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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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die Logen sten durch sieren wollten; nein, unsere Kritik richtet sich gegen die es verabsäumen, die Thät'gkeit der Propagau<| herzliches und brüderliches Entgegenkommen zu unterstützen Betrachten wir uns einmal den Hergang bei^eiuer Neu gri'mdung. Ein oder mehrere Brüder glauben, dass sichl der Ort X für eine Logengründung eigne und sie nehmen da ier die Ge legenheit wahr, mit diesem oder* jenem ihnen gieignet Er scheinenden Rücksprache zu nehmen. ■ Mit giosser Miiiie mächen sie den mit der Mateiie in den meisten Fällen »auz Unbe kannten eist für unsere Ordensideale „warm"; sch iesslich ge lingt es, die nötige Anzahl, zur Propaganda-Versa nmlung zu sammen zu briiger; dem Geschick und der Aufopferung unserer Propagandaredner ist es zu danken, trass in den ^Herzen der Eingeladenen die hellste Begeisterung auflodert die Petition an die Grossloge wird unterschrieben ^später ge nehmigt und nun fliegen die Einladungen zur Gründungsfeier in das Land hinaus. Das Gründungs-Comitc macht es den Logen bequem die Anmeldungen zur Feier geschehen auf besonderen Blät tei ii, die schon vorgedruckt sind und'nur mit wenigen Wor ten ausgefüllt zu werden brauchen. Selbst das Couvert für die Rückantwort wird beigelegt und gespannt harren die zukünftigen Bruder der Antworten. Es ist ihnen gesagt worden, dass sie bei der Festsetzung der Tischordnung den Lbgenrang ihrer Gäste berücksichtiget 'sollen; sie haben auch den besten Willen es zu thun— will man doch jeden Gast thunlichst befriedigt später abreisen sehen — aber bei den Zusagen die eintreffen (statt wie ge wünscht 8 Tage vor dem Fest, erfolgen diese meist erst am Tage vorher), da steht kein Logenrang, es ütkAUch nicht angegeben ob dvr betreffende Bruder jung odeFalt ist, ob verheirathet oder ledig, so dass es vorkommen kann, dass ein alter Expräsident, Grossvater einer stattlichen Reihe von Enkeln, neben ,eine 17jährige Schöne uud ein junger Referendar, der für sein Leben gerne eine hübsche, flotte Tischnachbarin gehabt hätte, neben eine ehrsame Matrone placieit wird. Doch das wäre noch das Weuigste Ausser den Zusagen kommen auch Absagen und da fängt nun eine Sitte an sich einzubürgern, gegen die nicht schnell und nicht energisch genug eingeschritten werden kann. Ist es schon nach unserem Gefühl nicht brüderlich wenn man eine Einladung zu Stiftungsfesten durch gedruckte Foimulare dankend erledigt, so ist es nach unserem Empfinden ganz ungehörig und ein Beweis von mangelndem Feingefühl, wenn man bei Beantwortung der Einladung zu einer Grün dungsfeier ein solches vorgedrucktes Formular benutzt, indem man das Wort Stiftung" durchstreicht und mit Tinte (warum nicht gleich noch einfacher mit Bleistift?) das Wort ..Gründung" darüber^ schreibt. Wenn nun gar aber der prot. Sekretär einer Loge, wie es jüngst geschehen, das ihm zur Anmeldung gesandte Formular benutzt und nun (die Adresse ist vorgedruckt und also schon „gespart") die Anmeldung durchstreicht und den hierdurch gewonnenen1 Raum zur Anbringung der üblichen „Redensarten" gebraucht, so ist das wohl der Gipfel dessen, was geleistet werden kann. Kann man sich bei solchen Vorkommnissen darüber wundern, dass die Petenten in ihrem jungen Glauben an unsere Ordensideale, denen doch die Bruderliebe in erster Linie zugezählt werden soll, schwankend werden? Kann man sich wundern, wenn die Petenten irre werden und an dem zweifelD, was unsere Piopagandaredher ihnen feierlich versicherten, nämlich dass der gesammte Orden sie mit offenen Armen, mit aufrichtiger Bruderliebe aufnehmen werde, wenn ihnen nachher klar wird, dass einige .' der Logen es nicht einmal der Mühe Werth finden; -für. dre neuen Biüder die Feder in die Tinte zu tauchen; und ein frisches Blatt Papier aufzuwenden?. J : " - .': Man komme uns nicht mit der Entschuldigung, die betr. Btüder wären geschäftlich zusehr in Anspruch genommen, etc.; so viel Zeit hat Jeder, dass er zwei oler drei Mal im Jahre je o Minuten für ein < herzlich abgefasstes und auch herzlich gemeintes Glückwunschschreiben hat. Wer diese Zeit nicht hat, der muss eben auch nicht1 den Ehrgeiz besitzen, ein Logenamt bekleiden za woHen; hat er aber das Amt ühernommen. dann muss er es auch ausfüllen.. Wenn wir wirklich auf die '= Neuaufgenommenen erzieherisch einwirken wollen, dann ist die erste Bedingung, dass wir selbst ein einwandfreies tadelloses'Benehmen zeigen, dass wir auch die äussere Form* wahren undf nicht den Vorwurf unserer Gegner, wir Judenseien taktlos, zur Wahrheit werden lassen. E. C.! . Aus den Logen des VIII. Distrikts. Bertbold Auerbach-Loge In .Berlin, leber die Frage: Was verstehen wir unter einem ed.el denkenden Israeliten? hat Br. Paul Gohlschmidt folgendes Referat erstattet: .- Der Begriff e d e 1 d e n k e. n d e r I s r a e 1 i t lässt sich von zwei Gesichtspunkten aus definieren; Zunächst von demjenigen aus. welcher den edeldenkendeu Israeliten im Gegensatz zu einem edeldenkenden Menschen anderer Rasse teilt. Wie sich das einzelne Individuum vom andern durch verschiedene Bewertliung von Moral und Ethik unterscheidet, so auch eine Rasse von der andern. Zweifellos sind diese Unterschiede ganz erhebliche, und es-wäre wohl wn grossem Interesse, hierüber von einem der -Biüder, der sich mit ver-. gleichender Völkerkunde beschäftigt; etwas Näheres zu hören. Da ich auf diesem Gebiet zu weuig bewandert bin. so will ich das Thema von der zweiten Seite "beleuchten. Diese setzt den edeldepkenden Israeliten in Gegensatz zu einem nicht edeldenkenden Israeliten. Nun will es mir zunächst Scheinen, als sei das Wort edeldenkend nicht richtig gewählt, um das auszudrücken, was wir damit sagen wollen. Bekanntlich setzen sich die seelischen Funktionen aus den drei Eigenschaften: Fühlen. Wollen und Denken zusammen, die mau auch mit Gemütli. Charakter und Geist bezeichnen kann. Es kann uns nicht arum zu thun sein, die kleine Zahl auserwählter Geisteslelden (Verstandesmenschen, Denker) um uns. zu sammeln, vielmehr benöthigen wir der grasen Zahl wann empfindender und helfenwollender, also hilfsbereiter Menschen. Das Produkt dieser drei Eigenschaften ejrgiebt den «dein Menschen, weshalb ich das Wort edeldenkend auch durch edel ersetzt sehen möchte. - Wie bethätigt sich nun ein edler Mensch? Durch strengste Erfüllung der Pflichten gegen sich .selbst und gegen r

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