Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- 23 — sie müsste sich aber aut eine kritische Besprechung der p r in z i p i e 11 e n Seite beschränken und jedes Eingehen auf Einzelheiten vermeiden. So würde jeder Loge und jedem Repräsentanten Gelegenheit geboten sein, auszusprechen, was er auf dem Herzen hat, ähnlich wie bei der Generaldebatte des Etats in den Parlamenten. Dass die Mannigfaltigkeit der Besprechungsgegenstände nicht eine Verwirrung der Debatte herbeiführt, dafür hätte die Handhabung der Geschäftsordnung ZU sorgen. Nach dieser Debatte, die schon für die meisten später zu behandelnden Fragen die wünschenswerte Klärung der Ansichten ergeben würde, müsste sich die Grossloge mit den neuen Anträgen beschäftigen. Dabei müssten von vornherein — vielleicht durch ein hierfür bestimmtes Komitee — alle Anträge ausgeschieden und dem Generalkomitee überwiesen werden, insoweit sie nicht ein Prinzip für die demnächstige Verwaltung aufstellen wollen, sondern Einzelheiten für die Ausführung enthalten. Nur Anträge auf Abänderung der Gesetze müssten hiervon ausgenommen sein, dafür aber für solche Anträge der Grundsatz gelten, dass sie erst nach Vorberatung im Generalkomite zur Debatte in der Grossloge gesellt werden dürfen. Nach dieser Durchsiebung wird die Zeit der Grossloge dann einer eingehenden Besprechung solcher Anträge zur Verfügung stehen, die wirklich allein in der Vollversammlung erörtert und erledigt werden können. Die vorstehende Skizze, die der Ergänzung noch bedürfen wird, soll nur einen Versuch darstellen, die Sitzung der Grossloge ihrer wahren Aufgabe zuzuführen. Für dieses erstrebenswerte Ziel werden sicherlich von anderer Seite noch bessere Wege gezeigt werden. Joachim.. Aus dem Bureau der Grossloge. Wie durch die Protokolle des geschäftsführenden Ausschusses dargetan, ist von pieser Körperschaft beschlossen worden, den bisher bei der Grossloge bestandenen Waisenhausfonds von ca. 15 000 Mark aus dem Grosslogenfonds auf 20 000 Mark zu erhöhen und diesen Fonds anlässlich der Silberhochzeit unseres Kaiserpaares zu einer „Kaiser Wilhelm- und Auguste Vi k t o r i a - S t i f t u n g" zu Gunsten der Waisen unserer verstorbenen Brüder umzuwandeln. Die Stiftungsurkunde hatte folgenden Wortlaut: Allerdurchlauchtigster Grossmächtigster Kaiser und König! Allergnädigster König und Herr! Allerdurchlauchtigste Kaiserin und Königin! Allergnädigste Kaiserin, Königin und Frau! Der Ehren- und: Freudentag, an welchem Euere Majestäten unter Gottes gütiger Fügung das Fest der Silbernen Hochzeit begehen, gibt uns freudigen und hochwillkommenen Anlass, an Euerer Majestäten Kaiserlichen und Königlichen Thron mit der ehrfurchtsvollen Bitte zu nahen, unsere innigsten, aufrichtigsten Segenswünsche huldreichst entgegennehmen zu wollen. Unser Orden Bnei-Briss, der sich die hohe Aufgabe gestellt, Israeliten zu vereinigen zur Erfüllung der höchsten und idealsten Güter der Menschheit; der die Mission auf sich genommen, die Not der Armen und Dürftigen zu lindern, blickt voll tiefer Verehrung und dankerfüllten Herzens zu Euerer Majestät geliebten Landesvater, dem Schirmherrn des Friedens, dem Förderer der Wohlfahrt des Reiches, zu Euerer Majestät geliebten Landesmutter, dem leuchtenden Vorbild warmherziger Liebestätigkeit und wahrhaft menschlichen Erbarmens. Zum ewigen, treuen Gedenken an Euerer Majestäten Freudentag hat der Orden zwanzjgtausend Mark für Waisen unserer Brüder gestiftet und diesem Fonds den Namen: Kaiser Wilhelm- und Kaiserin Auguste Viktoria-Stiftung beigelegt. Möge der Allmächtige , und Allgütige, der Euerer Majestäten glücklichen Ehebund mit seinem reichen Segen begleitet, auch fernerhin seine, schirmende Hand über Euere Majestäten und über das ganze erhebende Herrscherhaus breiten zum Wohle unseres teuren Vaterlandes. In tiefster Ehrfurcht und unverbrüchlicher Liebe und Treue Euerer Majestäten alleruntertänigst unterzeichnete Grossloge für Deutschland des Ordens B n e i B r i s s. Timendorfer, D. Wolff, Präsident. Sekretär. ' Diese l'rkunde, von dem Hofkaligraphen Peter Geh künstlerisch hergestellt, ist rechtzeitig dem Zivilkabinett des Kaisers zugestellt worden. Sie befand sich in einer getriebenen Lederrolle, die ein wahres Kunstwerk darstellte. Au dem oberen und unteren Ende der Rolle befanden 'sich die beiden Jahreszahlen 1881 und 1906, um die beiden Enden herum waren die Inschriften getrieben: „Heil unserm Kaiserpaar", und „Groäsloge für Deutschland VIII ü. O.B.B." In der Mitte der Rolle befand sich in Silber getrieben die Zahl „25", die anderen Flächen waren mit verschiedenen Emblemen geziert. Das Innere, mit gelber Moireantiiiueseide ausgestattet, war nur soweit offen gelassen', um die auf schwerem Pergament geschriebene Urkunde aufzunehmen. Die Urkunde selbst war an der linken Seite überragt von einer in Silber gehaltenen Kaiserkrone, von welcher ein Band in mattblauer Farbe nach unten auslief; auf diesem Untergrunde waren allegorische Darstellungen gezeichnet,. die auf die Stiftung selbst, auf den Orden und auf die Silberhochzeit Bezug hatten. Ein getreuer Abdruck des Logensiegels, in altdeutschem Stil gehalten, befand sich am Schlüsse der Urkunde mit den handschriftlichen Namenszügen der BBr. Timendorfer und D. Wölfl'. Das Ganze machte einen überaus würdigen Eindruck. Unser Grosspräsident Br. Timendorfer ha^ seine Privatwohnung nach der B a y r e u t h e r s tr. 43 verlegt, was wir hiermit unseren Brüdern zur Kenntnis bringen. Br. Timendorfer bittet indessen dringend, die für ihn bestimmten Briefe auch fernerhin nach seinem Bureau Oranienstr. 145/146 gelangen zu lassen, denn nur dann können die Briefschreiber auf eine prompte Erledigung ihrer Korrespondenz rechnen. Wir betonen das hier ganz besonders, weil bisher nur zu häufig Briefe an unseren Präsidenten verloren gegangen sind, die nach Mitteilungen der Brüder an seine Privatwohnung gerichtet waren. Von der Maimonides-Loge wird eine Richtigstellung unserer Mitteilung im Bericht vom Januar er. dahin gewünscht, dass die' neuen Logenräume der Maimonides-Loge sich nicht in der Karabinerstr., sondern in der K a r o 1 i n e n Strasse befinden.