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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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An weiteren Erfolgen de3 Vereins in der Fortbildung der Jugend ist Folgendes noch zu erwähnen: Zwei junge Mädchen fanden Aufnahme in der städtischen Industrieschule, wo sie das Schneidern erlernen. Zwei anderen Mädchen verschafften wir Stellen als Dienstmädchen nach auswärts. Vier junge Mädchen hat ferner der Verein als Lehrmädchen iu hiesige Geschäfte untergebracht. Laut Erkundigungen ist man mit den Mädchen ganz zufrieden. . Einen jungen Mann lässt der Bund im Uhrnnchergeweibe ausbilden, wozu ihm auch der Buud deu grössten Theil des Handwerkszeuges anschaffte. Den. Zöglingen der Knabenschule wurden vergangenen Sommer wöchentlich zwei kalte Bäder verabreicht und diese angenehme Einrichtung fand im Winter insofern ihre Fortsetzung, als ihnen um diese Zeit wöchentlich ein warmes Bad gewährt wurde. Herrn Hauptlehrer Schwab gebührt in dieser Hinsicht besonderer Dank, da er die Knaben beim Baden sorgfältig überwacht. Die Chanukaspende, welche die Loge überwies, wurde für die Kinder der Freiburger-Schule verwendet. Jedes Kiud erhält täglich ein grosses Glas heisse Milch mit Brot, und findet gerade diese Einrichtung grossen Beifall. Zwei Damen des Bundes beaufsichtigen abwechselnd die Milchvertheiluug. Em Knabe wurde zum Barmitzwohfeste vollständig abgestattet. | Zwei Kinder, deren Eltern mittellos sind, haben wir anderwärts in Pflege gebracht. ' Um unsere Kinder frühzeitig zu gewöhnen, aucli der armen Kinder zü gedenken, haben wir Sparbüchsen anfertigen lassen, die in den Kinderstuben aufgeuäugt wurden. Die Kleinen sollen ab und zu einige Pfennige von dem gesparten oder geschenkten Gelde in die Büchsen thun; dieselben werden halbjährlich geleert und der Inhalt wird für arme Kinder verwendet. Wir fassten ferner die Idee ins Auge, eine Hausplhgerin für unsere Armen zu halten und engigierten zu diesem Zweck ein älteres, jüdisches Mädchen. Leider war gerade diese Person nicht die geeignete und wir mussten sie entlassen. Trotzdem erachten wir diesen Punkt für sehr wichtig unu* wir werden unsere Bemühungen nach dieser Richtung fortsetzen, um im kommenden Jahre die geeignete tüchtige Kraft zu fiudeu. Im vergangenem Jahre machten die Logenbrüder den Vorschlag, den Armen Heimarbeit, zu verschaffen. Genannte Herren kamen uns sehr freundlich entgegen, indem sie Düteu zu kleben übergaben. Jedoch war der Verdienst für die Leute ein derartig geringer, dass sie auf diese Aibeit verzichteten. Der Verein ist bestrebt, einen andern Erwerbszweig ausfindig zu machen. An weiterer Armenpflege wurde Folgendes geleistet:, drei Familien wurde grösstenteils die Wohnungsmiete bezahlt. Zwei Frauen kamen ins jüdische Hospital, woselbst sie vierzehn Tage lang bis zu ihrer völligen Genesung gepflegt wurden. Die Pflege des einen Säugjings übernahm der Bund. Die Frauen wurden später mit Naturalien und Geld unterstützt. Zwanzig Familien wurden im Laufe des Jahres in gewissen Zeiträumen besucht und auch während des ganzen Jahres entweder täglich mit Milch oder wöchentlich mit Fleisch oder Eiern unterstützt. Einigen verschämten