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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-11-01 · Nr. 8 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 8 - November
Date
1905-11-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 98 — senheit sogenannte Parade-Sitzuogen geboten werden, die einen Einblick iu die Verhältnisse gar nicht zulassen.' Wenn die Delegierten nicht unangemeldet in einer, gewöhnlichen Arbeitssitzung die Loge» besuchen, kann aus de« Besuchen auf einen Erfolg auch nicht gerechnet werden. Einige Delegierte hateu die Protokoilbücher vor dem Besuche eingesehen, andere hielten vor der Sitzung selbst eine Berathung mit dem Beamtenkörper ab, und so sehr auch derartige Einrichtungen geeignet sein mögen, den Delegierten einigen Anhalt zu bieten, so sei nach den eingrgangeneu Berichten ein wesentlicher Erfolg aus der Institution nicht erwachsen. Andere Berichte erweisen wiederum, wie wenig rathsam es sei, sogenannte Zwerglogen zu errichten, denn diese hätten gar keine Existenzberechtigung, wie das daraus hervorgehe, das»s man einer Loge einen Zuschuss habe leisten müssen, damit dieselbe die Beitiäge an die Grosslogejfür solche Mitglieder leisten konirte. die aus welchen Gründen auch immer ihren Beitrag zur eigenen Loge nicht gezahlt haben. Br. Joachim kommt auf seinen früheren Vorschlag zurück, statt der kleinen, nichtlebensfähigen Logen sogenannte ..Logeukränzcheu" ,zu errichten, wie solche lei. anderen. Orden dort bestehen, wo leistungsfähige Logen nicht errichtet werden können. Das Hauptgewicht unserer Bestrebungen müsse auf die Befestigung bestehender Logen gerichtet sein. Diesen Ausführungen des Referenten gegenüber werden mannigfache Einwendungen erhoben, besonders, dass gerade an kleinea Plätzen durch die Logen das jüdische Bewusstseiu geweckt und gefördert werde. Auch von der Anschauung der Logen, die in den Delegierten Autsichtsbeamten erblicken, halben einige Redner nichts wahrgenommen, namentlich wo sie sich beim Besuche der Logen als Helfer uud Berather geriert und erklärt haben, dass sie gekommen sind, um zu leinen uud ihre Wahrnehmungen audereu Logei/ zur Xacbachtung bekannt zu geben. . \ Ton anderer Seite wird betont, dass gar keine Veranlassung vorliege, so pessimistisch wie der Referent zu urtheilen, besonders wenn das Gen -Com. in der Lage wärei den kleinen Logen reichliche Unterstützungen auch auf geistigem Gebiete zu gewähren; die kleineu Logen autheben zu wollen, liege gar kein Aulass vor, die meisten derselben leisten im Verhältniss zu den grossen Logen reichlich das Ihiige. nur Wird' gewünscht, da-s eine straffere Disziplin in unserem Distrikt herrsche. Bei den Beamten wählen sei eine grosse Vorsicht erfordei lieh, wenn nicht Missstinimung und sonstiger Nachtheil entstehen soll; schon zum protokollierenden Sekretär sollte kein Bruder gewählt werden, den die Loge nicht auch bis zum Amte des Präsidenten aufsteigen zu lesseu bereit ist. Die Besuche in den Lo^eu sollten tortgesetzt werden, schon weil einer Anzahl Logen hiernit gedient ist; überdiess seien die Erfahrungen coefa gai nicht abgeschlossen, und es erscheine erlorder4ich, nicht nur von unseren Delegierten, sondern auch von den Logen, die taucht worden, Berichte einzufordern. Entsprechend den letzteren. Ausführungen äussert sich die überwiegende Melnheit der Versammlung, ein Beschhiss wird jedoch nicht gefasat, da kein bestimmter Antrag vorliegt. Es gelangt alsdann das Gesuch des Deutsch israelitischen Gemeiudebundes um Gewihruug von 1000 Mark für Religions- Unterrichtszwecke zur