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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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le ^frirwendigl für eine Naihwendigkeit und richtet an die hochw. Grossloge das Ersuchen, die ei forderlichen Vorarbeiten durch Einsetzung einer statistischen und einer Finauz-Comuiission in die Wege zu leiten." . I Möge unter den Auspizien unseres Ordens dies neue Werk jndwch-socialer Nächstenliebe zur Ausführung gelangen, zum Segen unserer jüdischen Kranken, zur Ehre der deutschen Judenheit! , Berliner Ferienkolonie für jüdische Kinder« i Das Comiic für Ferfenkolonien jüdischer Kinder er stattet" einen Bericht über seine Thäiigkeit im Jahre 1904. der ein hocherfreuliches Bild bietet. Dem unausgesetzten Streben dieses Comites ist es zu danken, dass die Ferienkolonie für jüdische Kinder als ein Zweig dem grossep Berliner Verein für F«nenlcolonien angegliedert worden ist, wodurch der Be.-tand der jütl. Ferienkolonie für allezeit gesichert worden, selbst wenn die Beiträge für die jüdische Ferienkolonie in nicht ausreichendem Maasse fl.essen sollten i Im Eir.garge des Berichtes wird" ein Schreinen des Vorstandes des Behlmer Vereins für Ferienkolonie an die F^nenkolonie tür judi.-che Kinder-' gerichtet, das interessant genug ist, um hier wiedergegeben zu werden: ,.In Veranlassung des 25;ähngen Jubiläums der Berliner Ferienkolonien gedenkt der \ orstand mit lebhaftem Danke der gro>sen .Zahlthaikräf iger Helfer, welche zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. » Auch I;jr Zwe g Comne unseres \'ereins. welches sich vor nunmehr \2 Jahren uns anschloss. hat in rastloser Muhe und Ärbtii einer grossen Zahl von Berliner Kindern zu Gesundheit und Lebenstrische verholten. Ist es. Ihnen doch gelungen, nicht nur die grosse Z^hl von fast 5030 Kindern zum grö_«s;en Theil. aus eigenen Sammlungen zu versorgen." Sie haben .mehr als die Hälfte dieser Kinder unentgeltlich in Freiste.len' bei Familien untergebracht, ein Erfolg Ihrer Bestrebungen, den wir auts lebhafteste bewundern und anerkennen. Loser äasserliches Zusammenarbeiten kann. der Natur der Verhältnisse entsprechend, nur ein loses sein, es verbindet uns aber das gleiche Streben nach einem < gemeinsamen idealen Ziele. In diesem Sinne danken wir Ihnen und horten auf ein ferneres freundschaftliches. Zusammenarbeiten." / > \ ■ * Aus'dem Bericht der jüdischen Ferien-Kolonie geht •die erfreuliche Thatsache tieivor. dass auch im Jahre 19lU 400 armen jüdischen. Kindern die Wohlthat eines vierwöchentlichen Sommeraufenthaltes gewährt werden konnte, was tinerT Kostenaufwand von Mk. 17871,35' verursachte, wozu der grosse Berliner Verein für Ferienkolonien einen Zuschuss von Mk. 3:27s.50 gewährte. Die 400 Kinder sind im Jahre 1904 untergebracht worden in drei Soolbadkolonien in Bad Eimen, in zwei Seebadkolonien in Misdroy, in eine Waldkolonie zu Schreckenheide und in Freistellen. Der jüdischen Ferienkolonie steht der Betrag von Mk. 10CX) zur Verfügung zum Zwecke der Errichtung eines Hospizes an der Ostsee : dieser Plan konnte indessen noch nicht durchgeführt werden, weil ein geeignetes Grundstück zum Ankauf noch nicht zu finden gewesen Ein ganz besonderes Kapitel bilden im Bericht die Freistellen, welche für die Thätigkeit des Comites von der allergrössten Bedeutung sind, denn durch diese Freistellen, in welchen wohlthätige jüdische Familien Kinder ohne jede Entschädigung aufnehmen, erspart das Comite die sonst erforderlichen sehr wesentlichen Ausgaben. Im Jahre 1904 konnten 199 Kinder in Freistellen untergebracht werden, und unter Aufführung der betr. Wphlthäter wird diesen im Bericht herzlichst Dark gesagt sowie auch allen denjenigen, die in sonstiger Weise zum Gelingen des Werkes mitgewirkt haben. Die Jahresbeiträge ergeben den Betrag von Mk. Q025,— Einmalige Beiträge...... \ r. . ,. 1044,95 Grössere einmalige Beiträge von Logen, Vereinen etc. . ."" -......... 3750,— Beiträge von ausserhalb Berlins wohnenden - Personen.......... '„ 480.— Zuschüsse von Vereinen und Wohlthätern . 3214,65 Zinsen aus Stillungen......., 78,25 Wenn hierzu der Zuschuss der grossen Berliner Ferienkolonie....... .. 3278 50 hinzukommt, so ist damit die Gesammtausgäbe von ".......' -. . . . Mk. 17871,35 aufgebracht. Das C' rr.i'e für jüdische Ferien-Kolonien besitzt einen eisernen Fonds in tlähe von Mk. 4500. j Wohlthätigkeitsbestrebungen der Logen. .N [.-,'••/ Der Frauenbund der Unitas-Loge in Strassburg i. E erstattet folgenden Bericht, den Zeitraum vom Februar 1901 Ins Februar 1905 tunfasseud: „Wir sehen nun auf. das zweite Jahr des Bestehens unseres Bundes zurück und können init Genügt liuung kou- »tatjeren, dass unsere Thätigkeit eine er>pnessliche uud *egeiwei< he war. Es ist nebenbei zu bemerken, dass der Frauenbund bis heute noch kein selbständiger Vei ein. sondern t*h ein von der Loge ins Leben gerutener Bund anzusehen ist. Vier Brüder assistieren dem Frauenbund als Beiräte, laut Statuten müssen bei wichtigen Anlässen die Herreu vorher um Genehmigung ersucht werden. Seine Hauptaufgabe betrachtet' der Bund in der Erziehung und Förderung der Jugend, und auf diesem Gebiete hat er auch schon recht schöne Erfolge zu-verzeichnen. (Wir haben eine Fortbildungsschule gegründet, iu welcher zwölf besonders begabte, nicht mehr schulpflichtige Mädchen zu ihre» Weiterbildung von einer geprüften Leiterin wöchentlich unterrichtet werden. Zwei Damen des Bundes wohnen stets dem Unterrichte bei. Zwei junge Mädchen wurden in die städtischen Fortbildungsschule untergebracht, wo sie zu tüchtigen Buchhalterinnen herangebildet werden sollen. Auch Hessen wir eine junge, zugewanderte K'ussin auf unserer Fortbildungsschule in der deutschen Sprache ausbilden. Alsdann gaben wir sie bei einem .Photographen in die Lehre. Bis zum Frühjahre ist ihre Ausbildung vollendet und wird Betreffende mit Fletss und Ausdauer ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

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