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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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- 58 — neugegründeten Verein , Jüdisches SchwestemLeim Stuttgart' übertragen, als dessen Vorstand Br. Dr. Feldmann erwählt worden ist. Diesem Verein sind sofort eine so grosse Anzahl von Mitgliedern aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung beigetreten, dass die Existenz des Schwesternheims auf die Dauer gesichert scheint. Das Nähere über die Entwickelung unserer Schwesternsache wird von berufener Seite demnächst berichtet werden. Angesichts der Opfer, welche unsere Loge für die jüdischen Krankenpflegerinnen gebracht hat, kann es gewiss nicht als Uebelwollen gegen die Sache ausgelegt werden, wenn wir uns bei dieser Gelegenheit erlauben, kurz unsererseits die Bedenken darzulegen, die bei uns gegen die von der hochw. Grossloge in die Wege geleitete ,Krankenschwestern-Unternehmung obwalten. Die Bedenken lichten sich-nicht dagegen, dass die Grossloge sich überhaupt mit der Frage der jüdischen Krankenpflegerinnen befasst; im Gegentheil, es 'gehört zu den hervorragendsten Verdiensten, der Grossloge, dass sie für die Einführung der jüdischen Pflegerinnen von Anfang an mit Rath und That eingetreten ist und es ist mit Freude und Dank zu begrüssen, wenn sie weiterhin mit Bezug hierauf Anregung uud Förderung bringt. Zweifelhaft erscheint aber, ob es erspriesslich ist, wenn von der Grossloge unmittelbar Schwestern ausgebildet und in Dienst gestellt werden. Schwierigkeiten verursacht hierbei die Verteilung und .Unterbringung der ausgebildeten Schwestern, die Subordinationsfrage uud die Kostentragung. Von dem Krankenpflegei innen-Comite der Grossloge ist bis jetzt zwar ein eingehender Bericht nicht erstattet worden, aus einzelnen Mittheilungen aber, insbesondere aus der Thatsache. dass es sich mehrfach in die Lage versetzt sah, ihre ausgebildeten Schwestern geradezu .auszubieten, ersieht man, mit welchen Schwierigkeiten es za kämpfen hat. An Kosten hat die (Ti ossloge für Krankenpflegerinnen aufgewendet im Jahre 1002 2158 Mk., iin Jahre 1903 0414 Mk. In der Sitzung des General-Comites vom 22: Januar 1!H}5 setzte man im Etats- -Voranschlag 8000 Mk. für die Krankenpflegerinnen aus. Der * Antrag des ßr. Liebhold, dass die Grossloge die Kosten für die Versicherung der von ihr ausgebildeten Schwestern gegen Unfall, Arbeitsunfähigkeit usw. tragen möge, wurde damals abgelehnt. Wenn Sie Unterbringung der zur Ausbildung gelangten Schwestern weiterhin Schwierigkeiten begegnet, ist zu befürchten, dass dieser Antrag Sich wiederholt und die Grossloge sich schliesslich wohl oder übel erhöhten Aufwendungen für die Schwestern nicht wird entziehen können. Daraus kann unter Umständen eine ganz bedeutende Belastung-des Ausgaben-Etats der Grossloge von unbegrenzter Hohe und unbestimmter Dauer sich entwickeln. Nac^r alledem wird es weitaus vorzuziehen sein, lokale Organisationen ins Leben zu rufen, welchen das finanzielle Risiko der Ausbildung und Beschäftigung von jüdischen Krankenschwestern zufällt, wobei in geeigneten Fällen dile Grossloge Unterstützungen in höherem oder geringerem Betrag gewähren könnte. Wenn die Ausbildung^- und Unterhaltungskosten von einer lokalen Vereinigung getragen werden, so fühlen sich tlie Gemeindegenossen mit dem Schicksal des Schwesterninstituts viel enger verknüpft und sind in höherem Maasse geneigt, in jeder Beziehung für sein Gedeihen zu sorgen und einzustehen. Der Grossloge bleibt, auch wenn sie eigene Schwestern nicht ausbildet, noch i f . -n*5 K-'&w-? - K• * v i B^^^Bj^^^^^HB^^^^^^^M^^KW»*1*. ' ein weites Feld, um die Idee der jüdischen Krankenpflegerinnen thatkräftig zu