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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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— r>7 — jüdischen Lebens gehalten werden, insbesondere über solche socialer Art, für die ein nengegründetes Comite thätig sein wird. Etwaige Wünsche unserer Mitglieder für die Behandlung sie speciell interessierender Themata werden, wir stets sehr gerne entgegennehmen und nach Möglichkeit erfüllen. An die Stelle von Referaten sollen von Zeit zu Zeit grössere Vorträge geschichtlichen, literarischen, künstlerischen wieauch allgemein wissenschaftlichen Inhalts treten und einem weiteren Kreise von Theilnehmern cttWn stehen. An einzelnen, besonders eingerichteten Abenden wollen wir eine edle Geselligkeit pflegen, die auch unsere Familienangehörigen zu einander in freundschaftliche Beziehungen bringt. Und an eine jede Logensitzung soll sich ein gemüthliches, zwangloses Beisammensein anschliessen, das uns nach der gethanen Arbeit eine erheiternde und noch,weiter mit einander verbindende Erholung bietet. Der Beginn unserer Logensitzungen ist auf , ,9 L'hr festgesetzt. IhreEiöftuung wird nach einem iu jüng>ter Zeit gefassten Beschlüsse spätestens!> Uhr erfolgen. Mögen alle Brüder, die es können, zu unsern Vereinigungen erscheinen und aus deren Verlauf und Ergebnissen den Antrieb erhalten, immer wieder zu kommen. Mögen sie uns stets neue würdige Genomen unseres Bundes zutühren. Und möge unseren Vereinigungen und Arbeiten vielfacher Segen entspriessen Gott zum Wohlgefallen und uns selbst zur Freude." Friedensloge In Ratibor. Jaln esberichf für das Jahr 1904. Das veiflossene Logen jähr, welches das 19. seit unserer Begründung darstellt, hat, wie mit Genugthuuug koustitiert werden kann, manche lebhafte Thätigkeit und Anregung in den vielen Fragen, die unseren Orden beschäftigten, geaeitigt. Auch mit unseren oberschlesischen Nacjibarlogen haben wir regen Verkehr gepflegt, wozu wir in unptwer Eigenschaft als Vorortlega des Oberschlesisclien Logeuvei bandet besondere Veranlassung hatten. Unsere LogenabeDde waien durchschnittlich von tlO Brüdern besacht, das sind 50% der ortsansässigen Brüder. Unsere auswärtigen Brüder konnten sich, theilweise durch schlechte Zugverbinduug vei hindert, weniger an unseren Arbeiten betheiligen. Wir haben im vergangenen .Jahre den Tod eines Bruders und zwar unseres Seniors Siegismund Rechnitz zu beklagen, während anderseits drei neue Brüder in unserer Loge aufgenommen wurdeD. Uusere Loge zählt nunmehr «6 Mitglieder. Die Fragen, welche unsere Loge ausser den vielfachen l'nterstützungsgesucken hauptsächlich beschäftigten, waren die Berathungen über das Hilfswerk für die auswandernden russischen Juden, für welche wir in der Lage waren, ziemlich namhafte Mittel aufzubringen; den hier durchkommenden Auswandernden konnten wir in Gemeinschaft mit dem hierselbst bestehenden Russencomite Verpflegung und Weiterbeförderung angedeihen lassen. Ferner beschäftigten .uns Berathungen über die zu schaffenden Ferienkolonien, welche sow eit gediehen sind, dass wir nunmehr hoffen können, in diesem Sommer zum ersten Male eine Ferienkolonie zu entsenden. Wir betheiligten uns an den Delegationen bei den Festen der Michael Sachs-Loge, der Lessing-Loge, der Humanitas-Logel der Concordia-Loge und der Humboldt-Loge. Ausserdem waren wir durch die Delegierten des Oberschlesischen Logenverbandes bei den