Armen wurde ein einmaliger höherer Geldbetrag bewilligt. Die Mitglieder des Bundes haben unserm Bekleidongs- Comite reiche Spenden von -sehr gut erhaltenen Kleidungs¬ und Wäschestücken gemacht. Bei jeder Sitzung steilen "sich eine Anzahl Bedüiftiger ein, welche damit be'schenkt werden. Der Kassenbericht ergieht in. Einnahme und Ausgabe den Betrag von 245CLB9 "Mjk. "mit einem Bestarid von 392,41 Mk. lür das nächste Jahr. Vater-»-den Einnahmen des vergangnnen Jahres sind Geschenke ifi Höhe von 114.1»,— Mk aufgeführt. . Eür .sögeuanute ..Schulmilch" hat der Frauenbund 051,— j Mk; verausgabt und für diesen Zweck noch einen Bestand von 1 .'54,31» Mk. ■.. . j - * - X \ Der Initiative und kräftigen Forderung der Bergischeo Loge in Barmen-Eiberfeld ist die Eürichtung'eines Israelitischen Pensionsarid Gesellschiftshauses für weibliche Angestellte zju danken. Dieses Institut versendet folgenden Aufruf: .Am 1. April IiH05 ist, deni Beispiele anderer Städte folgend, auch hier, l'ntergfunewaldstrasse: 4, ein Israelitisches Peusions- und Gesellschaftsbaus lür' weibliche- .Angestellte eröffnet worden. Der Verein,- derdieses Unternehmen ins Leben gerufen hat, will den. im Erwerbsleben stehenden jungen Damen, die fein von der 'Heiniat weilen, das Elternhaus zu ersetzen suchen. Das auts.beste eingerichtete Haus liegt im Mittelpunkte .der Städte an deir Strasseubabülinieu Barmen-Elberteld. * . , Dort wird den Damen gute-Pension zum Preise von 50—60 Mk. monatlich, je .nach der Lage der gewünschten Schlafräume, geböten. Der Yoistaud ist raber ermächtigt, in Ausnahmefällen eine Ermässigung, des Pensionspreises ein-, treten zu lassen. Alle Räume sind .luftig, mit Warmwasserheizung versehen und entsprechen alleu * hygienischen Anforderungen der Neuzeit. -Ein Speisesuwie ein Gesellsdiattszimmer sind eingerichtet Für gute Zeitschriften und Spiele mancherlei Art. sowie für em Präuiuo ist gesorgt. Im Sommer bietet der Ihinter dem Hause gelegene schöne Garten mit Gartenhaus, Erholung .nicli des Tages Arbeit. Im Winter wird beabsichtigt, Möglichst jeden' Monat 'eiueu Gesellschaftsabend zu vei.austalteu; Vorbäge belehrenden!und unterhaltenden Inhalts sind-in Aussicht genommen. Die Pen-' siouärinnen haben das Recht, hierzu, die ihnen bekanuteu Damen und Herren einzuladen. Eine, gebildete und eifahreue Dame wird dem Hause vorstellen. - -: , \ , Anmeldungen nehmen die.:V«.nständsdamen Frau Daniel, Hofaue 8:3, Fran Dr: Levy, Erho'lungsstr. 12. und Frau Rindskopf, Bleichstr.'T, entgegen. Die genannte!) Damen sind auch zu jeder ferneren, ■ mündlichen oder schriftlichen Auskunft gerne bjereit." >••. „, .; - Aus dem Bureau der Grossloge. Der '22. Juni er. ist . ein JubHäumstag der Grossloge lüi Deutschland, denn an diesem Tage im Jahre 1885 ist unsere Grosstog« errichtet worden. Hierauf wollen wir heute schon hinweisen, da vor dem 22. Juni wohl kaum eine weitere Nummer unserer Berichte erscheinen dürfte. Einer berufeneren Feder sei ' es überlassen, darZuthun, wie sich - unser Distrikt seit seiner Errichtung entwickelt hat, wie er. seine Aufgaben erfasst. was er geleistet, wie auch unserer. Institution in den 20 Jahren

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