Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1906
- Issue
- Nr. 2 - März
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 21 — Zum Antrag Dr. Colin (No. 12.) Die Fraternitas-Loge zu Dresden befindet sich in der niisslicken Lage, trotz eines nunmehr 21-jährigen Bestehens im ganzen nur üher 4 Expräsidenten zu verfügen. . Von diesen i Expräsidenten ist einer so sehr leidend, dass er sich der Loge fast garuicht mehr widmen kann; ein zweiter ist durch seine Tätigkeit so häufig von Dresden abwesend, dass auch er nur selten Ebjrenratsitzungen beiwohnen kann. So stehen uns also z. Z. nur zwei Expräsidenten zur Verfügucg voa denen der eine Präsident ist. Ein Blick in unser Logenadressbuch lehrt un«, dass eine ganze Anzahl von Logen sich in der ähnlichen Lage befindet, nur über 1 bis 3 Expräsidenten zu verfügen. Nun lehrt die Erfahrung, dass mancher Bruder ein recht guter Expräsident sein könnte, sich aber verhältnismässig wenig zu der repräsentativen Stellung eines Pjäsi* denten auf die Dauer eignet. Zieht man noch in Betracht, dass auch einmal ein Präsident durch Tod oder Krankheit oder irgeud welche Zufälligkeiten von seinem Amte scheiden muss, so ergibt sich das Dilemma, dass eine Neuwahl vor Ablauf eines vollen Termine» zwar die Wahl eines neuen Präsidenten ermöglicht, diesem aber nicht die Möglichkeit gibt, nach Ablauf des Geschäftsjahres Expräsident und unter Umständen Repräsentant für die örossloge zu werden. Aus allen diesen Gründen ergibt sich die Notwendigkeit im Bedarfsfalle einer Loge Befreiung von der sonst gültigen Regel gewähren zu müssen. Zum Antrag Dr. Cohn (No.13.) Zu den Stellungen eines Marschalles und eines Wächters werden von den meisten Logen jüngere Brüder gewählt, welche zwar dem jeweiligen Präsidenten geeignet erscheinen können, späterhin wichtige Beamtenposten einzunehmen, welche ihre Berufung aber doch nur dem Vertrauen einer Person, das ist des Präsidenten, nicht aber der gesamten Loge verdanken. In den Sitzungen des Ehrenrates handelt es sich aber zumeist um Dinge, die der Beurteilung älterer erfahrener Brüder unterliegen sollen, undes scheint darum nicht angebracht, diesen jüngsten Mitgliedern des Beamtenkörpers eine so einflussreiche Stellung im Ehrenrat zu gewähren. Seheiden diese beiden Beamten aber aus dem Ehrenrat aus, dann ergibt sich von selbst die Notwendigkeit, den Ehrenrat schon bei Anwesenheit von 5 Mitgliedern beschlussfähig zu machen. Aus diesen Gründen hat z. Z. die Fraternitas-Loge zu Dresden ihre neueren Nebengesetze schon in diesem Sinne abgefasst, und für sie die Genehmigung der hochw. Grossloge ei halten, sodass es eigentlich nur als Formsache erscheint wenn die hochw. Grossloge die Genehmigung der beantragten Aenderung für ihre „allgemeinen Gesetze" ausdrückt. Zum Antrag Bloch und Genossen (Nr. 14). Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass durch die Ausbreitung des Ordens und die Xeugründung zahlreicher Logen die Arbeitslast des geschäftsführenden Ausschusses erheblich gewachsen ist und die Anforderungen, welche an die Tätigkeit der Mitglieder dieses Ausschusses gestellt werden müssen, grössere geworden sind. Wir beantragen nun die Mitgliederzahl von fünf auf sieben Brüder zu erhöhen und erhoffen von der Annahme unseres Antrages zunächst eine Entlastung der einzelnen Brüder dieses Komitees. Die Beschlüsse, welche' der geschäftsführende Ausschuss zu fassen und die Massnahmen, welche er zu treffen hat, sind oft von grösster Wichtigkeit für den gesamten Orden; da aber scheint uns — bei aller Anerkennung der ausgezeichneten Tätigkeit der bisherigen Mitglieder des Ausschusses — die Gefahr nicht ausgeschlossen, dass einseitige Beschlüsse gefasst werden, wenn immer nur dieselben fünf Brüder die wichtigsten Angelegenheiten erletligen, dieselben Brüder fast alle wichtigen Referate erstatten und dadurch immer nur dieselben Anschauungen, dieselben Ansichten Im geschäftsf. Ausschuss zum Ausdruck kommen. Nicht unberücksichtigt soll auch bleiben, dass, wenn von den Brüdern des Ausschusses, welche sämtlich mitten im Berufsleben stehen,, der eine oder der'andere verhindert ist, die Sitzung zu besuchen, eine Beschlussfassnng oft unmöglich sein dürfte und dadurch eine Verzögerung in der Erledigung der Aufgaben des Komitees eintreten muss". Wir halten es aus allen diesen «Gründen für notwendig, die Mitgliederzihl des Ausschusses um .zwei Br. zu erhöhen und sind überzeugt, dass es den neugewählten Brüdern an Gelegenheit zur Auffrischung, zur Betätigung, zur Entfaltung einer segensreichen Wirksamkeit im geschäftsführenden Ausschuss gewiss nicht fehlen wird. Zu den Anträgen -No. 5 und 0 sind die Begründungen seitens der betr. Logen allen Logen bereits zugestellt wordeD, weshalb davon abgesehen werden kann, auch diese Begründungen hier noch Wiederzugeben. Repräsentanten zur Grossloge pro 1906 07. Deutsche Reichs- Loge: Ad. Mayer, Joachim, Alb. Bloch, Dr. Kyznitzky. Germania- ., Herrn. Blumenthal. Berthold Auerbach- ,. Louis * Kreslawsky, Moritz Meyer, Meinh. Borchardt, Max Meyer. Concordia- .. Reich, B. Guttmann.. Mamreh- ,. Zadig, Skaller. Allemania- ., . Moritz, Dr. Landsberg: Monte l'nre- „ Bergel, Lissa, Maximilian Stein. Humanitasy' ,, Brieger. { Lessing- „ Alb. Preiser, Dr. Gross, Dr. ~ Kempner, Kaiisch, Dr. Goldschmidt/ Caritas- ,. ' Dr. Eduard Schlesinger. Fraternitas- ,. Dr. Alfred Cohn. Mendelssohn- ,. Sperling. Amicilia- „ Peltesphn, Placzek. Egeri Krausskopf. Zion- ,• Heinemann, Frensdorf!. Westfalia- ,, Junkerroann. Friedens- ' ., Hans Hoeniger- Henry Jonas- ,, Gust. Tuch, Dr. Frank. Berend Lehmann- Sussmann. Frankfurt- ,. Leo Isaac, 'Lud. Rosenthal, Jos Wisloch, Raph. Ettlinger, Dr. Blau. Victoria- Dr. Höniger. Rheinland- „ Dr. Callmann, Hertz, Jonas. Unitas- ,. Joseph Levy. Sinai- '., Richard Gotthelft. Rhenus- ,, Dr. Loeb, Mayer-Ganz. Anhalt- Dr. Markus. Pommerania- „•-. S. Meyer. y Nass.au- ,, Dr, Seligsohn. '