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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-03-01 · Nr. 2 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 2 - März
Date
1906-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Friedrich- Loge Dr. Pinkuss. August Lameyft Dr. Staadecker. Dr. Jeselsobn. Märkische- Flörsheim. Julius Bien- •»•. S. Katzenstein. München- . * Beer, Dr. Fraenkel. F ranken- 7» Moritz Kohn. Carl Friedrich- Emil Weill Silesia- J. Frankel. Gabriel Riesser- Radt. Hohenzollern- Dr. Berger. Stuttgart- Dr. Ktoner, Dr. Gunzenhauser. Kaiser Friedrich- Nath. Abraham. Borussia- Dr. Freudenthal. Glückauff.-. Dr. Bonnin. Leipzig- Wilh. Frank. Saxonia- -?! Dr. Mosentbal. ' Breisgau- ' ■ "1 Ludwig Weil. Eintracht- Dr. Brasch. Düsseldorf- | •'* Dr. Freundlich. Gotha- Dr. Meyer. Starkenburg- Otto Wolff. Erfurt- Leop. Heilbrunn. Humboldt- ' » Dr. Kohn. Dalbergr» Dr. Marx. Bergische- WahL Mosel- Sgm. Loeb. Ostpreussische- 7» Jacobsohn. Saar- 1J Eug. Cahen. Maimonides- :t Oettinger. Herderj* W. M. Wolf, Micbael Sachs- 1" Dr. Steinhard. Julius Plotke- " 1 Dr. Rheinheimer. Toleranz- A.. Sgm. Cohn. Esra- Dr. Adler. Eduard Lasker-; i Julius Wagner v. d. Deutschen Reichs-Lg. Raphael Kosch- »• J. Schleyer v. d. Amicitia-Lg. Lothringen-!» Dr. Moses v. d. Aug. Lamey-Loge. Veritas- » Dr. Schlesinger v. d. Humanitas-Lg. Zur Grosslogen-Sitzung. Mehr als 20 Jahre besteht die Grossloge des achten Pistrikts: aus einem kleinen Kreise von Expräsidenten und Repräsentanten ist ein Parlament geworden, dem mehrere hundert Expräsidenten und fast hundert Repräsentanten angehören. War in den ersten Jahren die Möglichkeit gegeben, jeden einzelnen Repräsentanten über die Wünsche seiner Loge und bei jedem Gegenstande über seine Ansicht zu hören, so musste sich dies mit der zunehmenden Ausdehnung des Ordens sehr bald ändern. Die persönlichen Verhältnisse der Repräsentanten- und die Rücksicht auf den Kostenpunkt verbieten eine gar zu lange Dauer der Grosslogensitzung; in einem, höchstens in zwei Tagen muss die vorliegende Tagesordnung erledigt werden. Zur Anhörung oder gar Erörterung von Anregungen allgemeiner Natur, die etwa neben den Anträgen von einzelnen Repräsentanten zu machen wären, bleibt keine Zeit, und selbst die Anträge können, wenn sie nicht gerade an erster Stelle verhandelt werden, nicht die erforderliche allseitige und gründliche Erörterung finden. Hat der Antragsteller, bereits zur Kürze ermahnt, seinen Antrag begründet, so hat jeder Redner nur eine knappe Sprechzeit (10 Minuten, später 6 Minuten), die meistens zur gründlichen Behandlung nicht ausreicht; hat eine Anzahl von Rednern sich zum Worte gemeldet, so sorgt ein sehr bald gestellter und meistens bereitwilligst angenommener Schlussantrag für eine durchgreifende Abkürzung der Debatte. Die Folgen dieses summarischen Verfahrens zeigen sich dann in den Beschlüssen; so mancher Beschluss muss in Wiedererwägung gezogen werden; andere Beschlüsse sind in ihren Einzelheiten nicht ausgereift und unklar, ihre Ausführung schwer oder garnicht möglich; plötzliche und nicht genügend vorbereitete und besprochene Gesetzesänderungen übersehen den Zusammenhang mit anderen Gesetzesbestimmungen und sind deshalb undurchführbar. So ist zumeist für diejenigen Anträge noch am besten gesorgt, die wegen Zeitmangels dem Generalkomitee zur" Erledigung überwiesen werden; hier ist wenigstens eine gründliche Erörterung nach allen Seiten noch möglich. Dass es so nicht fortgehen kann, und dass die Mängel mit der Zunahme der Logen noch immer grösser werden müssen,ist nicht zweifelhaft.' Edenso unzweifelhaft ist, dass die Schuld an diesen Zuständen nicht die einzelnen Mitglieder der Grossloge trifft, sondern nur die Unzweckmässigkeit unserer Einrichtungen. Mit voller Ueberzeugung kann man sagen, dass in unserer Grossloge Arbeitsfreudigkeit, Tüchtigkeit und Intelligenz in hervorragendem Masse vorhanden ist; was aber fehlt, ist die Möglichkeit, diese Eigenschaften in vollem Masse für die Interessen des Ordens dienstbar zu machen. Die wertvolle Aussprache und Mitarbeit aller Repräsentanten an der Ausgestaltung unserer Institutionen muss unterbleiben, weil die Zeit der Grossloge durch Eingehen auf bedeutungslose Einzelheiten in Anspruch genommen wird, die sachgemäss in einer grossen Versammlung überhaupt nicht erledigt werden können. Und doch liegt der grosse Wert der Grosslogenversammlung sehr viel weniger in ihren Beschlüssen als darin, dass die Vertreter der verschiedensten Anschauungen, die Wortführer der nach lokalen Bedürfnissen und Verhältnissen sich bestimmenden Interessen zusammenkommen, um durch persönliche Aussprache sich gegenseitig zu befruchten und auszugleichen und diejenige Mittellinie zu finden, welche möglichst alle Interessen berücksichtigt, alle Glieder befriedigt und damit am besten den Interessen des grossen Ganzen dient. Nur wer hierin den Wert und die vornehmlichste Aufgabe der Grosslogenversammlung erblickt, wird die nicht unerheblichen Kosten einer Sitzung als eine frucht- und segenbringende Aufwendung ansehen können und es bedauerlich finden, dass die Zusammenkünfte nur in so grossen Zwischenräumen stattfinden. Zwingen uns aber die Umstände zu seltenen Tagungen der Grossloge, so ist es umso mehr erforderlich, mit dem bisherigen Verfahren zu brechen und die Verhandlungen der Grossloge auf dasjenige zu beschränken, was nach dem Geiste unserer Verfassung allein Aufgabe der Grossloge ist und sein darf. Die Vollversammlung der Grossloge ist dazu berufen, an der bisherigen Geschäftsführung Kontrolle zu üben und für die zukünftige Verwaltung Ton und Richtung anzugeben. Zweckmässig könnte sich die Kritik an die Berichte des Grosspräsidenten und des Generalkomitees anschliesscn;

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