fördern.') Präs. Dr. Wolf f. Borussia-Loge Danzig. In den wenigen Sitzungen des neuen Geschäftsjahres hat unsere Loge bereits in grosser Rührigkeit eine AnzahV von Arbeiten erledigt resp. der Vollendung näher geführt. Bereits im Winter gelangten wir zu der Ueberzeugung, dass die im November eingeführte, trefflich bewährte eine Krankenschwester bei der grossen Nachfrage absolut nicht' ausreichen könnte, zumal auf Verlangen des grössern Gemeindevereins auch der Gemeindeschwesterdienst übernommen werden musste. Jetzt sind wir dahin gelangt, die hochw. Gro^sloge um die bald möglichste Entsendung einer zweiten Kraukenschwester zu bitten. Bei der Etatsberatung wurde auch uusere Bibliothek, die einen grössern Umfang erlulten uud mit einem Bücherlesezjrkel verbunden werden soll," bedacht. Der Kinderhort, der Clou unsers Wirkens von jeher, entfaltete im vergangenen Jahre eine ganz besonders emsige Thätigkeit. Zu deu Nachhilfestunden, die ca. 50 Kinder jeden Nachmittag erhalten, ist im Herbst vergangenen Jahres ein Handfertigkeitsunterricht mit einer besonderen Lehrerin getreten und es hat sich bereits jetzt erwiesen, dass nicht nur der Besuch der Stauden ein regelmässigerer seitdem geworden, sondern auch die CVnsuren. sich erheblich gebessert haben. Ein eingehender Bericht-) soll in Bälde den Brüdern und Logen gedruckt zugehen. Am 7. Mai, Nachm. <i Uhr, fand unter grosser Betheiligung in otjfener Loge vor Schwestern und Brüdern eine sehr stimmungsvolle Schillerfeier statt, in der Br. Dr. Silberstein, Rabbiner in Elbing, einen durch Form, weite Perspektiven, lehrreiche Erläuterungen und begeisternde Betrachtungen gleich ausgezeichneten Vortrag: ,,Zum Andenken Schillers ', hielt. Voran gingen eine kurze Ansprache des Präs. und ein besonders wirkungsvoller Schillerfrühlingsprojog unseres Logendichters Ad. Bukofzer. Das schönste Ergebniss dieser Feier aber bildete der nunmehr auf die Mahnung des Präs., auch durch eine That Schiller zu ehren, einmüthig geäusserte Entscliluss unserer Damen, eine Schwesternloge zu begründen. Die ') Die vorstehenden Ausführungen der" Stuttgart-Loge, soweit dieselben die Mitwirkung der Grossloge; bei Ausbildung und Stationierung der Kranken-vhwe-'t'Tii betreiben, beruhen auf falschen Voraussetzungen. Noch niemals hat die Grossloge ihre ausgebildeten Schwestern auszubiejan nöthig gehabt, bisher war sie vielmehr noch nicht in der Lage, den Anforderungen der Logen auf Ueberlassung der Schwestern zu genügen. — Die bisher von der Grossloge unter der Rubrik ,,KrankenpnVge",>aufgewendeten Beträge sind allein für die Ausbildung der Schwestern und nicht etwa für deren Unterhaltung verausgabt worden. — Wenn das Grosslogen-Comite Iiisher noch keinen erschöpfenden B'-richt erstattet hat. so ist' dadarant zurückzuführen, dass' die bis jetzt gemachten Erfahrungen noch keineswegs i-ine zutreffende Beurtheiluhg zulassen, die ganze Einrichtung ist noch in >ler Entwickelung. — In Mannheim, Dortmund, Danzig, Posen etc., wo un-ere Schwestern stationiert sind; liat es wegen der Subordination noch niemals Schwierigkeiten gegeben, ebensowenig die Aufbringung der Kosten, denn fast an allen irrten, wo unsere; Schwestern'thätig sind, bestehen von Anfang an selbststiindige: Organisationen, die, in dem betreffendem Orteangepaßten Weise, die erforderlichen Mittel aufbringen, Wo diese vpn den Logen allein nicht geleistet werden. — Ein weiteres finanzielles Ki-ico, als das für die Ausbildung der S«'hwestern, trügt die Grossloge nicht. Das ltedactions-C'omit^. s) Zusammengestellt von den Brüdern Dr. Solmsen, Schoenfeld, Kabow. denen für ihre opferfreudige Mühewaltung um den Kinderhort der innigste Dank gebührt

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