Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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82» — für dieselben und TO* denselben und sodann ein einfaches Mahl für Brüder und Schwestern. Hei Vorlieben möchten wir, dass auch die aus wältigen Brüder die Geselligkeit im Sinne unseres Ordens pflegen; im vergangenen Jahr war eine giössere Anzahl hiesiger BBr. zu einem Fest der Cjttbuser BBr. erschienen, demselben Hessen wir in Cottbus eire Aibeitsloge vorangehen, dieser folgte ein Vertrag des Br. P i e f f e r m a n n über die Krankenschwester frage, das Fe*t selbst verlief in animieitester Stimmung Zum Schluss wurde eine Tellersammlung für die russischen Glaubensgenossen, die, trotzdem die dortigen BBr. ebenso wie die andeten auswärtigen, sich hei vorragend an der allgemeinen Sammlung beteiligt hatten, auch noch eiuen ansehnlichen Betrag ergab. Für Vorträge in Cottbus uad Bunzlau, wo wir eine giössere Anzahl BBr. haben, sorgen diese selbst durch ihre dortigen Literatur-Vereine: wenn es cötig, subventionieren wir dieselben. In der Loge selbst wurden von Zeit zu Zeit kurze Vorträge gemalten, so von Br. Justizrat Dr. H ö n i g e r über juristische Themata, auch an Referaten hat es nicht gefehlt; es seien genannt: Ueber den Aufsatz des Br. Dr. Maretzki über Mischehen, über Idealismus und Iudifferen tismos nach dem Aufsatz in den Monateberichten, über die Sendung Mosis von Schiller, über Ahlem, die Tätigkeit des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, über die Figur des roten Itzig im Trauerspiel „Der Graf von Charolai" u andere. Bei traurigen und freudigen Anlässen in den Familien der BBr. ist die Anteilnahme der Loge durch Deputationen und der einzelnen BBr. und Schwestern feststehend; es ist schöne Sitte dabei geworden, dass die BBr. bei solchen Gelegenheiten der Loge oder einzelnen Fonds Spenden zuführen. Beteiligt haben wir uns bei den Installationen in Bromberg und Lissa, zu den Stiftungsfesten benachbarter Logen, so der Silesia-, Fraternitas- und Lessing-Loge entsandten wir Deputationen, ebenso hatten wir die Freude, auch bei unseren Festen Deputationen der Nachbar-Logen bei uns begrüssen zu können. .. Unsere Schwesternvereinigung hat die Schwestern im Sinne unseres Ordens einander nähergebracht, alle 14 Tage versammeln sich die Damen zu gemütlicher Geselligkeit bei einer Tasse Kaffee, es wird rezitiert, gesungen, Handarbeiten gemacht, welche in einen Fundus gehen, bestimmt zur Ausstattung einer armen Braut, sobald sich eine solche findet. In letzter Zeit haben wir ihnen auch solche Logenaufgaben, bei denen die Mitarbeit der Schwestern erwünscht ist, zur Mitberatung überwiesen, was sicher zur Förderung ihres Interesses für die Loge beitragen wird. Nach Massgabe ihrer Mittel üben sie auch Wohltätigkeit aus. So wollen wir rüstig weiterschaffen und mitarbeiten an den hohen Aufgaben unseres Ordens, möge unsere Loge und der ganze geliebte < )rden immer mehr werden ein Hoit der Bedrängten, das Panier, um das sich immer mehr Glaubensgenossen scharen, in echter Bruderliebe zum Wohle des Judentums, der ganzen Menschheit zum Segen. ■ e . Unitas-Loge In Strassburg i. Elsass. Schon lange ward in diesen Berichten von uns nichts mehr vernommen und die Optimisten unter den Lesern mochten denken: les penples heureux n'ont pas d'nistroire. Auch dieses Mal irrten sich die J »ptimisten, denn nichts von dem, was unsere Schwesterjogeri bewegte, blieb nn3 fremd; jedes Ereignis und jede leise Regung, jeder Schritt und jede Betätigung in der Weiterentwicklung des grossen allgemeinen Logenlebens wurde voa uns mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt und zum Teil recht eingehend diskutieit. Warum, wir trotzdem etwas passiv blieben? Das lag an einem Komplex von Erscheinungen, von dem auch audere ältere Logen — hoffentlich nur vorübergehend — selten verschont bleiben: am schlechten Logeubesuch. Ist der mangelhafte Lojenbesuch die Krankheit und alles andere nur Folgeerscheinung, oder ist er selber nur Symptom tieferer Ursachen? Ist die Ursache überall dieselbe? Ist sie in den Personen, in Zeitstiömungen oler in andern äusseren Umständen oder in allem dem zusammenzusuchen? Chi lo sa? Fast scheint/ es, als ob auch im Logen-, wie im politischen und im Wirtschaftsleben, auf Zeiten grosser Begeisterung und der Hochkonjunktur naturnotwendig abflauende Perioden folgen müssten, damit sich wieder frische schöpferische Kräfte sammeln, neue fruchtbare Ideen getragen und geboren werden können. Wie dem auch sei, hier ist nicht zu untersuchen, was wir hätten leisten können, sondern was wir in Wirklichkeit getan haben, ohne dass es dabei notwendig erscheint, auf einzelne Ziffern, Zahlen und untergeordnete Details näher einzugehen. Im Zeitraum der verflossenen zwei Jahre hat sich unsere Mitgliederzahl immer um die Hundert bewegt, zurzeit beträgt sie 102. Die Brüder rekrutieren sich aus den verschiedensten Kreisen nnd Berufen, so dass die Loge, ein einigendes Band um sie schlingend, als idealer Mittelpunkt erscheint, um den sich immer weitere Kreise bilden müssten. Unsere Sitzungen wurden durchschnittlich von 22 Brüdern besucht. . Auf dem Gebiete der Wohltätigkeit und sozialer Fürsorge haben wir auch in diesem Zeitabschnitt ein erkleckliches Mass von Kleinarbeit verrichtet, die, an sich sehr dankbar, doch wenig anregend wirkt. Den grössten Teil dieser Arbeit nimmt uns allerdings seit drei Jahren unser Frauenbund ab, der, nachdem er die üblichen Kinderkrankheiten durchgemacht und seine Ziele und Mittel klar erkannt, mit grosser Begeisterung und Schaffensfreudigkeit arbeitet. Als wir anfangs die Tätigkeit dieser Frauen verfolgten, da war es picht ohne eine kleine Spur von Neid, weil sie uns auch ein gutes Stück recht interessanter Tätigkeit wegnahmen; heute haben wir für sie nur rückhaltlose Bewunderung. Unser Frauenbund ist für uns nicht mehr lediglich ausführendes, Organ, er arbeitet auch selbständig, lässt Mädchen unterrichten, beschäftigt sie, sorgt für berufliche Aus- und Fortbildang, vei teilt Milch und Bäder, vermittelt Stellen, zahlt Hausmieten, versorgt Wöchnerinnen und Kranke, hat eine Sparbttchsenorganisation und erweitert täglich sein Feld mit verständnisvollem Blick. Dagegen haben wir uns die Unterstützung von Kinderheimen, Arbeitsnachweisen, Taubstummenanstalten, Schülern, Lehramtskandidaten und andern Studenten, die Zuführung weiterer Schüler in unsere israelitische Gewerbeschule und die Sorge für deren weiteres Fortkommen, die Anschaffung i