Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 8 - November
- Date
- 1905-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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fene Einrichtung vermieden worden sind. Aach gegen die Oeffentlichkeit unserer Berichte müsse sich das Red .-Com erklären. Demgegenüber wird von zwei Rednern die Anstellung eines bezahlten Redaktears gewünscht, weil ein solcher mehr Masse hätte als die Brüder des Red.-Com., and der deshalb, natürlich anter Aufsicht des Red.-Com., die Artikel für die Berichte und deren Beilagen besser zu redigieren vermöchte In der weiteren Dehatte wird die Aufnahme des Gross'schen Artikels bemängelt, von anderer Seite die Veröffentlichung desselben als vortheilhaft gehalten, und auch über die Stellung des Red.-Com. gegenüber der Grossloge gehen die Ansichten auseinander; desgleichen betreffend die Oeffentlichkeit resp. Verbreitung unserer Berichte auch ausserhalb der Logeukreise. Der Präs. constatiert, dass, wie aus der Debatte zu entnehmen sei, die Anstellung eines bezahlten Redakteurs nicht beliebt werde, das Red.-Com. möge jedoch mit auf den Weg nehmen, was in der Discussion betont resp. gewünscht worden ist. Für die O Öffentlichkeit und Verbreitung der Monatsberichte ausserhalb der Logenkreise hat sich die Majorität auch nicht erklärt; dennoch vertritt der Präs. die Ansicht, dass es dem Takt jedes einzelnen Bruders überlassen bleiben müsse, wenn er es für zweckmässig hält, unsere Berichte auch einmal Nicht-Mitgliedern zu überlassen. Dem wird zugestimmt. Zu dem Antrage des Br. Tuch, betreffend die Gewährung eines Beitrages der Grossloge an das Cotnite zur Bekämpfung des Mädchenhandels bezieht sich Br. Tuch auf die gedruckten Berichte, aus welchen hervorgeht, was das Comite geleistet habe, und wie er genöihigt gewesen sei, über die vorhandenen Mittel hinaus für die Zwecke des Comites einen Vorschuss zu leisten. Er bittet, ihm diesen Vorschuss zu ersetzen und auch einen erhöhten Beitrag an das Comite pro 1905/00 zu gewähren. Schliesslich betont Br. Tuch, welch grossen Nutzen das Comite durch seine Thätigkeit geschaffen und den jüdischen Namen dadurch Ehre gemacht habe. Der Correferent Br. Joachim weist darauf hin, wie das Comite seine Aufgaben stets erweitert, besonders auch auf Galizien erstreckt habe. Das wollte die Grossloge aber garnicht, denn für Galizien sei die Grossloge mit ihren Mitteln nach anderer Richtung hin thätig. Die eigentliche Autgabe des Comites sollte nach dem ursprünglichen Beschlüsse der Grossloge ausschliesslich auf die Bekämpfung des Mädchenhandels, soweit Juden dabei betheillgt sind, beschränkt bleiben, und was ist nun hieraus geworden? Die kostspieligsten Unternehmungen habe das Comite inszeniert. Man habe Sendbotin und Krankenpflegerinnen nach Galizien geschickt, und schildert Reduer des weitereu. wie nach erhaltenen Berichten die Sendbotin in Galizien wirkt. Natürlich resultieren aus solchen Experimenten stets Neuforderuugen und wir müssten nun endlich verlangen, dass das Comite bei seinen ursprünglichen Aufgaben verbleibt. Es dürfe nicht mehr ausgeben, als es einnimmt. Natürlich müsse schon aus Austaudsrüeksichten Br. Tuch der geleistete Vorschuss seitens der Grossloge erstattet werden, aber in keinem Falle s;ollte dem Comitö pro 1905/00 mehr als 2000 Mark gewährt werden. Des weiteren erörtert Br. Joachim die Frage, ob es nicht angängig sei, nun, nachdem das nationale Comite mit dem Sitze in Berlin besteht, auch unser Comite wie verschiedene andere Zweige dem National-Comite anzugliedern, mit einem angemessenen Jahresbeiträge. Br. Tuch stellt verschiedenes in den Ausführungen des Br. Joachim richtig, so besonders, dass die Grossloge stets von dem, was das Comite gethan und gewollt, namentlich durch die gedruckten Berichte informiert gewesen, jetzt könnten dem Comite keine Vorwürfe gemacht werden. Wenn das Comite seine Thätigkeit auch auf Galizien erstrecke, so gehe es von der gewiss richtigen Ansicht aus, dass dem Uebel an der Wurzel beigekommen werden müsse, wenn ein Erfolg erzielt werden soll, and Galizien. liefert fast ausschliesslich das Material für den Mädchenhandel, wobei Juden nach allen Richtungen hin thätig sind. Unter nochmaliger Darlegung der erzielten Erfolge seitens des Comites sowie der Leistungen der Sendbotin in Galizien ersucht Redner um Ersatz seiner bisher geleisteten Vorschüsse und um Bewilligung eines angemessenen Beitrages pro 1905/Ofi, was er zuzammen anf 4000 Mark ' beschränkt, während die Anträge des Br. Joachim 'etwa 3300 Mark vorsehen. Nach einer kurzen weiteren Debatte beschliesst die Versammlung, für, die Zwecke des Comites zur Bekämpfung des Mädchenhandels pro 1905/06 einschliesslich der von Br. Tuch geleisteten Vorschüsse insgesammt 4000 Mark.zu bewilligen. Ein weiterer Antrag des Bn Dr. Maretzki um Bewilligung eines Beitrages an das Nationale Comite als Reisezuschuss für eine nach Argentinien' zu entsendende Persönlichkeit im Interesse der Bekämpfung des Mädchenhandels wird dem geschäftsführenden Ausschuss zur Erledigung überwiesen. Mit Rücksicht auf die Vorversämmlung des Verbandes der Deutschen Juden, zu dessen Ausschuss auch eine Anzahl Mitglieder des General-Comites gehören, wird die Sitzung um 5Vi Uhr nachmittags geschlossen, und die noch unerledigten Punkte der heutigen Tagesordnung für die nächste Sitzung vertagt. Es sind das folgende Gegenstände: Anregung betreffend die Zuwahl von zwei weiteren Vicepräsidenten der Grossloge. Die Erhebungen in Hessen. I Gesuch Professoi Dr. Watburg um eiuen Beitrag von 3000 Mark für die in Jerusalem zu errichtende Kunstschule ..Bezalel*. ';?"v-': Das amerikanische Ritual; Bericht der Jugendschriftenkommission. Von Br. Dr. Elbogen. Die im Laufe des Sommers; 1901 gebildete Jugendschriftenkommission (bestehend aus den Brüdern Dr. Karpeles, Dr. Elbogen. Dr. Eschelbacher./Dr."Adler, Dr. Heineinann, Richard Kaufmann und Dr Spanier), trat jEude Oktober 1904 in Berlin zum ersten Male zusammen. Da der Termin, unmittelbar nich 'lern beginn des Winter- Semesters, sehr ungünstig :<gewählt War. war der BrsUch nur ein schwacher. Die Kommission begnügte Bich »lauini mit einer allgemeinen Aussprache, au <1ie sh-h positive Beschlüsse nicht auscülossen, und vertagte sich aut den 2. Januar 1(,K)5. Au diesem Datum -fand-'die zweite Sitzaug in den Logenräumeu iu Berlin statt. In beiden Sitzungen sowohl wie in der vorangegangene u Korrespondenz der Grossloge mit den einzelnen Kommissiousmitgliederh (vergl.