Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 8 - November
- Date
- 1905-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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— 104 — die Frage aufwerfen, ob der Orden sich in diesem Falle nicht auf die Scharfang eines sozialen Instituts konzentrieren solle, die vorwiegend den eigenen Ordenszugehorigen und deren Hinterbliebenen Hilfe zu leisten berufen wäre. Mit dieser Anregung wollen wir aber keineswegs - und wir verwahren uns nach den laut gewordenen Misive:ständnissen hiergegen nachdrücklichst — für einen engherzigen Order.segoismus in die Schranke . treten. Der Grundsatz ..Chari;y begins at ho.-ne : darf jedoch nicht allzu sehr vergessen und vernachlässig: werden. Dies zur. Aufklärung. Zur Organisation der Logenschwestern. Bericht des Fi Turnvereins der Lessingloge (Breslau). ■ , In No. 5 der Monatsberichte wurde des Wi.kens der Frauen Wido* unseres Ordens in ausgiebigster Weise Erwähnung get.m. — doch ist zu' unserem Befremden des Frauenvereins der Lessingloge nuJ seiner erfolgreichen Tnätig- Iten, in keiner Weise gedac ht worden, was sicherlich nur auf ein Ve>>eherr zurückzuführen i*t. Es dürfte daher wohl interessieren, auch aber unser Schatten und die Entwicklung unserer Thängkeit Näheies-zu Innen. ' Vor 1- Jahren aus kleiiit-u Anfängen hervorgegangen, Vermehrte .>ich alljährlich die Zahl der Schwestern in erfreutieher'Weise, gnd erfüllte» uus mit Genugthiiung konstatieren zu könne«, dass nunmehr unserem Verein circa 400 Frauen totgeboren. Der Vorstand, unter Vorsitz von Frau Sauitäts rar Dr. Hannes, besteht aus 12.Damen, welche sich mii aufopfernder Hingabe den einzelnen Funktionen der Vertinstliätigkeit uirteiziehen, als~~da >ind: Leitung des Kassenwesens und bekretrtuäta. Ehrenbezeugungen in Freud und Leid. Recherchen -and ■ Arrangement geselliger Zusammenkünfte. Durch die Einführung .musikalisch-deklamatorischer Vorträge, welche allvierzehutäg.g die Schwestern in gemüthlicher Weise vereinen und sich überaus grosser Beliebtheit erfreuen, wird das Interesse für, das wohlthätige Wirken gefördert, und ist t«fl zumeist dieser Veranstaltung zuzuschreiben, dass dor Verein zu iler gegenwärtigen Blüthe gela: qt ist. So hat .der Frauenverein der Lessiugloge im Jahre 1!»04 au> -eii.r-mrKassenbestande von 9845,78 Mk. fujp-Ferien- und .Stadtkolonir-n. incl. Beaufsichtigung, Bekleidung. Wohnung. Verpflegung und Reiseunkosten sowie fnr anderweitige Linterstützui:gi 4(»98,50 Mk. verausgabt. Die' Mitglieder zahlen regelmässige Beiträge, haben seit BesMien des Vereins aus 10 Paragraphen bestehende genaue Statute^ und befassen sieb, wie schon aus vorstehendem erhellt nächst allgemeiner Wohlfahrtspflege, hauptsächlich mit der Ausrüstung erwähnter Ferienkolonien. — Wie Alljährlich^ findet auch in diesem Winter zu Beginn der Saison eiue giossere Eröffnungsfeier statt, welche Fräulein Beutend — Pseudonym: Clara Baumbach — die Tochter einer Vorstandsschwester, inszeniert nnd kurze Zeit darauf eine Woiilthätigkeits-Soiree, worin u. a. Herr Konzertsänger Alfred Glass, der Sohn ebenfalls einer Vorstandsschwester, mitwirkt. Unsere Organisation hat sich, wie dargelegt, seit Bestehen glänzend bewährt und freut es uns im Interesse der Schwesternlogen, bahnbiechend für alle andern derartigen Veranstaltungen gewirkt zn haben Aus dem