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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1905-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Aus den Logen des VIII. Distrikts. Humanitas-Loge in Gleiwitz. Am Sonntag, den 5. November er. feierten wir das 21. Stiftungsfest, mit welchem die Einweihung "der'vollständig'renovierten und auf das eleganteste ausgestatteten Räume verbunden war. Um 8 Uhr Abends versammelten sich zur Festloge eine grosse Anzahl Brüder nebst deren Damen, der Delegierte der hochw. Grossloge, sowie die Delegierten der Lessing-Loge und der Oberschlesischen Logen. Die Feier " begann mit Gesang und Harmouiumspiel, ausgeführt von Br. Oberkantor Davidsohn. Anschliessend fand die Begrüssung durch unsern w. Präs. Br. Ritter statt. Br. Rabbiner Dr. Münz hielt die Festrede, in welcher er auf unsere neue Stätte der Arbeit hinweist, die für den Dienst der guten Sache bestimmt i<t, die aber auch nach der Arbeit'eine Stätte der Geselligkeit sein soll. In beredten Worten gedenkt er der Brüder, die die Loge gegründet und nicht mehr unter den Lebenden weilen. Bier auf giebt der w. Vicepräs. Br. Alb. Cohn den Geschäftsbericht, in welchem er u. a ausführt1: Im verflossenen Jahre habe sich besonders eine rege geistige Tätigkeit entfaltet; ausser auswärtigen Rednern haben unsere Brüder in grosser Anzahl Vorträge gehalten. Auf dem Gebiete der Wohltätigkeit habesich die Humanitas- Loge i:i hervorragender Weise, betätigt, z. B. wurden zur Chanuka Feier 36 arme Familien mit . Kohlen belacht und arme Kinder reichlich bekleidet. Am Schluss des Jahres zählte die Loge 95 Brüder. Es statteten nunmehr der Delegierte der hochw. Grossloge Exjir. Br. Lieb recht aus Ratibor, sowie die anderen Delegierten in wohlmeinenden und herzlichen Worten ihre Glückwünsche ab. Nachdem der w. Präsident seinen Dank für den zahlreichen Besuch abgestattet, fand die Festloge durch einen erhebenden Gesang des Br. Davidsohn seinen Abschluss. Nach Beendigung dieser offiziellen Feier b»gann das Festmahl, welches durch eine grosse Anzahl heiterer und ernster Reden gewürzt wurde. Den Scliluss des Festes bildete ein Ball, der die Festteilnebmer bis zum frühen Morgen in fröhlichster Stimmuiig beisammenhielt. Anhalt-Loge in Dessau. Das Jahr 1905 hat sich für unsere Loge gut angelassen und können die Brüder mit voller Befriedigung auf das Erreichte zurückblicken. Die Mitgliederzahl hat sich seit Anfang des Jahres um 7 Bruder erhöht. Ein Bruder von auswärts ist nach Berlin verzogen und wird sich voraussichtlich einer dortigen Loge anschliessen. Gegenwärtig zählt die Anhalt-Loge 40 Brüder, wovon 30 in Dessau und 10 auswärts wohnen. Der Wunsch, eine jüd. Krankenschwester hier stationiert zu sehen, ist dadurch hinfällig, weil die Baron Cohn-Oppenheim-Stiftung mit dem Berliner Verein ein Abkommen getroffen hat, dass auf event. telephon. Wunsch stets 2 Krankenschwestern zur Verfügung stehen. Seit mehreren Jahren entsendet die Anhalt-Loge unter gütiger Beihilfe des Kuratoriums der Baronin von Cohn. Oppenheim-Stiftung circa 14 bedürftige Kinder zur Erholung in die Ferien-Kolonie nach Bad-Wittekind bei Halle, es wird den Kindern dort ein vierwöchentlicher Aufenthalt gewährt und weisen die Kinder den besten Erfolg auf. Vorträge und Referate hielten die BBr. Rabbiner Dr. Freudenthal aus Danzig, Landes-Rabbiner