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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1905-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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— 119 — instituts, erhöht die Rentabilität and erweitert den Kreis der ' » Interessenten.. ' Zieht man endlich noch in Betracht, wie unverhältniss massig gross die Zahl der Irren unter ans Juden ist — sie übertrifft den prozentualen Anteil der christlichen Bevölkerung um das Dreifache! — so wird man zugeben, dass hier „ein ernster Notstand" vorliegt. Mit diesem Ausdruck bezeichnete Br. Rabb. Dr. Rosen ak schon am 21. März 1902 in einem Aufsatz der , Jüdischen Presse" den beklagenswerten Mangel einer jüdischen Irrenanstalt. Hiermit verglichen, dürfte der Maretzki sehe Vorschlag, so schätzenswert er an sich ist, an sozialer Be deutung lür uns kaum ins Gewicht fallen. Dem Fachmann möchte er nach Läge der Dinge fast wie eine Luxusforderung erscheinen! Der Nervenkranke oder, sagen wir, was in diesem Falle beinahe dasselbe ist, der Neivöse, ist auf die Unterbringung in ein Sanatorium nicht angewiesen; er kann auf mannigfache Weise durch häusliche Pflege, Kranken hausbehandlung oder Landaufenthalt Heilung finden; er kann niemals, wie der Geisteskranke zumeist, gegen seinen Willen in eine Anstalt verbracht werden und gar erst m eine, in der er gezwungen wird, seine religiösen Pflichten zu verletzen. Fern liegt es mir, vom ärztlichen Standpunkte aus die terapeutische Bedeutung der Nervenheilstätten zu leugnen Das im deutschen Publikum dafür erwachte Interesse ist er treulich; aber „eins schickt sich nicht für alle". Man ver gegenwärtige sich den Gang der allgemeinen Entwicklung: erst wurden Hunderte von Irrenanstalten in Deutschland gebaut und dann trat man an die Gründung von Nervenheilstätten heran. Meines Wissens giebt es bis heute in ganz Deutschland erst eine auf öffentliche Kosten erbaute (Rasenmühle bei Göttingen) und ferner nur eine, die der Wohltätigkeit ihren Ursprung verdankt (Haus Schönow in Zehlen dorf bei Berlin). Wir Juden aber sollten in umgekehrter Entwicklungsfolge erst für die Nervösen sorgen? Das wäre völlig unverständlich. Unsere Geisteskranken verdienen den Vorrang, weil sie in ihrer traurigen Hülflosigkeit am meisten auf den Beistand ihrer Nächsten angewiesen sind. Zum Schluss gestatte ich mir für die Sachverständigen- Kommission vorzuschlagen: Geh. Rath Sander, Direktor der städtischen Irrenanstalt Dalldorf, Privatdozent Prof. Hugo Iiiepmann -Pankow, Dr. Jeremias-Posen, der die Frage in der „Allgem. Zeitg. d. Judenthums" (1902, Nr. 22) behandelt und auf dem V. Zionistenkongress ein grundlegendes Referat über jüdische Sozialhygiene erstattet hat, und endlich Dr. Hoppe-Königsberg, den trefflichen Kenner jüdischer Rassenpathologie. Aus dem Bureau der Grossloge. Zwei unserer Logen haben ihre Logenräume verlegt, und zwar die Mosel-Loge za Trier nach der Brückenstr. 78, and die Jolius Bien-Loge In Eschwege nach Hotel „Berliner Hof" n., wovon die Logen und Brüder gefl. Vormerk nehmen wollen. Der Verein für Arbeitsnachweis, gegründet von den Berliner Bnei-Briss-Logen, hat im Monat November 244 Personen dauernde und 116 vorübergehende Beschäftigung verschafft. Die Ünltas-Loge in Strassburg richtet die Bitte an die Schwesterlogen, welche Mädchenheime ins Leben gerufen haben, ihr über deren Organisation Mitteilung zu machen.« Sie dankt hierfür schon im Voraus. Sowohl die Rhenus Loge inMainz als auch dieMalmonides- Loge in Nürnberg werden fortan mit Rücksicht auf die Verfolgung unserer Glaubensgenossen in Russland von der Begehung ihrer Stiftungsreste,. sowie von ihrer Vertretung bei Festlichkeiten der Schwesterlogen absehen, und die hieraus ersparten Summen für die verfolgten Glaubensgenossen verwenden. Hiervön den Logen und; Brüdern Kenntnis zu geben erachten wir uns: für verpflichtet, da doch wohl auch andere Logen den Standpunkt der Rhenus- und Maimonides- Loge teilen dürften. Aus dem Gedächtnisbuch der Grossloge. Seit unseren letzten. Angaben; haben wir den folgender Brüder zu beklagen: Es starben: -' . * Tod 76 77 78 79. Am 21. November 1905 Br. Max Hellmann, Mitglied der Franken-Loge, in Würzburg seit dem 2. Mai 1809, geb. den 8. Juli 1853 zu Heidingsfeld1. Am 26. November 19Ö5 Br Simon Herzbach, Mitglied der Rheinland-Loge in Köln seit dem 28. Februar 1896, geb., den 8. Januar 1851 zu Köln. Am 2. Dezember 4905 Br. Max Mayer, Mitglied der Frankfurt-Loge in Frankfurt a. M. seit dem 6. April 1896, geb. den 15. Mai 1959 zu Biebesheim. Am 27. November 1905. Br. Jolius Levl j«n., Mitglied der Stuttgart-Loge in Stuttgart seit dem 28. Februar 1904, 'geb. den 8. Dezember 1867 zu Stuttgart. 80. Am 1. Dezember 1905 Br, Expräsident Moritz Victor, Mitbegründer der Amicitia-Loge in Posen seit dem 1. November 1885, geb. den 3. Oktober 1831. Am 10. Dezember 1.905 Br. Albert Schames, Mitglied der Frankfurt-Loge . in Frankfurt a. M. seit dem 1:5. Februar 1890, geb. den 10. Januar 1859 zu Frankfurt &. M. '■ Am 9. Dezember 190") Br. Hngp Birnbaum, Mitglied der Berthold Auerbach-Loge in Berlin seit dem 13.: April 1896, geb. den 10. Oktober 1855 zu Berlin. Am 17. Dezember 1905 Br. Samuel Cohn, Mitglied der Montefiore-Loge. seit dem 26. Mai 1891, geb. den 6. Dezember 1839 in Falkenberg. Am 19. November 1905 Br. Julius Stlebel, Mitglied der Zion-Loge in Hannover seit dem 12. Oktober 1888, geb. den 25. Dezember 1859 in Hannover. Am 11. Dezember 1905 Br. Leopold Gompertz, Mitglied der Zion-Loge in Hannover seit dem 23. Mai 1895, geb. den 5. Juli 1844 in Rheinberg am Niederrhein. Am 25. Dezember 190a Br. Karl Kahn I, Mitglied der Frankfurt-Loge in Frankfurt a. M. seit dem 12. April 1888, geb, den 7. Dezember 1838 in Germersheim. Am 26. Dezember 1905 Expräs. Br. Gotthold Proskaner in Kreuzburg, Mitbegründer der Caritas-. Loge in Kempen-Posen — 26. April 1885 —, geb. 1842 in Kreuzburg. M 82 83. 84. 85 86. 87

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