Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jubiläums Stiftung sprach sich die Loge unter Ablehnung der Frankfurter, sowie Dr. Maretzki sehen Anträge, für Schaltung eines Altersheims für alte und kranke Brüder durch freiwillige Beiträge aus. Am 8. April 1D05 feierten wir die Einführung eines neuen Bruders und die Installation der Beamten für den neuen- Termiu, wobei der neue Präs, Br. 8. W. Meyer, die Prinzipien, nach welchen er die Geschäfte leiten wolle, sowie die Ziele, welche die Loge im Auge haben müsse inbezug auf Zuwachs an arbeitslreudigen Mitgliedern, Vermehrung der Pflanzstätten des Ordens, soziale Arbeiteleistung und Hebung der Frequenz der Sitzungen, betonte. Am 11. November HK)5 begingen wir das Ordensfest, an dem fünf Kandidaten in feierlicher Weise von unserem Prä>. ia unseren Bund eingeführt wurden. Die , Festrede in der darauf folgenden Festloge hielt der Br. Vize-Pr. R. A. G. Peiser, in kritischer Weise die Tätigkeit des Ordens im vergangenen Ordensjahre beleuchtend. Eine besondere Anregung boten unseren lieben Brüdern eine Reihe von Vorträgen und Referaten, die an den Sitzungsabenden gehalten wurden. Es sprachen: Br. R. A. Pollak über ..Kaufmanns gerichte-*, Br. Vize*Pris. S. W. Meyer über „Arnold Tovnbee, seine.Ziele und Bestrebungen", Br. Ex-Präs. Dr. Goldschmidt über „Theodor Herzl, eine Persönlichkeitebetrachtung", Br. Ex-Präs. Laqaeur Referat über Dr. Gross: Sozial-anthropologische Seite des Judentums, Br. Dr. Münz er über den jüdischen Staat und das jüdische Volk. Br. Finanz-Sekretär Goldschmidt über die Entwickelung der Loge im allgemeinen und ihre Finanzen im besonderen, Br. Ex-Präs. Urbach über den Bericht des Gross-Sekretärs der Grossloge für 11)04. Br. Walsch über die Quellen künstlerischer Wirkung. Das Komitee für geistige Interessen (Vors. Expräs. Dr. Goldschmidt) veranstaltete eine Reihe von öffentlichen Vorträgen für Brüder und ihre Angehörigen. Es sprachen : ür. Archivar Dr. Z i v i e r - Pless : „Die Juden in Russland". Prof. Dr. K a u f m a n n - Breslau : „Heinrich von Gagern und die deutsche Reichsverfassung1-. Dr. Hirschberg -Berlin : „Robert Schumann" (mit pianistischen und gesanglichen Erläuterungen). Br." Dr. Moses- Berlin : „Jüdischer Witz und Humor". Br. Präs. Dr. Blau- Frankfurtloge; „Unsere Frauen". r Neben der umfassenden Tätigkeit, welche die Loge in "3 7 Arbeits-Sitzungen entwickelte, müssen wir auch der erfolgreichen-und regen Bemühungen unseres Geselligkeits-Komitees gedenken, welches in geselligen Veranstaltungen, künstlerischen Darbietungen und heiteren Festen die Brüder und ihre Familien zu einen, und das Band der Eintracht und Brüderlichkeit fester zu gestalten versteht. Einen trüben Schatten wirft auf das abgelaufene Jahr der Verlust von 8 Brüdern, deren Tod wir betrauern müssen. Am 11. Febr. begingen wir die Trauerfeier für unseren verewigten Bruder Paul Brann, die Trauerrede hielt Br. Expräs. Laqueur. Am i. April hielten wir die Trauerloge für den verewigten Bruder Hermann Brann, die Trauerrede hielt Br. Dr. Staub. Am H. Mai fand die Trauerloge für Br. Krakauer statt, die Trauerrede hielt der Br. Pris. S. W. M e y e r. Am 20. Mai begingen wir die Trauerloge für Br. S. Werner, die Trauerrede hielt Br. Dr. Staub. Am Iß. Okt. als wir