Dr. Walter, Rechtsauwalt Dr. Cohn und Rechsanwalt Dr. Marcus aus unserer Loge. Rechtsanwalt Br. Dr. Cohn hielt anlässlich einer Einführung einen Vortrag über .Götz Kraft" und in einer der letzten Sitzungen ein Referat über die Frage, „Was geschieht von Seiten der Loge, wenn ein Bruder in raissliche Verhältnisse kommt." Rechtsanwalt Br. Dr. Marcus hielt mehrere Referate, namentlich über die Erziehungsanstalt in Ahlem und über die Begründung einer Jubiläumsstiftung zur Feier des 25 jährigen Bestehens des Ordens in Deutschland. Br. Dr. Marcus scbliesst sich in seinen Ausführungen den in einem der letzten Monatsberichte erörteten Maretzki'schen Vorschlag an. ' Die Loge trat ebenfalls für diesen Antrag ein. Anlässlich der Einführung einiger Kandidaten und zugleich zum 16. Stiftungsfest unserer Loge, hatten wir die. hohe Freude die Erpräs. BBr. Dr. Porges und Gemahlin von der Leipzig-Loge und Dr. 0 p p en h ei mer von der Germania-Loge bei uns zu begrüssen, ebenso auch zur Installierung der neuen Beamten Br. Expi äs. Dr, S e r n a u von der Germania-Loge in Vertretung der hochwür. Grossloge. Ferner wurde Br. Expräs. Dr. Markus als Delegierter zum 20. Stiftungsfest .der Fraternitas-Loge in Dresden gewählt. Wie schon seit mehreren Jahren, veranstaltete unser Vergnügungs-Comite im Sommer einen Waid-Ausflug mit Schwestern, Brüdern und Familien-Angehörigen und nahm dieses Vergnügen auch in diesem Jahre einen sehr befriedigten Verlauf. Anfang dieses Jahres wurden der hochwür. Grossloge von unserer Loge Mark 1000.— für die notleid. russ. Glaubensgenossen überwiesen, die hochwür. Grossloge erwiderte, dass zu allen Zeiten innerhalb der Logen stets das gleiche Bestreben vorwalten möge. Momentan zirkuliert wiederum eine Liste für die notleid. russ. Juden und hegen wir den Wunsch auch diesesmal eine grössere Summe zu' diesem edlen Zwecke zur Verfügung stellen zu können. Julius-^Bien - Loge Eschwege. Seit unserem zuletzt erstatteten Bericht ist wiederum ein längerer Zeitraum veiflwsen. Unsere Tätigkeit bewegte sich während derselben in ruhigen Bahnen, und Ereignisse von weittragender Bedeutung liegen auch bis zur heutigen Berichtsperiode nicht vor. Die Mitgliederzahl unserer Loge erhöhte sich nach Aufnahme von 3 Brüdern auf 28. Leider haben wir einen derselben, Br. Albert Dörnberg, nach nur kurzer Zugehörigkeit zu unserem OÄen durch den Tod zu beklagen, der ihn am 15. Oktober d. Js. p!ö zlich aus unserer Mitte gerissen. Wir werden ihm ein treues brüderliches Gedenken bis über das Grab hinaus bewahren. .Unsere Sitzungen, wie wir zu unserer Genugtuung gestehen dürfen, waren durchgehend gut und regelmässig besucht, denn unsere Brüder gehen eher allen sonstigen auf die Sitzungsabende fallenden Veranstaltungen aus dem Wege, als die Sitzungen zu versäumen, und trifft jene Klage bei vielen Schwesterlogen, dass das Interesse an den Sitzungen mit der Zeit erkaltet, bei unserer Loge erfieulicherweise nicht zu. Die Protokolle der Ausschuss-Sitzungen und des General- Comites der hochwür. Grossloge boten uns eine reiche Ausbeute zu lebhaften Diskussionen und Debatten, und nahmen naturgemäss einen breiten Raum in unseren Sitzungen ein. Wo es angebracht erschien, wurden die Brüder mit Erstattung von Referaten betraut, welche dann einen Meinungs-

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