Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 26 — in der Aufrechterhaltung des Nachhilfeunterrichts, über den wir früher berichtet haben. Allerdings sfnd es nur sehr wenige Damen, die sich der Sache annehmen, so dass es nur der überaus grossen Arbeitskraft und Arbeitslust der Vorsitzenden zu danken ist, dass diese Einrichtung, welche sich als sehr segensreich erweist, aufrecht erhalten werden kann. Den Kindern, die an dem Unterricht teilnehmen, wurde auch in diesem Jahre wieder eine Chanuka - Bescherung bereitet. Die Loge selbst hat sich in ihren Sitzungen mit allen Angelegenheiten eingehend beschäftigt, welche in dem Rahmen der Logentätigkeit liegen. Wir haben uns der Witwen und Waisen angenommen und den Hilfsbedürftigen, wie es unsere Pflicht ist, auch junge Leute gefördert, die an uns herantraten. Unsere Ferienkohmie hat auch in diesem Jahre gute Erfolge erzielt, über die ein besonderer Bericht erstattet "werden soll. Der Wunsch des verdienten Vorsitzenden unseres Ausschusses für die Ferienkolonie, ihr ein Kindererholungsheim anzugliedern, ist bisher nicht zu erfüllen gewesen, da unsere Loge allein die Sache nicht durchführen kann, und anderweit sich keine genügende Unterstützung rindet. Die Vorarbeiten zur Errichtung eines Jugendbundes Hessen uns erkennen, dass eine solche Einrichtung hier auf allerlei Schwierigkeiten stossen würde. Da ein direktes Bedürfnis für einen-1 Jugendbund noch nicht vorliegt und unsere Mittel zur Zeit durch andere Angelegenheiten außergewöhnlich stark in Anspruch genommen werden, so haben wir von der Errichtung eines Jugendbundes vorläufig abgesehen. Die Bestrebungen für die Zentralisierung des Arbeitsnachweises haben auch unser Interesse. Wennschon es bishei dank der besonderen Mühe einiger Brüder noch immer gelungen ist, Arbeitsuchenden Stellung zu verschaffen, so dürfte ein derartig organisierter Nachweis diese Arbeit doch wesentlich erleichtern. Eine Krankenschwester in Halle anzustellen, hat sich noch nicht als erforderlich gezeigt, nachdem diese Frage nach allen Richtungen beleuchtet worden ist Zu verschiedenen Festlichkeiten von Schwesterlogen haben wir Delegierte gesandt. Wie einer unserer Delegierten auf dem mitteldeutschen Logenverbandstage ausführte, wäre es wünschenswert, wenn solche Besuche aber nicht nur bei festlichen Gelegenheiten erfolgten, sondern auch zu den Sitzungen stattfänden, da durch öftere Aussprache mit auswärtigen Brüdern wohl manche Anregung gegeben werden würde. Bei den geringen Entfernungen der Verbandslogen untereinander dürften sich solche Besuche leicht ermöglichen lassen. Bei Schluss des Jahres zählt unsere Loge 60 Mitglieder. Wenn sich auch der Besuch unserer Sitzungen etwas gehoben hat, so ist doch nicht zu verkennen, — es wird uns übrigens nicht allein so gehen, — dass die regelmässigen Besucher immer dieselben sind: ausser den Beamten die ältesten Mitglieder, die zu den Gründern gehören, und ferner die neu eingetretenen Brüder, sowie einige wenige, welche ein ganz besonderes Interesse an humanitären Bestrebungen zeigen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich auch einige Damen an den Vortragsabenden in der Loge an den Diskussionen über die gehörten Vorträge beteiligten. Wir beabsichtigen die Einrichtung der Vorträge in geschlossener Loge — mit anschliessender Diskussion — mehr zu pflegen. Auch im neuen Jahre werden wir bestrebt sein, der Ordensidee neue Anhänger zu gewinneu und die Ziele und Zwecke des Orders in jeder Weise zu fördern. Möge uns dies gelingen. AUemania Loge, Stettin. Wenn wir einen längeren Zeitraum haben verstreichen lassen, ohne mit einem Berichte über unsere Tätigkeit an die Oeffentlichkeit zu treten, so ist dies hauptsächlich deshalb geschehen, weil das Leben in unserer Loge, als einer der ältesten unseres Distriktes, in ruhiger und festgefügter Weise sich abspielt, ohne dass ausserordentliche Ereignisse bemerkbar werden. ^>?.mit ist bereits gesagt, dass wir uns nicht in tiner Epoche des Stillstandes oder gar des Rückganges befinden: vielmehr beweist der sich dauernd steigernde Besuch unserer Sitzungen das rege Interesse der Brüder für alle inneren und äusseren Angelegenheiten unseres Ordens. Nur ein Punkt ist es, mit dem wir nicht ganz zufrieden sind, das ist das langsame Wachstum unserer Mitgliederzahl. Allein die Zahl der für uns in Stettin in Frage kommende Glaubensgenossen ist an sich nicht gross, und unter diesen Verhalten sich leider noch recht Viele den jüdisch-sozialen Interessen gegenüber recht passiv. Wenn erst der, namentlich in letzter Zeit, erfolgte Beitritt auch sonst hervorragender jüdischer Persönlichkeiten in anderen Städten zu unserem Orden mehr bekannt sein wird, hoffen wir auch davon für uns einen Erfolg. , Haben wir also, wie Eingangs erwähnt, allen Grund, mit dem Besuch in unseren Sitzungen zufrieden zu sein, — die Präsenzzifter von ca. 100 Stettiner Brüdern ist 40 bis 50, bei besonderen Gelegenheiten sogar bis 10,— so müssen wir dies nicht zum wenigsten unserem äusserst rührigen Komitee für die geistigen Interessen zuschreiben, das es verstanden hat, das Interesse der Brüder für allgemeine jüdische Fragen stets wach zu halten. Hauptsächlich geschieht dies durch regelmässige Berichte aus den jüdischen Wochen- und Monatsblättern, von denen wir sieben den verschiedensten Richtungen angehörige im Abonnement beziehen, und die dann im Lesezimmer nebst anderen modernen Journalen für die Brüder und ihre Angehörigen zur Benutzung ausliegen, und durch Vorträge, von denen wir im Jahre 1905/06 zum Teil vor Damen bisher folgende gehalten wurden: Am 11. 1. 05 Br. Gustav Lewy: Organisation der Auswanderung osteuropäischer Juden. 1."). 1. 05 Br. Dr. Vogelstein: Das jüdische Parlament unter Napoleon 1. Ii 2 05 Br. Dr. Landsberg:<f$onsul Simon, Hannover. <W Ml ■ n .>. 05 Br. Bukotfzer, Danzig: Die Kunst zu leben und als Jude zu leben. 12. 4. 05 Br. „Dr. Landsberg: Raphael Kosch. 3. 5. 05 Br. Wolfen: Eduard Lasker. 24. 5. 05 Br. Dr. Landsberg: Aus der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, 13. 05 Br. Dr. Landsberg: Der letzte Zionisten- Kongress. 18. 10. 05 Br. Dr. Mann: Die als Jubiläumsspende geplante Nervenheilanstalt.; 25: 10. 05 Br. Dr. Landsberg: Toynbeehallen, insbesondere die Berliner. 8. 11. 05 Br. Dr. Lewin: Hauptversammlung des Verbandes deutscher Juden.