Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4864325-6028968-6074133--0991-4865149- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
60% der ortsansässiges BBr. betrag. Zu bedauern ist, da*» es unseren auswärtigen BBr. in Folge schlechter Zogverbindongen nur selten möglich ist, an unseren Sitzungen.teilzunehmen, doch ist ihnen Gelegenheit, sich mit Logenangelegenheiten zu beschäftigen, dadurch geboten, dass wir ihnen regelmässig Abschriften unserer Sitzungs-Protokolle zusenden« über die dann in ihren Zusammenkünften, welche sie regelmässig .abhalten, Gedankenaustausch stattfindet. Die Fragen, welche den Orden in der Berichtsperiode beschäftigten, haben bei unseren Beratungen eingehende Würdigung gefunden, dem seinerzeitigen Projekt der Gründung eines Alterversorgungsheims hatten wir unsere volle Sympathie zugewandt, als es gefallen war, haben wir für unsere Loge einen Reservefonds für notleidende Brüder begründet, an denselben werden jährlich 6 Mk pro Bruder und die für diesen Fonds bestimmten Spenden abgeführt. Viel und eingehend hat uns die Krankenschwesterfrage beschäftigt, unser Br: Expr. Pfeffermann hat nicht allein durch öftere Referate uns über den Stand dieser Angelegenheit auf dem Laufenden erhalten, er hat auch hei vorragend propagandistisch gewirkt, indem er die Logen des Bezirks, für die er in dieser Frage zum Vertrauensmann gewählt ist, sämmtlich besucht und dort in Vorträgen auch vor Damen und aussenstehenden Gemeinde-Mitgliedern Anhänger geworben hat, vor allem kam es ihm darauf an, Material an sich für den Beruf als Krankenschwester eignenden Damen zu gewinnen, in beredter "Weise zerstreute er die Bedenken, die immer noch gegen Ergreifung dieses Berufs obwalten. Nicht seine Schuld ist es, wenn seine Bemühungen bisher noch nicht von Erfolg gekrönt wurden, in Niederschlesien gibt es ja tatsächlich kein geeignetes Material, in Oberschlesien bei der dichten jüdischen Bevölkerung müssten sich doch Damen für diesen edlen Beruf finden. Br. Pfeffermann hat erst jüngst wieder die Logen ermahnt, nicht zu erlahmen, hoffentlich kann bald von einem Erfolg berichtet werden. Die Viktoria-Loge hat schon vor längerer Zeit im Prinzip sich für Stationierung einer Schwester hier ausgesprochen, hoffentlich wird uns bald eine solche für die hiesigen Verhältnisse geeignete zugeteilt werden können. Zu der jetzt im Vordergrund des Interesses, stehenden Frage der Schaffung eines Jubiläumsfonds .haben wir nach eingehenden Beratungen uns für den Antrag M a r e t z k i ausgesprochen, wir hoffen, dass derselbe in der Grosslogen- Tagung votiert werden wird. Die Anregung der Unterbringung auswärtiger Ferien-Kolonisten in Familien ■ von Brüdern kam uns im vorigen Jahr zu spät, trotzdem könnten wir berichten, dass unser Br. A r o n in Burg in hochherziger Weise 3 Kinder für einige Wochen bei sich aufgenommen, verpflegt und sogar neu bekleidet hat, wir werden in diesem Jahre rechtzeitig für Unterbringung solcher Kinder werben und haben uns hiefür die Mitarbeit der Schwesternvereinigung gesichert. Zu lebhaften Debatten gab auch ein Antrag des Br. Finanzsekretär Kupferberg Anlass, welcher wesentliche Erhöhung unserer Eintrittsgebühren, die jetzt mit die niedrigsten von allen Logen sind, bezweckte; derselbe fand nicht die erforderliche Mehrheit. In letzter Zeit haben wir einige notwendig gewordene Aenderungen an unseren Statuten