Debatte, die zu dt-m Beschlüsse fiihit. die Angelegenheit der Vollversammlung der Grossloge zur Entscheidung zu übet weisen. Zu den Nebengesetzen der Berend Lehmann-Loge, die von derselben umgearbeitet worden, hatte das Gesetzes-Comite einige Monita gezogen. Zwei Monita erklärte die Beren l Lehmaun-Loge nicht zustimmen zu können, wenn die bisherige Eintracht-unter den Mitgliedern gewahrt bleiben soll. Die Berend Lehmann-Loge glaubte umsomehr mit ihren Vorstellungen bei der Grossloge Gehör zu fiuden, als diese" beiden Bestimmungen auch in ihren bisherigen Xebeogesetzen enthalten gewesen, und sich ausserordentlich bewährt haben; dieselben jetzt aufzuheben oder abzuändern, würde eine grosse Beumuhigung unter ihren Mitgliedern herbeiführen. In diesem Sinne äussert sich der Referent Br. Bergel, und wird nach einer kurzen Debatte, an welcher sich auch der Votsitzende des Gesetzes-Coraites betheiligt, beschlossen, die fraglichen Bestimmungen in dem Gesetz der Berend Lehmann- Loge zu genehmigen, weil dieselben schon in ihren früheren Nebengesetzen enthalten waren. In "der Debatte wird jedoch anerkannt, dass der Standpunkt des Gesetzes-Cpmites bei Genehmigung neuer Gesetze ganz berechtigt sei. Ueber die Thätigkejit des Comites für jüdische Jugendliteratur erstattet der Vorsitzen le dieses Comites, Br. Dr. El bogen den an anderer Stelle abgedruckten Bericht. Derselbe wird von der Versammlung zur Keuntuiss genommen und dem Comite der Dank votiert. Zu dem Punkte der Tagesordnung Stellung des Redaktions-Comites entspinnt sich eine längere und sehr eingehende Debatte. Vir Et Öffnung der Letz ereil bemerkt der Piäsident, dass diese Angelegenheit durch die Beschwerden einiger Logen über den Abdruck des Dr. Gross'schen Artikels auf die Tagesordnung gekommen ist, dass jedoch nur ein bestimmter Vorschlag gemacht wurde, uud zwar die Einsetzung eines bezahlten Redakteurs. Wichtig für ihu sei es, dass über unsere Thätigkeit in der Aussenwelt nur wenig bekannt sei, und er möchte deshalb die Frage der Veiöftentlichungen aus und über den < »rden iiiit eiörtert sehen, damit wir mehr als bisher in die Erscheinung treten.' Die Mitglieder des Red.-Com. bezeichnen ihren Standpunkt, der dahin gehe, dass die Belichte der Grossloge resp. * die Beilagen zu denselben iu erster Reihe dem Austausch von Ansichten zu di-nen hätten, und es sei zu bedauern, dass auf den Gross'schen Artikel eiue Eutgegnung in angemessener Weise bi-her dem Red.-Com. nicht zugegangen ist. Diese Beilage habe einen wissenschaftlichen Cuarakter, und deshalb konnte der Gross'sche Artikel nicht abgelehnt werden, weil er nach Ansicht des Red.-Cjm. ein wissenschaftlicher sei. Der Verfasser eiörterte nur das Pro und Contra, ohne einen positiven Standpunkt einzunehmen oder einen Rathschlag zu geben, der etwa in judenfeiud ichem - Sinne ausgelegt wei den könnte. Die Mitglieder des Red-Com. erklären, gar nichts gegen die Anstellung eines bezahlten Redakteurs zu haben; es frage sich uur, was mau sich uuter einem bezahlten Redakteur eigentlich denkt, und was ein solcher wohl leisten könnte. Nichdem die Grossloge dem Rtd-Com. eine Selbstständigkeit gewährt habe, .könnte ein Redakteur doch auch nur im Sinne des R-d. Com. wirken, und was wohl wäre hierbei gewonnen-' Die Herstellung unserer Berichte wird geschildert und dabei nachzuweisen gesucht, dass ein besondrtvr R-daktetir höchstens Korrekturen lesen könnte, auf welchem Gebiet allerdings bisher manche Schnitzer vorgekommen, aber schon in den letzteu Berichten durch getrofi

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