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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-11-01 · Nr. 8 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 8 - November
Date
1905-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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bemittelte gegen mässige Vergütung. Aufnahme finden. Die Anstalt soll in einer centralen Lage errichtet werden.'* Br. Timendorfer berichtet dann weiter, dass 15 Logen bedingungslos für den Antrag Maretzki sich erklärt haben, mit gewissen Einschränkungen weitere 6 Logen; 2 Logen wurden dem Antrage Maretzki zustimmen, wenn derselbe einen nicht konfessionellen Standpunkt einnehmen würde. Eine Anstalt allein für judische Irre empfehlen zwei Logen, 0 Logen sind für die Errichtung eines Waisenhauses zur Aufnahme von Kindern verstorbener Brüder, oder einer sonstigen Institution zu Gunsten der Ordensmitglieder resp. deren Hinterbliebenen. Zwei Logen konnten sich noch nicht schlüssig werden, 14 Logen erklären sich dafür, zunächst einen Fonds zu schaffen und über die Verwendung desselben später zu beschliessen. Zwei Logen empfehlen den Antrag der Frankfurt-Loge, und schliesslich wünschen 3 Logen die Schaffung eines Fonds zur Stärkung bestehender sozialer Institutionen, wie Ahlem, Altersheime etc. 1 Dass sieb keine einzige Loge gegen die Errichtung eines Jubiläumsfonds geäussert hat, konstatiert Br. Timendorfer ganz besonders. Der Präs. schlägt vor, den Punkt „Anregung auf Enichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie" aus der Debatte vorerst auszuscheiden, da dieser Gegenstand später besonders behandelt werden wird. Wie nicht anders zu erwarten gewesen, bewegte sich die sehr eingehende und erschöpfende Diskussion in .den mannigfachen Bahnen, wie auch die vorstehend skizzierten Aeussernngen der Logen. Der Referent Br. Dr. Maretzki geht ausführlich auf das von ihm erstattete Keferat ein und gelangt zu dem Schlüsse, dass heute nur ein prinzipieller Standpunkt eingenommen werden sollte; noch sei die ganze Angelegenheit nicht genügend geklärt, besonders nach der Bichtung, ob dem Orden in Deutschland auch die Mittel zur Verfügung stehen werden, eine Institution, wie er sie beantragt habe, zu errichten und zu erhalten. Im Laufe der Debatte werden Wünsche und Ansichten geäussert, die sich mit den Erklärungen der einzelnen Logen decken. Während sich ein ansehnlicher Tueil der Anwesenden für die nun fast gleichlautenden Anträge des Br. Dr. Maretzki und der Frankfurt-Loge erkläit, bezweifeln andere die Möglichkeit der Durchführung dieser Anträge unter Darlegung der Schwierigkeiten, denen der Orden in Deutschland kaum gewachsen sein dürfte, besonders inbezug auf die materielle Seite der Frage. Ein Bruder bezeichnet es als die höchste Aufgabe der deutschen Juden, lür die irren Glaubensgenossen einzutreten; noch andere sind entgegen dieser Alusicht dafür, den jüdischen Nervenkranken iu eister Reihe beizustehen, um namentlich den Ernährern Von Familien die Möglichkeit der Wiedergenesuög zu schaffen. { Schliesslich wird ein Autrag des Br. Dr. Callmann fast einstimmig angenommen, der dabin geht, ein Comite einzusetzen, mit der Autgabe, die ganze Angelegenheit namentlich nach der finanziellen Seite eingehend zu prüfen, und dem General-Comite in seiner nächsten Sitzung vorzuschlagen, welche Institution anlässlich, des Jubiläums unseres Distrikts geschaffen werden soll, welche Kosteu damit verknüpft und wie dieselben aufzubringen wären. Gleichzeitig empfiehlt Br. Dr. Callmannn die Errichtung eineif Krüppelheims, wie das von seiner, der Rheinland-Loge,'dringend gewünscht werde, und bittet, dass das Comite auch diesen Vorschlag mit erwägen möchte. Zu Mitgliedern des Oomites werden die Brüder Dr." Maretzki,, Placzek, Bloch, Dr. Kuznitzky und Wisloch berufen. ' « Ueber Punkt 3 der . Tagesordnung, Anregung auf Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie, referiert Br. Bergel, uud beantragt derselbe "mit Rücksicht auf ähnliche Bestrebungen, die auf dem Nordwestdeutschen Logentage zum Ausdruck kamen,- dieser Anregung, die von einem Nichtbruder ausgegangen, keine JJplge zu geben, und wird demgenrass beschlössen. Bezüglich der Terrain* Offerte liegen verschiedene Gutachten vor. Sowohl diese, als auch: der Umstand, dass der Bruder, der die Offerte.gemacht sich an dieselbe kaum über den 29. Oktober hinaus zu binden bereit sein dürfte, übernimmt es der Grosspräs, mit dem betr. Br. die Angelegenheit des weiteren zu behandeln. Vor Eintritt in die Mittagspause wird beschlossen, die nächste Sitzung des General Cjmites um die Mitte des Januar, und die Sitzung der Grossloge pro 1906 in der zweiten Hälfte des Monats März nächsten Jahres stattfiaden zu lassen. Mit Rücksicht auf die überaus schwierig« Lage der Jaden In Rassland, zu deren Gunsten der Hilfsverein der Deutschen Juden und die Grossloge erneut einen Aufruf erlassen haben, besehliesst die Versammlung, aus unserem Russenfonds M.5090.— dem Hilfsverein der Deutschen Juden zu überweisen.; '! Der Punkt der Tagesordnung, Propaganda fflr Errichtung nener Logen, wird auf Ersuchen des hierzu bestellten Referenten Br. Flörsheim, der heute fehlt, für die nächste Sitzung vei tagt. Hieran -anknüpfend berichtet Br. Levy, dass die Borussia-Loge, auf Veranlassung der- Grossloge in Königsberg für die Errichtung einer Loge daselbst die geeigneten Schiitte unternommen habe, dass aber die Verhältnisse, die Br. Levy detailliert schildert, ' wenig" Aussichten für die' Erreichung dieses Zieles erötluen. Die„ Loge in Königsberg zu etablieren würde ein Leichtes sein, wenn man sich mit den weniger sozial hochstehenden Glaub snsgenossen daselbst begnügen wollte. In der sich hieran anschliessenden Debatte wird das allseits als nicht opportun erklärt, wenngleich nicht veikannt werden darf, dass auch au anderen Plätzen die beste GeseUschaftsschicht füreine neu zu gründende Loge nicht gewonnen werden korinte, dieselbe jetzt aber, wo sie den Werth und die Erfolge der. Loge zu beurtheilen Inder Lage sind, sich derselben doch ausehliesseh. Der Präs. nimmt Aulass zu der Mahnung, die Propaganda nicht zu vernachlässigen, und bittet die Mitglieder des General-Comites, nach dieser Richtung thätig zu sein, auch die Mitglieder der Logen hierfür zu interessieren. Zu dem Punkt Besuche der Logen referiert Br. Joachim. Er schildert, wie der Zweck dieser Institution ein doppelter gewesen: einmal den. Logenbesuch zu heben, dann aber auch über die etwaigen Mängel,: die in den Logen beobachtet worden, zu berichten.* .Qb diese, Zwecke bisher erreicht wurden, mag der Referent nicht eutspkeiden. Als besonderen Uebelstand bezeichnet er die in verschiedenen Logen vorherrschende Anschauung, als. oh/ die Delegierten Aufsichtsbeamte seien, dann aber auch, dass den Delegierten bei ihrer Anwev "

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