Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Article
- Beilage zu Nr. 4
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal additional
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4864325-6028966-6074116-6074115--0898-4865048- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
hallen, sind vorüber. Die Juden wollen vom St.iute nicht materielle Hille, .nur.ihre garantierten Menschenrechte, nur ihr Recht. Freilich: die » gebildeten jüdischen Klassen _sihd zu' stolz " um um Hille zu "liehen. Erbittert und verbittert, in .dem Bcwusstscin. um einen aussichtslosen Posten zu kämpfen, ziehen sie sich immer mehr vom gemeinsamen Leben zurück, 'l'nd gar manche ziehen che äusserste Konsequenz: .. dass der moderne Staat ihnen ihr -Menschenrecht verkümmert und daher nicht verdient gehalten zu werdeiv. So treten sie in das Lagernder Unzufriedenen' über. '><< nimmt die Sozialdemokratie viele gebildeten und' oft..-reichen Elemente! bei sich auf. L'nd doch würde es kaum dankbarere, treuere, deutscher Gesinnte geben als Juden, denen man ihr Recht gewahrt. . ' . Was wurden sie zum Ausgleich mitbringen: Impulsive Thätigkcit auf allen öffentlichen Gebieten, neue Gedanken, und neue Anschauungen; Begeisterung für das voll erschlossene Vaterland, "und \<>r al[em würden sie mit ihrem enormen materiellen and intelleetueHed Einiluss dem BiirpcTthum eine ausserordentliche Hilfstruppc im Kample siegen die Sozialdemokratie stellen. Natürlich müssten sie auch viele Fehler ablegen. Aber viele ihrer 'Fehler werden oft nur dadurch als solche aufgefasst. dass bei der strengen Scheidung jeder Jude Unter der Lupe betrachtet wird. . . " l-t denn,-der christliche Jleutsche wirklich der ideale Mensch, wie er dargestellt wird: hat er nicht auch seine Schwachen und Fehler.1 - * Sensible und sensitive luden müssen heute pessimistisch sein. Als Kind wird der-Judenknabe in der Schule gehänselt und verspottet, als Student bleibt mrti diefrisch-fröhliche Bursclienherrlicnkeit ein unbekanntes verschlossenes Land: und wenn er dann im Kampfe des Lebens-überall auf Vor-' urtheile stosst. so miuss ihn. wenn er Verstellt sich Gedanken zu machen.eine tiefe seelische Depression überkommen. Eine völlige Losung der-Judenfrage ohne 'faule und Vermischung ist nicht möglich, wenigstens nicht ini .modernen Staate. Halbe Losungen sind nicht ganze. ' f . •: L ud doch giebt es Juden, die ihre Leberzeugung nicht opfern wollen, die sich für eben solch anständige Menschen halten, wie die" •Christen, die behaupten, dass ihre Religion ihnen ■■ -f -. - j-u ,"/ f..■ . » •. nicht verwehrt, ebensinlch gute Deutsche zu sein. Ks gic'bt skeptische Juden.1 die jedes Wunder leugnen and auf Grund ehrlicher Selbstprüfung ein Taufbekenntniss nicht ablegen können. r 's-.. •> - ' E. : .' "V ' Giebt es Hier gar'keinen Ausgleich - Wird ein hochgebildeter' jüdischer Akademiker oder Grossfabrikant, stets gesellschaftlich gleich dem ärmsten ' jüdischen hessischen Yiehtreiber eingeschätzt werden: .Es isjt hohe /Vit. dass sich endlicji die gebildeten Kreise mit dieser Frage gewissenhaft bcschältigcn und vor allem ehrlich an ihr Studium herangehen. Der prinzipielle Rasscnantisemitismus ist ein (f'nding und vor allem eines gebildeten Menschen unwürdig. Der heutige Jude ist nicht sub specie acternitatis yju betrachten, sondern sub sjjecie evölutionis. Vererbung und Anpassung haben den Typ geprägt, •l'nd diese beiden Faktoren wirken weiter -fort und werdeil immer neue I Abarten des Typs erzeugen. Die Mimikry des Juden ist erstaunlich., Aber sie kann sich, wie jede Mimikry, nur auf bestimmte. Eigenschaften erstrecken. Der Typ selbst bleibt bestehen, wenn er ' nicht durch neues Blut geändert »ird. Neues Blut bann nur durch Vermischung zugeführt werden. Wer giebt aber heute ..einem Juden" seine Tochter zur Frau: I>t. ein Offizier, ein höheres Beamter denkbar, der eine Jüdin heiratet: . Ist der Fall des amerikanischen Botschafters vergessen, den Bismarck ablehnte als Gatten'einer Israelitin:' L'nd anderseits ist auch die Neigung auf Seiten..der Juden gering.-die Tochter der ..Anderen - heimzuführen.. Hin furchtbarer Fluch lastet auf «lern aus-' erwählten Volke. Gewiss. esk hat heute noch viele, grosse und schwere Fehler, L'nd heute vielleicht noch mehr wie früher. Aber es ist -nicht "allein schuldig, furchtbar ernst tritt an den gewissenhaften Deutschen die Frage heran. Mit allgemeinen Worten, mit verächtlichem Achselzucken, mit blossem horror darf man sie nicht abthun. D.i* wäre, wie gesagt, eines modernen Gebildeten unwürdig. In unserer skeptischen Zeit, wo alle Religionen-wanket* wo der Kinlluss der Naturwissenschaften auf die Weltanschauungen immer deutlicher hervortritt, ist es direkt ein Verbrechen gegen den heiligen Geist des Intellects, w enn man a priori-jetles einzelne Judenindividuum mit demselben Maasse derVerachtung misst. Sollen einzig und allein die Sozialdemokraten den Ruhm gemessen, im Menschen blos den Menschen zu sehen: Sollte Darwin umsonst gelebt, haben: