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Bericht der Großloge für Deutschland · 1906-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1906
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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ihren Kindern nicht (rennen, auch Verwandte betätigen die gleiche Gesinnung, indem sie verwandte Kinder aufnehmen und so verbleibe denn zur Versorgung in Deutschland wohl nur ein Rest, den Br. Bef gel auf 50—70 Waisenkinder schätzt. Der Präsident konstatiert, dass, wenngleich die diesbezügliche Anfrage der Grossloge erst vor ganz^kurzem an unsere logen gelangt ist, doch schon ein Teil der letzteren sich in grossartiger Weise bereit erklärt hat1 zur Versorgung von russischen Waisen, resp. zur Bewilligung ansehnlicher Beiträge für diesen Zweck. Der Grosspräsident erkennt es dankbar an, welch grosse Opferwilligkeit unter unseren Logen und Brüdern zugunsten unserer russischen Glaubensgenossen vorwaltet. In der kurzen Debatte, die sich hieran anscbliesst. wird betont, dass wohl alle , unsere Lögen, wo dies nur irgend die Verhältnisse gestatten, russische Waisenkinder aufnehmen werden; bei einer Frage, wo die Herzen mitempfinden, werden die Logen und Brüder zu allen Zeiten freudigst mitwirken. Das Protokoll über die Konferenz in Frankfurt a./M. dürfte nach Mitteilung unserer Vertreter in etwa 14 Tagen eingehen, weshalb von einer Beschlussfassung in der Angelegenheit vorerst abgesehen, die weitere Behandlung derselben dem geschäftsführenden Ausschuss übertragen wird. Aas Zabrze (Oberschlesleo) ist eine Petition am Brteilaog eines Freibriefes für diesen Platz an die Grossloge gelangt; die Petition ist von 35 Petenten und 14 alten Brüdern unterzeichnet. Auf die Anfrage der Grgssloge an die Zabrze zunächst gelegenen Logen haben alle zustimmend geantwortet, und auch Br. G(oldstein empfiehlt die ErteiluDg des Freibriefes auf das angelegentlichste. Der Freibriet wird einstimmig bewilligt, und die weitere Erledigung der Angelegenheit dem geschäftsführenden Ausschuss übertragen. ' Zar Frage des Rituals hat Br. Dr. Maretzki ein Referat erstattet. * Dieses Referat bezieht sich auf das Ritual,. das von der Convention für die amerikanischen Logen geschaffen, und uns vom hochw. Exekütiv-Komitee zur Kenntnisnahme freundlichst überlassen worden ist, In der Debatte wird bemängelt, dass das Referat ohne das Ritual selbst zu kennen, gar nicht recht verstanden werden kann, worauf bemerkt wird, dass das Ritual in der Uebersetzung ca. 60 Schriftseiten umfasst, sowohl die Drucklegung, als auch ein Abzug im Umdruck verfahren hätte immerhin beträchtliche Kosten verursacht, die vermieden worden sind mit Rücksicht darauf, dass das Ritual für unsere Verhältnisse keineswegs verwendbar erscheint. Die Versammlung ist der übereinstimmenden Ansicht, dass von der Einführung des amerikanischen Rituals in unserm Distrikt abzusehen sei. Ein diesbezüglicher Antrag des Br. Dr. Maretzki wird angenommen, und soll bei etwaiger Schaffung eines neuen Rituals für unsern Distrikt das amerikanische Ritual als schätzbares Material berücksichtigt werden. Hierauf gelangt der Propagandaantrag des Br. Flörsheim zur Verhandlung- Dieser Antrag Jautet:' Die hochw. Grossloge setze in Berlin einen P r o p a - ganda-Ausschus8 von fünf Mitgliedern ein. Dieser Propaganda-Ausschuss teile das deutsche Ordensgebiet, soweit es noch nicht ganz von Logen besetzt ist, in Bezirke ein. In jedem dieser Bezirke bilden dann sämtliche Logen durch Abordnung von je eiuen oder zweier Brüder einen Provinz ial-Aussch n &s, der einen Vorort für die Geschäftsführung wählt. Dem Berliner Propaganda-Ausschusse liegt die oberste Leitung ob. Er überwacht die Arbeiten und trägt die Verantwortung für alle Schritte, die im Namen des IT. 0. B. B. nach aussen unternommen werden. Die eigentliche propagandistische Tätigkeit fällt den Provinzial-Ausschüssen. Sie müssen sich mit allen Verhältnissen an den nochoffenen Plätzen vertraut mache^ und deren Fortentwicklung verfolgen, müssen die massgebenden Persönlichkeiten ebenso wie die zusammengehenden Gesellschaftskreise kennen, lasten anlegen und zeitig darauf hinwirken, dass die nächste oder die geeignetste Loge dort Mitglieder erwirbt, dieden Boden vorbereiten helfen. Sie haben auch abzuwägen, inwieweit die Weigerung einer Loge einen Platz abzutreten, an dem sie eine Anzahl Mitglieder besitzt,, berechtigt ist, oder einem höheren Interesse nachzugeben hat, kurz: d i e P r o v inzi a) - A nss c h ü8se müssen in jeder Weise dafür sorgen, dass der rechte Augenblick zur Gewinnung eines Platzes nicht versäumt wird, ebenso aber auch, dass der ,Versuch dazu nicht eher geschieht, als bis der Erfolg gesichert erscheint. Ist sich ein Provinzial-Ausschuss schlüssig geworden, einen Vorstoss zu unternehmen, so hat er seinen Plan samt Liste und allen Einzelheiten dem Propaganda-Ausschusse in Berlin einzureichen, Der Propaganda-Ausschuss prüft die Unterlagen, zieht selbständig Erkundigungen ein und macht etwaige Bedenken geltend. Erst mit Seiner Zustimmung kann der Provinzial-Ausschuss an dem betr. Platze vorgehen. Er erlässt in diesem Falle namens sämtlicher Logen seines Bezirkes an Hand der geprüften Listen die Einladungen zu der üblichen Versammlung", für die er die geeigneten Redner bestellt, und beantragt bei erfolgreichem Verlauf die Bewilligung des Freibriefe«. Nachdem die hochw. Grossloge den Berliner Propaganda- Ausschuss gehört hat, beschliesst sie. darüber. Die Sorge für die würdige Ausgestaltung der Einweihungsfeier (Installation) liegt ebenfalls dem Provinzial- Ausschusse ob,-besonders aüch die Anleitung junger Logen bis sie vollständig eingearbeitet sind. Br. Flörsheim äussert sich ztt dieser Angelegenheit sehr eingehend. Wenn die Hauptaufgabe des Ordens in der Erziehung erblickt werde, dann sei die Vermehrung der Logen nicht nur ein Erfolg, sondern ein" Bedürfnis. Unstreitig habe der Orden vor etwa 7 Jahren in Deutsehland einen Aufschwung genommen, seit 2 Jahren aber habe die Weiterentwicklung nachgelassen was namentlich von der Grossloge empfunden werde. Redner geht alsdann darauf ein, zu untersuchen, worin diese Stockung ihre Begründung hat, und gelangt dabei zu dem Schlüsse,. dass, wenn auch die bestehenden Logen für diese selbst ihre Pflicht getan haben, doch nicht bestritten werden könne, dass auf dem Gebiet der äusseren Propaganda wenig geschehen sei. Br. Flörsheim beleuchtet darauf die bisherige Art der Propaganda für Errichtung neuer Logen, die so manchen Uebelstand im Gefolge

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