Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 5 - Juni
- Date
- 1905-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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67 — nur von der Spezialisierung der Wohlthatigkeit einen Erfolg; so beschränkt sich Berlin nur auf die Pflege armer jüdischer Wöchnerinnnen und drückt das schon in seiner Benennung aus, der Schwesternbund der Loge zu Halle bezeichnet Nachhülfe Unterricht und Arbeitsstunden für schlecht beaufsichtigte Kinder als sein alleiniges Arbeitsfeld, , die Frauenloge, in Kempen will in erster Linie armen jüdischen Mädchen bei Erreichung eines Berufes behülflich seiu. 3 r Diese erste Gruppe der geschlossenen Vereinigungen hat genaue Statuten und Geschäftsordnungen, zahlen regelmässige Beiträge und halten wöchentlich oder auch in grösseren Zwischenräumen Sitzungen ab, gewöhnlich au den Logen sitzungstagen in einem besonderen Nebenraum des' Logenlokales. Theilweise handelt 'es sich um wirkliche Arbeits- Sitzungen ähnlich den unsrigen, theilweise um Vortragsabende; theilweise auch nur um gesellige l'uterhaltuugen, Katlee kränzchen mit musikalischen und deklamatorischen Vorträgen, Veranstaltungen, bei denen oft das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden wird, dadurch, dass Bekleiduugsgegeustände 'zu wohlthätigen Zwecken angefertigt werden. S< erstreben diese Frauenlogen nicht nur Bethätigung nach aussen hin, sondern auch Wirkungen auf die Schwestern selbst; manche Zuschriften betonen besonders nachdrücklich den Werth der persönlichen Arbeit im Dienst der sozialen Frage und heben hervor, wie gemeinsame Arbeit die sozialen Gegensätze am ehesten zu überbrücken vermöchte, Gegensitze, die gemeinhin bei Frauen schärfer hervorzutreten pflegen als bei den entsprechenden Männern. Eine Loge schreibt, dass eben diese gemeinsame Atbeit im Dienste der Wohlthätigkeit die Widerstrebeuden, deren Vereinigung früher eine schier unlösbare Aufgabe schien, nun zur schöusteu Harmonie vereinigt habe/ Bei den sieben Logen mit zwanglosen Vereinigungen, d. h. ohne besonderen Namen uud ohne Statuten, geht es entsprechend ähnlich zu. Die Schwestern versammeln sich in bestimmten Zwischenräumen entweder bloss zur geselligen Unterhaltung in einem Nebenraum des Logenlokals, oder sie fertigen dabei zu wohlthätigen Zwecken Handarbeiten au (Gotha, Hannover, Erfurt), oder aber die Damen thun sich nur bei besonderen Veranlassungen zusammen, um den allgemeinen israelitischen Frauen verein zu unterstützen (Würzburg). Nun zu den Geistern, die verneinen. Bei 81 Logen giebt es keinerlei Frauenvereinigungen. Unter diesen verneinen 22 ausdrücklich die Bedürfnissfrage: München, Chemnitz, St. Johann, Stettin, Osterode, Karlsruhe, AViesbaden, Hamburg. Heilbronn, Elberfeld, Bielefeld, Stuttgart, Köln, Freiburg. Darmstadt, Liegnitz, Dortmund, Essen, Ostrowo, Eschwege, Mainz, Neisse, bei zweien war zur Zeit der Autwort die Sache hoch im Stadium der Berathung, zwei Logen erklärten sich für zu jung, um zu den Fragen richtige Stellung nehmen zu können, bei dreieu ist wohl ein gewisses Bedürfniss nach Heranziehung der Frauen zur Logenthätigkeit vorhanden, aber es ist noch kein Weg gefunden — diesen wäre auch unsere Loge anzureihen — uud bei einer Loge gar hörte die Vereinigung aus Mangel an Beschäftigung auf. Die 22 Logen, die in ihrer Zuschrift ausdrücklich die Bedürfnissfrage verneinen, haben das wohl alle nicht kurzer Hand gethan; aus den allermeisten Antworten