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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-06-01 · Nr. 5 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 5 - Juni
Date
1905-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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— 09 oder dritte Loge in der Schweiz sich den Namen Makka (bäer-Loge wird beilegen wollen, so glaube ich schon jetzt die Gewähr dafür übernehmen zu können, dass dieser Name anstandslos bewilligt werden wird. Aber es handelt sich um die erste Loge in einem neuen Laftde und für die erste Loge in der Schweiz, speziell in Basel, in derjenigen Stadt welche in jüngster Zeit namentlich durch die Zionisten Congresse bekannt geworden, musste ein Name vermieden werden, der auch nur entfernt den Gedanken aufkommen lassen konnte, dass die Logen in der Schweiz r.ach einer anderen Richtung gravitieren, als die Logen in den übrigen Ländern. Das war sicherlich zu befürchten bei dem Namen Herzl-Loge, den Sie zuerst für sich in Anspruch nahmen Denn bei aller Verehrung für diesen edlen und grossen Juden — und ich darf wohl daran erinnern, dass die Loge zu Hamburg in ihrem Gebäude bei einem Fenster dem Bilde Moses, „des Befreiers der Juden ', die Maske Herzls geliehen hat — muss doch festgestellt werden, dass der Name ..Herzl' und -i.Zionismus'' identisch ist. Nachdem Sie nunmehr den Namen Makkabäer-Loge1 für sich gewünscht haben, da musste der geschäftsführende Ausschuss daran denken, da^s auch die Makkat?äer wegen der Wiedergewinnung des heiligen Landes von den Zionisten ganz besonders als ihr Vorbild für sich in Anspruch/genommen werden. "Wodurch aber, meine Herren, hat der. U. O. B. B seine jetzige Grösse erlangt? Lediglich dadurch, dass wn bei uns alles das gehütet und gepflegt haben, was die Juden vereint und alles vermieden und von unseren Arbeiten aus geschlossen haben, was sie zu trennen geeignet ist. Und als ich vor einigen Wochen in das Amt eines Mitgliedes des Vorstandes der jüdischen Gemeinde eingeführt worden bin. da betonte der Vorsteher der Repräsentantenversamm lung, wie grade die Bedeutung des U. O. B. B. besonders darin liege, dass bei den Tendenzen desselben zu gemein schaftlicher Arbeit Raum für alle Juden vorhanden sei. Wir nehmen jeden edeldenkenden Israeliten bei uns auf, jede Schattierung religiöser Ueberzeugung findet Raum in unserem Orden, und um diese Toleranz zu erhalten, sind alle Fragen, die eine Parteistellung beanspruchen oder bedingen, ein für alle Mal in unseren Debatten ausgeschlossen, werden alle Bestrebungen vermieden, die darauf hinzielen, einer bestimmten religiösen Richtung innerhalb des Judenthums das Uebergewicht zu verschaffen. Und weil auch der Zionismus heut zu Tage noch eine Frage bedeutet, über die die Juden in ihrer Allgemeinheit noch nicht eines Sinnes sind, weil vielmehr die Ansichten, ob die Juden sich dem Zionismus anschliessen sollen oder nicht, noch weit auseinandergehen und die Entscheidung dieser Frage innerhalb des Ordens überaus geeignet wäre, Zerwürfnisse-unter denMitgliedern hervorzurufen, somusstedieSpitzedes Ordens lediglich im Interesse der heut zu installierenden Loge einen Namen vermeiden, der auch nur entfernt die Ansicht aufkommen lassen - konnte, als ob die erste Loge in der Schweiz sich in den besonderen Dienst dieser neuen Bewegung innerhalb des Judenthums stellen wollte. Irgend eine Stellungnahme für oder wider den Zionismus lag dem geschäftsführenden Ausschuss völlig fern, um so ferner, als er ja wiederholt zu betonen Gelegenheit hatte, dass er die Frage, ob die Juden sich dem Zionismus anschhessen sollen oder nicht, überhaupt aus den Debatten innerhalb der Logen ausgeschlossen-haben will.;.. Um den Lögen in der Schweiz die Sympathie aller Logenmitglieder in der Welt zuzuführen, musste ein Name vermieden werden, der 'vielleicht ein Programm bedeuten könnte, mit dem sich nicht ausnahmslos der gesummte Orden einverstanden erklären könnte. Grade die Spitz > des Ordens wollte, dass auch die Logen in der Schweiz zeigen sollen, dass sie lediglich und ausschliesslich sich den Bestrebungen der übrigen Logen anschliessen wollen, die darauf hinzielen, das geistige, sittliche und soziale Niveau' ihrer fGlaubensgenossen zu heben. Und diese Bestrebungen, feie umfassen ein überaus grosses und weites Feld der Betätigung, wie ich später mir auszuführenerlauben werde. Ob die Auffassung des geschäftsführenden Ausschusses zutrelfend ist oder nicht, ist eine untergeordnete Fr ige gegenüber dem offensichtlichen Bestrebenrdes Ausschusses etwa» Gutes bezweckt haben zu wollen, jund wir hoffen und wünschen nunmehr, dass jede- Misssti^nmung bei Ihnen i-erschwunden sein und die Angelegenheit mit diesen meinen Erklärungen ihre Erledigung gefunderf.hijfceft wird." Aus den Logen des VIII. Distrikts. Frankfurt-Loge. Es fallt" schwer, sich i er Superlative zu enthalten bei der Schildeiuug der ".Schiller-Feier, die am 1. Mai unsere Loge iA£ G emeinsamkeit mil der Frauen- Vereinigniig abhielt. Lauge vor JJegiuu ftllte eine fast tausendköpiige 'Zuhörerschaft ansere sammtlich mit einer Audacht uud Aufmerksamkeit'folgten m Räume und lie Anwesenden ebenso dem gl o: sen Genius die iteu als sich in gleicher Weise len Darbietungen, dass sie schönste Huldigung darbräc selbst ehrten. Mit eiuem! Harmonium-Vorspiel wurde die Gattiii unseres rief und warm Feier eingeleitet, unter dessen'Klängen die Br. Dr. Höxter einen (selbstverfassten, empfundenen Prolog sprach. „--So sind auch'-'.festlich. heute wir erschienen; Denn wir, die Loge, dürfen wohl mit Recht „Auch unser ist er!" von dem Hohen sagen; Wie niauches seiner Worte schlicht unc echt,! Ist ja in unsere Herzen eingetragen. „Wir wollen sein ein einig' Volk von Erüdern. In keiner Notli uns treuneji und Gelah : Dies Wort als'Motto,'Ziel und Wege Weisend, Es leuchtet vor der Loge licht und kh.r. Hier ward bethätiget der Brudersinn; Die Bruderhand erfafct der sehwer Be h uckte, ..Hier lebt ein anders-denkendes Gescl lecht'\ D"ch nicht vergisst den Armen der B jglückte. Wahre Freiheit, wie auch wir sie ((vollen Hier in unserer Loge edlem Bund Thut in Wohlthun, Bruderliebe, Eintracht Streben nach dem Ideal sich kund. „Einig, einig", wie er *uns befohlen, Einig wollen wir zusammenstehen; Menscheurecht und -liebe waltea lasse u, Freudig streben nach des Lebens Hol eu. Uud wenu's uns gelang, die Menschheit fordern Nur ein Stücklein auf-dem steilen Pfad, . Daun erstellt das.hehrste Monument ihm, Daun reift Schillers' ausgestreute' Saa:.'1

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