Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1905-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4864325-6028966-6074122--0948-4865109- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1904. Auch das sind sehr günstige Resultate: das Wachstum des Distrikts in 1904 wird nur vom Grnndungsjahre der Grossloge 1885 mit 520 übertroffen und lässl das nächstbeste Jahr 1888 mit 445 um ein betiächtliches hinter sieb. Der deutsche Distrikt ist also tüchtig vorwärts gekommen und zählt nunmehr (5217 + 412 -491=) 61-.0*) Brüder. Diese Zahl entspricht etwa 2% der männlichen Juden in Deutschland, oder wenn man auf die Jahrgänge^ die für den Beitritt zum Orden in Betracht kommen, etwa 40% der* männlichen Bevölkerung rechnet: Jeder zwanzigste erwachsene deutsche Jude ist Logenbruder. Sind das aber alle edeldenkenden Israeliten? Rechnet man nun von dem Gesamtzuwachs von 412 und 491 Brüdern die Mitglieder der im Berichtsjahre jleu gegründeten Logen mit 16G in 1903 und 175 in 1904 ab, so bleibt iür die alten Logen ein Wachstum um 246 und M6 Mitglieder: auch das sind Zahlen/die bisher nie erreicht worden sind (die nächsthohe Zahl ist 220 aus 1901); a.U<> auch die alten Log^n sind tüchtig vorwärts gekomme n. An diesem Wachstum sind diesmal erfreulicherweise ganz besonders die Logen der Reichshauptstadt beteiligt, in dieser Beziehung manches Jahr riel zu wünschen gelassen hatten; es traten nämlich bei in 1903 der Deutschen Rt-ichsl ge 22, der Berthold Auerbach-Loge 31 und der Montefiore-Loge 46, zusammen 99 und in 1904 sogar 30 + 57 + 32. zusammen 119, und es betrug der Reinzuwachs 7-t- 23 + 37=67 resp. 11 + 37 + 24 72. Mit der Zimahme um je 37 Mitglieder nimmt 1903 die Montefiore-, 1904 die Bert hold Auerbach-Loge die erste Stelle in dieser Beziehung ein. Es zeigten weiter eine starke Zunahme, in 1903 die Leipzig- (21), Frankfurt- (16), Lessing- (14), Saar- (13), Saxonia- (12), Bergische- (11) und die Ostpreussische Loge (10): ip/1904 die Henry-Jones- (29), Breisgau-(25). Düsseldorf-(17), Frankfurt-(15), Amicitia-. Gabriel Riesser-, Mailronides- (je 13), Borussia- (12) und die Stuttgait-Loge (11). Sonst hatten einen Zuwachs je 28 Logen: in K03 um zusammen 100, in 1904 um 126 Mitglieder; 9 liezw. /> haben ihren Mitgliederstand gewahrt, und 9 resp. 14 haben eine Einbusse von zusammen 28 bezw. 30 Brüder erlitten. Unsere Allemania hatte in 1903 einen Rüfkgang um 1, in 1904 eine Zunahme um 4 Mitglieder zu verzeichnen. Teilt man die Logen nach ihrem Alter in Gruppen von je 10, so erzielten die ältesten 10 (1882—April 1885 gegründet) im. Jahre 1904 eine Zunahme von 1752 auf 1843 um 91 Mitglieder (darunter sind die 3 Berliner und die Breslauer Loge), die zweite Gruppe (Mai 1885—Jan. 1888) zeigt ein Wachstum um 68 von 1062 auf 1130, die dritte (April 1888—März 1896!) um 21 von 949 auf 970, die vierte (März l|s96—Febr. 1900) um 48 von 739 auf 787, die fünfte (März 1900—Mai 1901) um 61 von 580 auf 641, und die sechste, nur 9 Logen umfassende Gruppe (Okt. 1901 - Juni 1903) um 27 von 547 auf 574. Dh-se Gruppierung nur nach dem Alter beweist ja nicht viel, man könnte da mehr *' Der Br. Groässekretär zählt 6121, hat aber bei Addition der Rubrik .Abgang ohne Karte" 61 statt 62 gezählt Auf einem ähnlichen Fehler muss es wohl beruhen, dass der Bericht pro 1902 mit 6214 schliefst, der pro 