Installationen der neuen Logen in Bromberg, Lissa und Metz vertreten. Im Dezember feierten wir unter zahlreicher Betheiligungdas Chanukkafest durch Tueaterauti'uhrutigen, Ball etc. : Am 46. Januar 1905' hatten wir den Vorzug, den Delegierten des General-Comites Br. Expr. Justizrath Dr. Kempner aus Breslau in unserer Mitte zu *begrüssen. Der hochwürd. Delegierte gab uns-durch -seine Ansprache mehrfache werthvolle Anregungen für unser Logenleben. ' Als Vorort>loge des Oberschlesischen Logenverbandes bitten wir zwei Sitzungen nach Ratibor einberufen, welche beide zahlreich besucht -waren und auf welchen verschiedene unsere Oberschlesischen Logen als auch -unseren gesammten Orden betreffende Fragen erörtert u»d bera'hen wurden. l'user Comite für geistige loteressen Hess es sich angelegen sein, den Brüdern durch Referate sowie durch Daibietung von Vorträgen auswärtiger Redner Anregung und Belehrung zu bringen. Es sprachen unter Anderem: Br. Expr. D r. B ö h ni: Zweck« und Ziele des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Dr. Liebreclut: Ueber die Bedeutung des Bruder-Namens. Professor Alex Strakosch:.' Recitationen. Frau Hartmann und Kinder: Musika$seVdekramä*torische Verträge. Bei Beginn des verflossenen Geschäftsjahres, ist Bruder Espr. Adolf Cohn nach langjähriger segensreicher Thätigkeit auf seinen Wunsch von dem Sitz des Präsidenten zurückgetreten. Wir befinden uns nunmehr zum zweiten Male unter der Leitung unseres jetzigen Präsidenten Hans Hoeniger, welcher das Amt übernommen hat mit der Zusicherung und dein Vorsatz, die Ideen und Ziele unseres Ordens weiter zu ' | ■•«.■• bilden und zu pflegen. Stuttgart-Loge In Stuttgart. Das Jahr 1906 hat sich für unsere Loge bis jetzt gut angelassen:. Aus dem Ergebnis eines im März ds. Js. unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Königin abgehaltenen sogenannten Kinderhilfstages wurde der Loge für die jüdische Ferienkolonie die ansehnliche Summe von 1C00 Mark.zugewendet, womit nicht nur die Kosten unserer diesjährigen Ferieukolpnre nahezu gedeckt sind, sondern was für uns noch werthvoller ist, das soziale Wirken det-Stuttgart-Loge für die; arme jüdische Bevölkerung eine erfreuliche Anerkennung aus maasgebendeu Kreisen gefunden hat. Nach dem Vorgang der Unitas-Loge in Strassburg haben wir eine Wanderbibliothek ins Leben gerufen, welche bezweckt, die kleinen jüdischen Landgemeinden mit gutem Lehrstoff zu versehen. Das Hauptaugenmerk ist von uns darauf gerichtet worden,; für die Jugend eine passende Litteratur zu beschaffen, wobei die Anregungen Beachtung fanden, welche das von der Grossloge eingesetzte Comite für Jugendliteratur gegeben' hat. Wenn wir mit der Wanderbibliothek einige Erfahrungen ges-ammelt . haben, werden wir nicht verfehlen, darüber einen Spezialbericht zu geben. Am 1. April 19» >"> ist in hiesiger Stadt das jüdische Schwestern heim eröffnet worden . und zwar mit einer Oberschwester und drei Schwestern. Die Mittel für die.. Ausbildung der Schwestern und die Einrichtung des Heims iwurden dem Krankenschwestern-Fonds entnommen, der aus Mitteln der Loge und der Logenbrüder seit vier bis fünf Jahren in Höhe von über 1.5000 "Mk. gesammelt worden ist. Mit der Eröflnung wurde das Schwesternheim mit all en Rechten und Lasten, mit dem uoch vorhandenen Fonds und mit allen Verpflichtungen gegenüber den Schwestern auf den ■'. •'; : ■'S

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