ging mit Deutlichkeit hervor, dass gerade diese Logen es mit der Bein " wohlverstandenem auch der Logen zu vermeiden uteresse antwortung sehr ernst nehmen, da§s sie sich nochmils eingehend mit der Angelegenheit befassten, theils im Logen rdenum, theils in Ausschusssitzungenj und" dass es auf unsei Kundschreiben hin zu vielen interessanten Erörterungen innerhalb der Logen gekommen ist. Die Motivierung des able rnenden Standpunktes aber ist fast ifets genan dieselbe und lautet ungefähr so: ..Bei uns besteht eki öder besteheu nehrere jüdische Frauenvereine, die -jivolil organisiert und bis 1er zur allgemeinen Zufriedenheit die verschiedensten Gebiete sozialer Hilfstätigkeit gepflegt haben. ..Es -ist zu befürchten, dass ein engerer Zusammenschluss der Logendamen, eine neue Sonderorganisation also, nichj, nur Zwiespalt und Zwistigkeiten innerhalb der jüdischen Gemeinden heivoriufeu, sondtrn auch die Vereine selbst hemmen und in ihren- Wohlfahrtsbestijebungen schäligen würde,, was doch sowohl der guten Sache als Wünscheuswerth ist." Dass die Thätigkeit in (teu allgemeinen jüdischen Fraueuvereinen eine zweckmässig« re und besser organisiere sein könnte, wird in manchen Zuschriften* hei vorgehoben, und es wird der Wunsch ausgebrochen,' es möchten die Log» udamen. belehrt von ihren Männern^ »nuerhalb -der allgemeiner Vereine in dieser Richtung einen hei sämen Eiutluss ausüben, "also, in Fällen, wo trotz reichlicher Mittel'.und trotz guten Willens die Leistungen einer modern;h, zielbfewussten sozialt n Hülfsthätigkeit nicht entsprechen. In diesem Sinn scheint unser Rundschreiben oder besser dieidadurch äbgeregte Beschäftigung mit der Frauenfrage bei verschiedenen Logen förderlich gewesen zu sein; bei einer Loge ."bestand das Bedürfniss nach Gründung einer Frauenloge, aber nun hat der allgemeine Frauenverein das Reformprograntm der*Loge angenommen, und jetzt verneint die Loge durchaus die Bedürfnissfrage. Das wäre noch zu bemerken, dass -es nicht bloss kleinere und mittlere Logen sind, die. auf dem ablehnenden Standpunkt stehen, die glauben, 6s Huden sich in kleineren Sta lten resp: jüdischen Gemeinden keine praktischen Sonderauf); aben für Logenfrauenvereiue. sondern es sind auch recht grosse Logen (München, Mainz, Köln), die Gelegentliche Heranziehung Distriktes die Meinungen in dass die.Organisation der Lojenschwestern mehr G als Freunde, dass aber diese .Kein spezielles Arbeits! eld sehen. i der ' Frauen, besoni eis zum Arrangieren von Festen, koniint sicher Überall vor; tuch sonst übernehmen die Damen hie und da Aufträge der ^ögen. so bei der Ausrüstung von Fen«mkolonieu, aber scheinbar geht das auch ohne Organisation: Unsere Emiuete hat .ej-gebn, tlass innerhalb unseres [lieser "Frage sehr getlieilt sind, eine sehr bedeutende uud ihre Einrichtungen zur Den Gegnern muss man -woh wesentlichen die Billi Verhältnisse am besten zu/ bejurtheileu ia 'der Lage ihren Gründen wird man int versagen können. So steht die Erfüllung des den er in der Festschrift zur des 1'. 0. B. B. ausspricht, läufig noch in weitem Feld. egne'r hat Minorität larsteilen, die vou ihren Erfolgen durchweg befriedigt sind Nachahmung warm zugestehen, dass sie empfehlen, selbst ihre sind, und jung nicht Wunsches von Br. Di Feier des-20 jähr igen es möchte in jeder Maretzki, Bestehens Loge ein Frauenvereiu gebildet oder die schon fiüher bestehenden in einen engeren Anschluss an die Logen gebracht werden, vor- Aber die Frage wird nicht zur