerungen verschaffte. In einer Serie von geschichtlichen Referaten sprach Expr. Dr. Kaufmann über die deutschen Einheitsbestrebungen.bis 1818, Deutschland und der Zollverein und die Revolution in Deutschland. Um einen Teil unserer Vorträge auch grösseren Kreisen zugänglich zu machen, luden wir zu diesen in offener Loge veranstalteten Vorträgen in den Zeitungen die Mitglieder der jüdischen Gemeinde ein, eine Uebung, die wir auch künftighin einhalten wollen. So sprachen Dr. K a r p e 1 e s über Karl Emil Franzos, Professor Lehmann über Maja in Sprache und Geschichte, während zuletzt Frau Rahmer -Gothmann mit der Rezitation von Gedichten ihren Hörerkreis erfreute. Die zur geistigen Fortbildung der BBr. und ihrer Angehörigen eingerichtete Bibliothek erfuhr auch in diesem Jahre zumal ausser der aus Logenmitteln zur Verfügung stehende Beihilfe Zuwendungen von Brüdern gemacht wurden, wieder eine ansehnliche Erweiterung. Der vom Geselligkeitskomitee veranstaltete Logenausflug, um dessen Gelingen sich eine Reihe unserer Schwestern verdient machte, 'nahm einen gelungenen Verlauf. Einer Einladung desselben Komitees zufolge fanden sich zum ersten Male während der Sommerferien die Familien der BBr. in Zwischenräumen von 2 Wochen abends beim Biere zusammen, wodurch die Geselligkeit eine neue Förderung erfuhr. Schliesslich soll nicht unerwähnt bleiben, dass künftighin alle Zeichen des Beifalls innerhalb der Loge unterbleiben sollen, da doch jeder Br. zum voraus für alles was er dem Orden und der Loge leistet, des Dankes aller sicher ist. ,

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