Jahresbericht der Schwesternloge der Amicitia-Loge in Posen pro 1904. In der am 8. November 1004 stattgehabten General- Versammla&g constituieite sich der Vorstand aufs Neue. Vorsitzende ist Frau Felicia Bremer, stellvertretende Vorsitzende, Frau Amalie Behr. Schrififnhierin Frau Martha Götz: die blxher bestandenen Oonnuiv-ionen zur Bearbeitung specieller Gebiete werden auch weiter beibehalten. L Die Kommission für Geselligkeit leitete ihre Thätigkeit mit. einem Coneert zum Besten der Chanukä-Feier ein, durch .die ^bereitwillige Mitwiikuug hervorragend begabter Dilettanten gestaltete sich der Abend sehr genussreich und brachte auch einen namhaften Erfolg. Dieser eisten Unterhalfnrig Meten rio.~h . mebrer«? andere. Eine ganz besonders gelungene Veranstaltung bildete die Chaäuka - Feier. Die Lehrerin Fräulein Jacoby hatte mit den beiähigtereu Mädchen des Nachbüfeunterrichts ein Theaterstück eingeübt, die jungen Schau-pielerinnen ernteten reichen Beifall. Nach der Aufführung erfolgte die Vet theilung der gespendeten Gaben; jedes Mädchen, 80 an der Zahl, erlnelt aussei kleinen nützlichen Gebrauchsgegenständen auch Stoff zu einem Kleide, diese Stoffe wurden von einem Mitgliede der Ami liia-Loge in hochherziger Wei^e geschenkt. Die Knaben. 20 an der Zahl, wurden durch Hahdwerkskästeu eifieut, die von einer Logenschwesler gespendet waren. Es folgte im Januar ein sehr gelungener Kamnieimu-tkauend, an Punm wurde ein Sommerfest anangiert, das sich eines grossen Beifalls erfreute. — Entsprechend geäusserten Wünschen, auch im Sommer die (ieselügkHt zu pflegen, wurde Rechnung getragen durch Gründung eines Tenuis-Olub.s, unu winde dieser Einrichtung ein so reges Interesse entgegengebracht, dass der Fortbestand derselben auch im nächsten Sommer gesichert erscheint. Diese. Enmchtung hatte den Eilolg eines zwanglosen Verkehrs der Brüder und Schwestern. : H. Die Amicitia-Loge stationierte in Posen zwei seitens der Grossloge ausgebildete Krankenschwestern und wenngleich diese Schwestern erst ein Jahr hindurch am hiesigen Orte thätig sind, so sind wir doch zu der Annahme berechtigt, da<s diese, Institution sich vollauf bewähren wird. Wir haoen auch die Wüijhneriuneu-r'rlege ^ns Auge gelässt, und eine geeignete Frau hierfür gewonnen, dieselbe war indessen genöthigt. in Folge von Krankheit den Lehrkursus zu unterbrechen, und wird erst später im Hebeammen-Lehrinstitut "ihre Ausbildung vollenden können. III. Die Commission für Ferien-Kolonieen erledigte ihre Aufgaben wie in den Vorjahren. 15 Kinder kamen nach Kolbeig, die Resultate waien befriedigend, die Gewichtszunahme betrug '/j, 1, 3, 4, 41/« und in einem Falle sogar 71/2 Plund. Es scheint jedoch, dass der Aufenthalt an der See nient immer den gewünschten Erfolg hat. weshalb wir, von mehreien Wohlthätigkeitsvereiueu uutersiutzi, ein Erholungsheim in Unterberg bei Posen für die Ferienkolonisteii errichtet haben. Die dort, erzielten Erfolge sind ungleich günstiger als die in Kolberg, denn in der kurzen Zeit von 4 Wochen hatten die Kinder durchschnittlich an Körpergewicht 4 Pfnnd zugenommen, ein Resultat, das hocherfreulich ist. Die Stadtkolonie bestand in diesem Sommer aus 30 Kindern. Unter der Leitung einer Lehrerin waren die Kinder an fünf Nachmittagen jeder Ferienwoche hn Freien, erhielten je Ys Liter Milch, belegtes Brot, und amüsierten sich mit Ge-