Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1905-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ausgang 1903 ca. 950 Mark betrug, (in 1904 ist hier als Reserve-Fonds Mark 230 angeführt) und von der Ostpreussischen-Loge, dass ihr Reserve-Fonds 1903 Mark 200 betrug (in 1904 ist nichts eingetragen). Schon hieraus geht hervor, dass es etwas missliches hat, innere Verwaltungszweige der Logen miteinander vergleichen zu wollea; es sprechen da lokale und zufällige Ver hältnisse allzusehr mit, die selbst bei derselben Löge in den einzelnen Jahren grosse Abweichungen zeitigen können. So rangierte z. B. unsere Allemania in puncto Unterstützungen in 1902 an 22 Stelle, in 1903 mit Mark 6435 an 7., und hat dafür 1904 nur Mark 1880 verausgabt. Ich versage es mir daher auch dem Beispiel des Br. Dr. Schopp zu folgen, der Durchnitts- und Procentberechnungen für die Ausgaben in ihren einzelnen Conti angestellt hat. Das Bild, das die Entwicklang unseres Distriktes in den Jahren 1903 und 1904 zeigt, ist nach allen Richtungen ein zufriedenstellendes. Unsere Sammlungen. Für die russischen Glaubensgenossen sind uns die nach stehend aufgeführten Beträge zugeflossen,: Deutsche Reichs- Loge in Berlm Mk. 3 000.— Germaniai >> ii Halle ii 3 600.— Berthold Auerbach- » »i Berlin ii 4 000 — Concordiaii ii Kattowitz •»i 897.— Mamreh- 1» * ii Beuthen ti 200.- Aiemaniaii ii Stettin ii 3 500 - Moritefiore- ■ >i ,n BerÜn ii 3 000.- Humanitasi» ii Gleiwitz ii 456.— Lessing- M ii Breslau ii G 422 50 Caritas- II »i Kempen-Posen ii 1 220.— Mendelssohn- '1 ii Magdeburg ii 15250 Zion- 11 n Hannover . ii 5 385.— Westfalia- II ii Bielefeld ii 608.50 Unitasl|!• Strassburg i. E ii 5 0UO.— Pommerania- >» II Stargard i. Pom. n 10J.— Fnedrich- II II Heidelberg ii 100J.- München- 'V II München n 3 076 60 Franken- I» II Würzburg ii 200.— Silesia- »• II Liegnitz ii . mo.— Borussia- II II Danzig ii G01.— Glückauf- »» II Essen-Ruhr ,t 6oo:— Leipzig- II II Leipzig ii 2 890 — Saxonia- »1 tl Chemnitz ii .: 116.50 Breisgau- »• Y0 Fretburg i.B. ii 200. - Eintracht- II y l Coblenz n 260.- Gotba- »» II Gotha ii 1 400.- Bergische; ♦l II Elberfeld-Barmen •*' 560.— Ostpreussische- II II Osterode-Osfpr. j St. Johann "i ",' 148 - Saar- ' II II ii 10 000.— Maimonides- II II Nürnberg •i 3 225 - Julius Plotke- II Kaiserslautern ii 400 — Toleranz- II II Landsberg a. W. ii 396* 40 Eduard Lasker- II II Bromberg ii 500.- Lothringen- '»• n Metz ii 100.— Basel n II Basel ii 400.— Transport: Mk.- 67 275.- Transport Mk 67 Herrn. Majmon . . . . . , . . „ Leo Galland. . . . . . . . . .. Oscar Tietz ... ... . .. * . „ 1 Max Pasch . . . »' . »....„ Rechtsanwalt Wittner . \, .... . ,, Frau Gertrud David ..... •'; " Curt Alexander . . . . . . . . . . . „ G. H. Kursir. 38 .... . .. . Martin Kahn in Hamburg ... - .. . . „ Fiauenverein der Berliner Logen U., Ö. B. B. „ Von Justizrat Timendorfer, als Busse in einer Beleidigungs-Klage . . . . ... . . f. » Dr. Pinlcuss, Rabbiner in Heidelberg aus der Sammlung in den Gemeinden seines Bezirkes „ 1 Mk. 7U Hiervon haben wir an den Hil/sverem, der Deutschen Juden abgeführt 68 i ' Bestand Mit. 2 275.— 20.— 10.^ 000.— -100.— 5.—. 20 — 10.— 2,_ 5.— 300.— 200.— io.- 122 — 074.50 U47.50 Wie wir schon jeder einzelnen* Loge und Person für deren Zuwendungen, die in obiger Aufstellung enthalten sind, unsern Dank abgestattet haben, so. wollen wir auch hier noch einmal unsern Dank zum Ausdruck bringen, denn durch die gewährten Spenden haben die Logen und Brüder erneut bethätigt, wie ernst es ihnen ist mit der Erfüllung einer unserer vornehmsten Aufgaben, „den Verfolgten zu Hilfe zu kommen." So sehr erfreut wir auch über diese Thatsache sind, so giebt doch ein näheres Eingehen' auf die vorstehende Spendenliste Anlass zu Betrachtungen. Von unseren 65 Logen haben : nur 34 uns bei dem Hilfswerk für die russischen Glaubensgenossen Gefolgschaft geleistet. Von den fehlenden .31 Logen haben einige zu uriserm Aulruf sich gar nichf geäussert, die grosse Mehrzahl der fehlenden Logen aber erklärte, dass sie, zumeist in Folge unseres Aulrules, in Gemeinschaft mit anderen Institutionen eine allgemeine Sammlung, in ihren Gemeinden inszeniert naben; sie erachteten sich dessnalb für verpflichtet, das Ergebnis ihrer Sammlungen nicht ,uns, sondern anderen Sammelstellen arizufunren. Demgegenüber müssen wir betonen, was wir einzelnen Logen gegenüber bereits ausgeführt haben, dass wir einen solchen Standpunkt keineswegs für berecntigt halten. Würden alle unsere Logen, so gedacht und gehandelt haben, dann hätte. es nicht erst unseres s-pecielleh Aufrufes an die Logen bedurft. Anderseits hätte uns bei Unterlassung aber ganz berechtigter Weise vorgehalten werden können, dass wir gegenüber der Noth und dem Elende der russischen JudeA in Unihätigkeit verharren. Gewiss ist es gleichgültig, wenn überhaupt nur reichlich gespendet wird, wohin die Spenden abgeführt werden. Bei welcher Gelegenheit aber sonst könnten wir bezeugen, wie gross die Opferwilligkeit unserer Mitglieder ist! Es xwird zugegeben werden müssen, dass die Leistung des Ordens eine um so grössere Anerkennung findet, je grösser der Betrag ist, mit dem wir in die Erscheinung treten, und deshalb bedauern wir es aulrichtig, dassnur etwa die Hälfte urserer Logen sich diesen Standpunkt zu eigen gemacht," ihre Spenden uns zugeführt haben.