vorgenommen, auch hierüber fand eine eingehende Aussprache statt Ein Gebiet, auf dem die meisten Logen sich erfolgreich betätigen können, das des Sozial-Humanitären am Orte der Loge selbst ist uns gänzlich verschlossen, weil es hier ein jüdisches Proletariat effektiv nicht gibt, umso intensiver haben wir Wohltätigkeit nach auswärts üben können, den massenhaft eingegangenen Unterstützungsgesuchen humanitärer Anstalten haben wir fast ausnahmslos durch Bewilligung angemessener Beträge entsprochen. Hervorragend war unser Erfolg bei der ersten Sammlung für die bedrängten russischen Glaubensgenossen, die Loge selbst hatte einen namhaften Betrag gezeichnet, die einzelnen BBr. beteiligten sich in opferwilligster Weise, aber auch die von uns ins Werk gesetzte Sammlung bei Aussenstehenden hatte ein reiches Ergebnis, sodass wir mit dem Gesamtbetrag mit an der Spitze der Logen rangierten. Bei der diesjährigen Sammlung hatte sich hier ein Lokal-Komitee, dem auch . Logenbrüder, angehörten, gebildet, diesem mussten wir beiden hier herrschenden Verhältnissen die Initiative überlassen, auch diesmal haben sich Loge und Brüder sehr opferwillig erwiesen, doch mussten wir darin einwilligen, dass der Ertrag der Sammlungdem Hilfsverein überwiesen wurde. Unser Ausschuss für geistige Interessen lässt es sich angelegen sein, durch Vorträge hervorragender Redner, deren Themata meist das Judentum betreffen, das Interesse für deren Geschichte und Literatur wachzuhalten. Einen geistigen Genuss bieten uns die Vorträge, die unser verehrter Br. Dr. Freund uns in jedem Jahre hält,- vor einiger Zeit sprach Br. Dr.' K a e p 1 e r in begeisterter uud begeisternder Weise über : die ..Zukunft des Judentums", es sei hier auch ein Recitationsabend der Frau Rahmer-'Nothmann erwähnt. Zu diesen Vorträgen gewährenwir auch der erwachsenen Jugend Zutritt, weil diese hier die einzige Gelegenheit hat, etwas über Geschichte und Literatur des Judentums zu erfahren. Auch unserer Bibliothek wendet der Ausschuss seine Aufmerksamkeit, zu alle brauchbaren Publikationen, die im Zusammenhang mit dem .Judentum stehen, werden angeschafft, leider ist die Ausbeute in letzter' Zeit keine ergiebige gewesen. " v Die Pflege edler Geselligkeit hat sich unser Geselligkeits-Ausschuss zur Aufgabe gemacht. Wir haben keine rauschenden, prunkvollen' Feste veranstaltet, doch wurden Stiftuugs- und Ordensfest, letzteres mit unseren Schwestern in unseren behaglichen Logenräumen in gemütlicher, harmonischer Weise gefeiert. Einen breiten Raum nehmen hierbei musikalische und deklamatorische Darbietungen ein, so erfreute uns im vergangenen Jahre zum Ordensfest, gelegentlich dessen wir auch eine sehr anregende Arbeitsloge in Gegenwart des Deputierten des General-Komitees Br. Joachim abhielten, Marce 11 Salzer mit seinen vorzüglichen Recitationen.' Bei dem diesjährigen Ordensfest wurden uns. hervorragende musikalische Genüsse und Recitationen der Frau E i s n e r - B a r b e r, Breslau, geboten; nach den öffentlichen Vorträgen wurden auf Kosten der Loge stets Thee gereicht und .blieben Bruder und Schwustern in gemütlicher Runde noch lange beisammen. Auch eine Ohanukafeier veranstalten wir jedes Jahr, zu dieser werden die Kinder aller Glaubensgenossen eingeladen, nach einer die Bedeutung den Festes würdigenden Ansprache und dem gemeinsamen Gesang des „Moaus zur)1 erfolgte Bewirtung der Kinder, Auflohtungeu