nach den Sommerferien unsere Arbeiten wieder aufnahmen, fand die Trauerloge für die BBr. Otto Kempner, Hirschmann, Altert Lewy statt. Am 7. Okt. hielten wir die Trauerloge für unseren ver« ewigten Br. Schatzmeister Nathan Kempner, die Trauerreden hielt der Präs. S. W. Meyer. Allen diesen verewigten Brüdern wahren wir ein dankbares Andenken, sie haben sich im Leben unter unseren Mitbürgern eine geachtete Stellung, und unter unseren Brüdern durch ihr Wohlwollen, ihre humanitären Bestrebungen und ihren Brudersinn Liebe und Anerkennung erworben. Besonders schmerzlich berührte uns der Verlust unseres braven Schatzmeisters N. Kempner, der seit 1900 Mitglied unseres Haus-Komitees, seit 1901 als Schatzmeister unserer Loge die grössten und treuesten Dienste geleistet hat, stets am Platze, es als seine Hauptptlicht betrachtete, durch weise Sparsamkeit die Finanzen der Loge so zu kräftigen, dass sie ihren idealen Aufgaben stete gerecht werden konnte. So liegt ein Schicksals- und arbeitsreiches Jahr hinter uns! Wir können wohl sagen, dass die lieben Brüder den Verhandlungen mit eifrigem Interesse folgten und durch Vorträge wie durch würdige Diskussion die Sitzungen interessant gestalteten. Unseren w. Schwesterlogen in Schlesien und Posen haben wir durch Entsendung von Delegierten zu ihren Stiftungsfesten unser warmes Interesse kundgegeben; uns selbst gereichte es zur grössten Freude und Ehre, dass wir im Laufe des Jahres 61 Gäste aus den verschiedensten Logen des Distrikte bei unseren Verhandlungen begrüssen konnten. Viktoria-Loge ia Görlitz. Seit unserem letzten Bericht haben wir eine grössere Spanne Zeit verstreichen lassen, nicht ohne Grund; wir glauben, dass es nicht vorteilhaft ist, die Monatsberichte mit Mitteilungen über jedes abgehaltene Fest u. s. w. zu füllen, auch lässt sich nach längerer Zeit ein objektives Bild der Logentätigkeit geben, wir berichten heut über einen Zeitraum von fast 2 Jahren. In dieser Zeit hat sich unser Logenleben in ruhigen Bahnen weiterentwickelt unter Führung des Br. Justizrat Dr. Höniger, im letzten Teimin des Br. Felix Brinitzer. Unsere Mitgliederzahl ist ganz unerheblich gewachsen, denn einen Zuwachs von 4 Br. steht der Verlust eines Br. durch Wegzug, von 2 durch den Tod gegenüber. Die Verstorbenen, Br. Apotheker L e w y, Mitbegründer der Vict.-Loge und ( Br. Moritz R u b i n s t e i n-Bunzlau waren wahre Brüder und solange es ihre Kräfte gestatteten, haben sie mit Eifer und Verständniss den Interessen des Ordens gedient. Der Trauer für erstgenannten Bruder gaben wir stimmungsvollen Ausdruck in einer feierlichen Trauerloge, an der die Leidtragenden teilnahmen, zur Beerdigung des Br. Rubinstein waren 11 Br. von hier nach Bunzlau geeilt, das Andenken an die Dahingeschiedenen wird in unserer Mitte nie erlöschen. Bei den eigenartigen Verhältnissen in der hiesigen Gemeinde ist es sehr schwer, für die Loge Nachwuchs heranzuziehen, an Bemühungen lassen wir es nicht fehlen, und haben wir zu diesem Zwecke jüngst einen Propaganda-Ausschuss eingesetzt, wir hoffen, dass es diesem doch gelingen wird, eine Anzahl geeigneter Kandidaten zu gewinnen. Das Interesse für die Logen-Aufgaben ist bei uns allezeit ein reges gewesen, dies beweist die Frequenz. der Sitzungen, welche durchschnittlich