Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 6 - August
- Date
- 1905-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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der ganzen Welt jedenfalls einen denkwürdigen Namen be *itzt. Der Bedeutung scheint man sich denn auch in den deutschen Logen bewusst gewesen zu sein. Wurde doch in Jen vielen Gratulationsschreiben, die doch unabhängig von einander verfasst waren, einmüthig die Installation der Basel-Loge als etwas Besonderes betrachtet; kamen doch aus .einer grossen Anzahl Schwesterlogen von Nah und Fern Delegierte herbeigeeilt. Der hochwürdige Grosspfäs. Br Jusüzrath Timendorfer erschien persönlich, um in er klassischen Rede auf diese neueste Errungenschaft rdens hinzuweisen. Mit Spannung wurde von den Basler Brüdern diese Rede angehört, die einen Streit um den Namen der Loge zurallgemeinen Zufriedenheit schlichtete 'dergl. die Nr. 5 der diesjährigen Logenberichte.) Die Ein rächt in der Loge betonte der hochw. Grosspräsident, jene intracht, die die politischen Anschauungen der einzelnen Brüder unberührt lässt und doch keine Opfer des Intellektes fordert. Er sprach, vom Zusammenhang aller Juder. welchem atswesen sie auch angehören mögen, vom Judenelend und der Judenwar.derung und hob die Verdienste der Basler .■Judenschaft um die Hilfeleistung für die rumänischen Aus Wanderer hervor. Sodann schritt er zur feierlichen Installa i n und Einführung; Br. Dr. Kassewitz von der Breis gau-Loge verlas den Freibrief, laut welchem die Basel-Loge unter Schy'tz und Aufsicht der Grossloge für Deutschland gestellt .ist. Br. E p: äs. Dr. Jeselsohn von der -August Lamey Ijc . .: e den neuen Brüdern in eindrucksvollen Worten die Zeichen. Der Grosspräs, nahm darauf die Wahl des Üearr.ter.rathes selbst vor, der aus folgenden Brüdern besteht Präsident Br. Leon Wotmser. Kaufmann. Vice Präsident Bc .Siegfried Goldschmied Bankdirektor. '—Prot. Sekretair Br. S. B1 o c h - R o o s . Kaufmann. I-inar.z-Sekretair Br. Emil B o 11 a g . Kaufmann. Schatzmeister Br. Louis Stein, Kaulmann. Marschall Br. Isaac Dreyfus-Strauss. Bankier. Wächter Br. Eduard D u k a s . Bankier. Mentor Br." M. Ullmann. Privatier. E; wurden gereifte Männer gev ihlt. die sich der Tragweite der übernommenen - Pflichten vollständig bewusst sind und mit Eifer "den Lögengedanken vertreten werden. Nur. kam die grosse Zahl der Gratulanten an die Reihe, die herzliche Grüsse ausihrer Heimath überbrachten und wie huldvolle Feen herzliche Higenschaften und fruchtbare rhätigktit in schönen, wohlgesetzten Worten, ja sogar in gebur>d< r.er Rede der neuen;Loge wünschten. Mögen die Verhr-issungenin Erfüllung gehen. " ■ \ ■ Der gewählte Piäsident, Br. .Lcön'Wormser, nahm den Freibrief entgegen und dankte im Namen der Basler Brüder für denselben, sowie für die rege Antheilnahme an' der G eburtstagsfeier der Loge, einer Feier, die durch die Anwesenheit des hochwürdigen Grosspräs besonders ausgezeichnet sei. ■ ' Nach'Schluss der Sitzung fand eine von Basler Logenbrüdern üad deren Damen arrangierte Festvorstellung statt, aus der besonders die von Br, Victor Weyler verfasste Allegorie ^er die Aufgaben und die segensreiche Thätigkeit der Loge in der Schweiz als eine schöne Kunstleistung eines Dilettanten hervorgehoben zu werden verdient. An der Festtafel nahmen über 200 Personen theil; der obere Casinosaal bot dem Auge des Beschauers ein geradezu glänzendes Bild. Der hochwürdige Grosspräs, der den Ehrensitz einnahm, eröffnete mit launigen Worten über Basels Damen die Fülle der Tischreden. Br. Leon Wo r m s e r ergriff das Wort, um den Wunsch auszusprechen, dass die Basler -Brüder Pioniere sein mögen für die Ausbreitung des Logengedankens in der Schweiz, und stellte die Verbindung mit Frankreich und Italien als ein zu erstrebendes Ziel hin. Er dankte den in grosser Zahl erschienenen Freiburger Brüdern, in deren Loge bisher 20 Basler Brüder waren, und feierte die Freiburger als die eigentlichen Urheber der neuen Loge. Sein Hoch am Schluss galt dem hochw. Grosspräs. Justizrath Timendorfer, dem Vertreter des hochw. Exekutiv- Comivs und der Centraiorgane. Noch viele Ansprachen wurden gehalten, so von Er. B 1 o c h - R o o s , dem specieller Dank" für das geschmackvolle äussere Arrangement gebührt; seine Rede jedoch sowie diejenige von Br. Dr. K a s s e w i t z-Freiburg entgingen leider in Folge der Unruhe dem ,Öhr des Berichterstatters. Ueberhaupt nahm die Gemüthli.chkeit derart überhand, so dass auch ich selbst — ich will es offen bekennen — mich der Festesfreude hingab, daher für weitere Reden zu meinem jet2t aufrichtigen Bedauern taub blieb, und daher meinen Bericht, obschon er nicht volls ändig ist, schliessen muss. Deshalb mögen die vieler, die ich hier nicht ausdrücklich wegen ihrer trefflichen Leistungen erwähnte, mir nicht gram sein. Dr. Oscar Meyer, Basel. Wohlfahrtsbestrebungen der Logen. Der Kinderhort der Borussia-Loge zu Danzig. Füut Jahre sind vei flössen, seitdem in Danzig von der Borussia- Loge — bald nach ihrem eigenen Entstehen — ein Hort für jüdische Kinder errichtet worden -ist. Ist der veitiosseue Zeitraum auch nur kurz, so bietet dieses kleine Jubiläum doch immerhin Vei anlassung genug über die bisherigen Erfolge und Erfahrungen zu belichten, umsoinehr. als das stille Wiiken dieser Einrichtung durchaus noch nicht die ihm gebührende Würdigung in weiteren Kreisen unserer Glaubeiisgenossen gefunden zu haben scheint. Die leitende Idee bei der Gründung des Kinderhortes war:' armen und zurückgebliebenen jüdischen Kindern bei der Anfertigung ihrer häuslichen Arbeiten die erforderliche Nachhilfe und einen luhigen Aufenthaltsort zu gewähren, welches Beides ihnen iu der Häuslichkeit zu mangeln pflegt. Wir wandten uns damals zunächst an die Rektoren der hiesigen Volksschulen und baten um Namhaftmachung derjenigen jüdischen Kinder, welche nicht die durchschnittliche Befähigung besässen. Es wurden uns 10 Mädchen und 4 Knaben angegeben, und mit diesen wurde im Frühjahr 1900 der Kinderhort eröffnet. Als I nterrichtsraum war uns vom Magistrat bereitwilligst ein Schulzimmer in der Gemeindeschule an der grossen Mühle" zur Verfügung gestellt worden. Nun, dass es auch weiterhin in Danzig an Schülermaterial für einen solchen Hort nicht gebrach, hat sich in