1908 dagegen mit 5217 beginnt. an eine Gruppierung nach''der geographischen Lage der Städte oder nach der Zahl der jüdischen Bevölkerung denken. Doch behalte ich mir das letztere für das Jahr I90ä unter Zugrundelegung" der Zahlen der neuen Volkszählung vor. Für Berlin, dessen 3 Logen Ende 1904 zusammen 887 Mitglieder zählten und am Volksaählungstage über 900 gezählt haben dürften, entspricht dies wiedie Gesamtzahl der Brüder in 1904 etwa 2°/• der rund 45000 betragenden Anzahl der männlichen Juden. Den grössten Mitgliederbestand, hatte in den beiden Berichtsjahren, wie seit vielen Jahren, wieder die Lessing- Loge in Breslau mit 398 resp. 403 Logenbrüdern; es f Igt als zweite nach wie vor die Frankfurt-Loge (359 resp. 3' 4); den 3. und 4. Platz haben miteinander getauscht die Deutsche Reichs- (302 und 313) und die Berthold Auerbach-Loge (298 und 335), den 5. und 6. die Rheinland- (223 und 231) und Montefiore-Loge (215 und 239); den 7. und 8. Platz die München- (171 und 179) und die Hern y-Jones-Loge (168 und 197). den 9. Platz hat die August-Lamey-Loge behalten (147 und 155). an die 10. Stelle ist wieder unsere Stettiner Allemania (128 und 132) gerückt. Im ganzen zählten von den 59 resp. 63 Logen 100 Mitglieder und mehr 16 in 1903 (gegen 15) und 17 in 1904. In jenem Jahre kam Stuttgart'hinzu (mit 100 und 111 Mitgliedern), in diesem Zion-Hannover mit (99 und) 107. Von ihnen zählt, wie bereits erwähnt, die Lessing-Loge in 1904 über 400 Brüder : 300—400 wiesen 3 Logen auf in 1903 feegen 2), indem zur Lessing- und Frankfurt-Loge die Deutsche Reichs-Loge trat, und 3 in 1904 durch Hinzukommen der Berthold-Auerbach-Loge. 200—3C0 zählten 3 resp 2, 100—200 also 10t resp. 11, an deren Spitze Ausgang 1904 die Henry Jones-Loge mit 197 Mitgliedern steht. Zwischen 50 und 100 Mitglieder hatten 29 resp. 31 und unter 50 zählten 26 resp 27 Logen, davon als die kleinste Loge nach wie vor die Julius Bien-Loge in Eschwege 26 resp. 27 Mitglieder. Das Gesamtvermögen entspricht wenigstens bei den grossen Logen etwa "der Mitgliederzahl; an der Spitze steht Breslau mit rund 126 resp. 134 Tausend Mark, auch die Frankfurt- und die Deutsche Reichs-Loge weisen ein Vermögen von über 100000 Mark auf, nämlich 101000 bezw. 110000 und (98 bezw.) 103000 Mark; mehr als 50000 Mark besitzen die Berthold Auerbach-, die Rheinland-, die Henry Jones- und die Montefiore-Loge; mit 41000 Mk. folgt als 8. unsere Allemania; flen kleinsten Bestand weist die Ostpreussische-Loge auf mit 113,60 Mark. Das Gesamtvermögen des Distrikts betrug, ohne die in der Verwaltung der Grossloge befindlichen ca. 120000 Mark, in 1903 rund 1 Million, in 1904 1200000 Mark. Mehr als die Hälfte hiervon betrug die Summe der Reservefonds aller Logen, nämlich 643000 Mark. Inbezug auf diesen Fonds scheint die Berichterstattung, falls Druck- und Rechenfehler ausgeschlossen sind, nicht ganz zuverlässig. In der Lessing-Loge betrug derselbe 1901 nur'43500 Mark, sprang dann in den tächsten 2 Jahren' auf 93000 bezw. 99600 und zählt, in den beiden Berichtsjahren wieder nur 49 bezw. 51000 Mark. Drei Logen hatten in 1903 gar keine Angaben darüber gemacht. Auf meine diesbezügliche Anfrage erfuhr ich von der Rheinland-Loge, dass sie nach ihren neuen Satzungen nur einen „Logenfonds", besitzt; von der Düsseldorf-Loge, dass ihr ,,Witwen- und Waisenfonds"