Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 6 - August
- Date
- 1905-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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- 75 — macht die Befal leiten bald arbeitsunfähig, hat einen langsamen Verlauf und ieigt zur Wiederkehr. Was das sagen will, wenn ein Familienvater oder erwachsener Sohn, der tüchtig zum I 11! erhalt Monate lang der ein oft'enefc armen ode.r Ii der Familie beiträgt, durch Nervenleiden nfchts oder wenig verdiente, kann sich Jeder. Auge für die ökonomischen Zustände unserer ilbarmen Bevölkerung hat, bald genug über zeugen, wie ti<f schädigend solche Zustände für den Bestand der Familie sii beiführen. > Aus dem und Genesung: Gemeinde ist Bedürfnis?. Zi welche in der gleichen Gesichtspunkte sind Rekonvalescenten sjieime anzustreben. Das Krankenhaus unserer icht gross, genügt schon lange nicht mehr dem dem wird es noch belastet durch solche Kranke. Genesung begriffen sind, aber noch nicht genügend erstarkt sind, um ihre Arbeit aufnehmen zu können. Sie sind ein sdiwer zu tragender Ballast für ein Kranken haus, Werder sie zu früh entlassen, haben sie unter der Schwäche «u leiden, kommen spät oder gar nicht in den früheren Besitz ihrer Kräfte, zumal wenn sie ihrem Beruf nachgehen müssen. Sehr häufig wird durch ungenügende Pflege in der sehen Leiden lieh über 400 Krankheit ers( und Kräftigung Das lässt sie i schon vorband 1, wie' sie oftmals den gänzlichen Ruin her- RekonvalesCenz der Keim zu schwerem Chroni-?elegt. Das sind alles durch di,e Erfahrung sattsam bestäligte Tiiatsachen. Glücklicher Weise befindet sich in Lehnits durch hochheizige Schenkung eines Mrudeis und seiner Gemahlin ein solches Heim für Frauen, dtts jährschwachen Frauen und Mädchen, die durch höpft oiler im Beruf abgearbeitet sind, -Erholung mit gutem Erfolge gewährt. Möchte doch in unserer Gemeinde, die viele mit reichen Glücksgütern ge segnete Mitgli (der zählt, die auch ein warmes Herz tttc die •Armen und Mihseligen haben, bald ein Wohlthäter erstehen, der uns ein »o notwendiges und so segensreiches Heim schafft. — Man i wir 1 unsere Glaubei ich andere An* Theil schon ii gelegt habe behalte. -4- Einzelne Ausbaues, dei sich wundern, dass ich Lungenheilstätten für sgenossen nicht das Wort rede. Darüber habe chauungen als die landläufigen, die ich zum früheren Arbeiten der Monatsberichte niedermd die ich für einen späteren Aufsatz vorder bestehenden Einrichtungen bedürfen des Erweiterung ilirer Aufgaben. Ich denke zunächst an unseren Frauenverein, der die Hauspflege in die Hand genommen. Bis jetzt stellt er solche nur für Wöchnerinnen. Aber ebenso i nabweislich nöthig ist die Hausptlege in Krankheitsfällen, mindestens ebenso erforderlich und segenstiliend. leicht bewerkstelligen, da die < »rganisation u und gut arbeitet. Arbeitsnachweis muss erweitert werden, nicht Auch de: nur dass ein£ Abzweigung für bessere Stellen geschaffen werden muss Verband aller einen leichten man sollte aucli darauf Bedacht nehmen, einen bestehenden Arbeitsnachweise zu gründen, um Austausch, planmässige Versorgung und bessere Ausnutzung h übeizuführen Um nocl die erzieherische Aufgabe mit wenigen Worten zu streifen, sollte man endlich daran fcehen, Jünglinge zu vereinigen, sei is, dass man die bestehenden zu eiuem grossen Verein zusammenbringt oder neue gründet. Die Zusammenfassung der bestehenden Vereine durfte seine Schwierigkeit haben, da Niemand gerne "seine Selbstständigkeit aufgiebt. aber versuchen muss man es, die Tendenz dazu ist unleugbar vorhanden. Dadurch"w.äre die Möglichkeit' gegeben, in mehreren Stadttheilen Heime fürjunge Männer zu errichten, was für unsere Millionenstadt von' Wesentlichem V<nHit-il wäre. Man muss die Versammlungsorte den Mitgliedern leicht zugänglich machen.; Welch ein reiches Kehl i-' hier gegeben, für unseren Orden eine grosse Zahljunge!, intellegenter Kräfte zu erziehen. .Die Früchte sind reif \\\< .uns. sehen wir zu, dass sie uns auch wirklich zufallen Von ForfbildungsanstaUen für die verschiedenen Berufszweige, namentlich die kaufmännischen, will ti li vorerst noch nicht sprec hen, obgleich sie wichtig genug sind... vielleicht'; Hessen sich solche bei den JiOiglingvSVeieinen apschHesseii. •*"! .'• ■'.*.* ■ ' * 1 Die Idee des Eraehuugsbeirathes hat sich so grossartig bewährt, dass es sich erübrigt, noch ein Wort zu seiuei Empfehlung hinzuzufügen. 'Ich habe : aber die liegiündete Empfindung, dass unsere Glaubensgenossen noch viel zu wenig* Gebrauch davon machen. ' Ei'« ist" die "beste und schönste Ge- . legenlieit, jüdische Kinder dem .Handwerk zuzutiiliieii. In gelehrten und handeltreibenden Berufen ist die l'eberptoduktion zum Nachtheil der .Berufe, und Personen ungemein gn - Köuüte da nicht ein gut'geleiteter Erziehungsbeirath helfen Was die Frauenberufe ''betrifft, so ist das, was auf dein .Gebiete der Hauslialtungsschule; geschieht, uocli lauge Dich) ausreichend. Hier nüisstevnwn uiit-"grösserer-Energie einsetzen, um zahlreiche jüdische Dienstmädchen heranzubilden. Dafür müsste intensive Propaganda in den kleinen Städten gemacht werden, l'nd dämm ist^es unerlässlich. dass vie-f mehr Brüder in den* kleinen Stallten geworben werden. ]>,■.- für müssten die Logen .so.rgan.. \Ne.b,ei/ den Neugrfindungen von Logen muss unsere Propaganda irach dieser Richtung mehr leisten, eine Forderung,'-die ich seit Jahr und Tag vertrete. Bis) jetzt sind :\~oO. Städte .'betheiligt, die Zah! kannte verzehnfacht werden. .Aber -auch' die heutige Anzahl der Städte ist gewiss seh/tnbeträchtliche «unsere Brüder in ihnen müssten für die Anwerbung von Dienstmädchen gewoiwieii und interessiert werden. Das •ka.uu. auch schon viel nütz-n, Diese Auslassungen richten sich wohl zumeist an die Berliner Brüder und haben Berliner Verhältnisse im Auge, sie gelten aber auch.'mit unverminderter Bewei.-krait für alle Logen, und Manches, ja Vieles könnte \e nach den örtlichen Verhältnissen, und Bedürfnissen in alleil Logen-auigenommen werden. Mehrere, grosse Logen haben bereits gute und schöne Einrichtungen, und auch ili allen anderen; jsf man social rührig. Es sojl kein Vorwurf sein, wenn ich sage, es könnte noch mehr gescheiten^; es soll vielmehr eine w/ohl wollende Mahnung, ein auregeuder Aufrut sein. ÜBser jJrden muss social wirken, soll er seinen heiligen Beruf erfüllen, Unsere nichtjüdischen Mitbürger haben darin einen Vorsprang erlangt; wir wollen und dürfen nicht nachliiukeu. sondern mit grosser Freudigkeit und Freigiebigkeit. uns ihnen aucli datin als ebenbürtig erweisenr ' ' \ Nun ist es erfreulich, dass sich iii Berlin ein sociales Comite der drei Logen gebildet hat, das am 21. Mai zur ersten Sitzung* zusammengetreten ist. Hier kamen alle oben erwählten Dinge zur Sprache. Da Hie Berthold Auerbach'! Loge damals noch nicht gewählt hatte, übernahm Br. Dr. Maretzki den ihm -angetragenen Vorsitz provisorisch