Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Article
- Beilage zu Nr. 4
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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t hcitliche Charakteristik unnv">glicn. Seit dem ■Jahre I87U ist eine neue Judengcneration in Deutschland entstanden, die,von der älteren nur noch wellig weissi Was zunächst die religiöse Seite anlangt, die Frage, an was der heutige Jude glaube, so zeigt sieh hier sofort, wie absurd es ist. das Kmzelindividuufti mit der ges.mimten Kasse zu identilicieren. In religiöser Beziehung stehen sieh Orthodoxe und Liberale sehron gegenüber. Die ersteren halten streng an ihren altehrwürdigen Lehren und wollen nicht . einen Deut aufgeben.' Sit ut est. aut noh sit. Jedes'"Wort, jede Vorschrift gilt ihnen djireh die Tradition, als heilig. Die Speisegfesetze werden noch streng gehalten, jede Ehe mit "den ..Anderen - als eine Schande, als ein Verbrechen angeschen. Die altjüdische Religion war eine lokal begrenzte und nur für'dieses Volk an- -gepasst. Alle Gesetz» zielten ilarauf hin..die Absonderung von den anderen Völkern schärfer zu gestalten. Bleiben nun die orthodoxen Juden starr am Buchstabenglauben stehen, wollen sie ihre Religion nicht ..weiter bilden ", so müssen sie nach ihrer -Fac> in selig werden. Religion ist nach dem. prägnanten Wort Kaiser Wilhelnts II das persöritiche Verhäftniss des .Mensehen zu Gott. Der {• Siegeszug tles t'liristenthums in allen Landen i-t dem I "mstande v< <r allem zuzuschreiben, dass seine Bekenner ..praktisches » hristciithum' auszuüben suchten, in dem Sintie. dass sie,das Dogma festhielten, den Neuzubekehrenden und Neubekehrten aber alle m< •glichen ».". >ncessi< »neu machten: dass ^c den ..ererbten'' Glauben stets „anzupassen"4 wussten. -dass keine kummervolle Inzucht stattfand.' sondern beständig irisches neues Blut zuströmte. Neue Anhänger, neue Apostel: neue Kampier, neue Erfolge. Line Orthodoxie,, die ihre Anhänger nur in ' die .eigene engbegrehzte Welt weist, schädigt sich selbst. Die freiwillige Sep»iratioittmacht böses Blut bei den draussen Stehenden. Wer sieh selbst für ...uiserwahlt'- für Outsider "hält. ' darl sich nicht beklagen, wenn er auch von den Andern anders behandelt wird. Den orthodoxen luden stehen die liberalen und radikalen gegenüber. Sie zerfallen wieder in solche, die noch halb und halb Anhänger sind und solche, die keine Ahnung mehr haben, was Judenthum eigentlich ist. Die Ersteren haben im Elternhause vielleicht noch die Ausübung der alten Gebräuche etc. gesehen und halten aus Pietät aii ihnen noch fest : die Letzteren aber t ' haben kein Interesse mehr an der Religion, die ihren Bekennern hur Spott und Hohn einbringt. Nur ..wenig Moderne beherrschen' noch die hebräische Sprache. Deutsch ist auch ihre Muttersprache. ' . Alis all diesen Erwägungen ergiebt sich zur Evidenz, dass die jüdische Religion, oder sagen wir das. Gefühl für 'jüdische Religion bei sehr vielen Juden einen Zersetz ungsprozes's durchmacht, wie er sich früher noch niemals vollzog. Das Wichtigste ist, <kis<; ein Teil' der Juden anlangt, sich seiner Religion zu schämen, die den Vorr fahren das Heiligste war Kurz, das Dogma wohl ist rein und lauter,''die Ausübung desselben aber ist in der Entwicklung stehen geblieben. — In körperlicher Beziehung istdic I )pgcncricrung der jüdischen Rasse, zuni Stillstand gekommen. Die bessere, durch den besseren verdienst er möglichte Ernährung, das durch den äusseren Druckbedingte engere. Familienleben, welches den_Familicnvater Trunk und anderen Völlereien entzieht, die sprichwörtlich angstliche Fürsorge, für die "eigene Gesundheit, das Gefühl des Sess- "hattseins und des gesetzlich gesicherten Besitzes — alles <las haben bewirkt,, dass •dtp'< «Institution., im Allgemeinen eine' bessere wurde, wobei die Thatsacbe, dassStoffwechselkrankheiten sehr häufig unter ihnen sind, belanglos ist. Natürlich wird die Gesundung des Körpers, die Regenerierung immer weitere Fortschritte machen, wenn erst die jetzigen Kinder, die 'zum ersten mal eine gut genährte und im allgemeinen gesunde Generation darstellen, zum Fortpflanzungsgeschäft kommen werden. Dazu kommt, dass der Jude durch dieTheilnähme an - der allgemeinen Wehrpflicht von Generation zu Generation immer mehr physisch gesundet, dass die modernen Sportsbewegungen in ihrer Wichtigkeit von der Intelligen'z voll gewürdigt. Werden: So wirtl immer mehr der kleine verwachsene, schwächliche, entkräftete Typus verschwinden. Die Dtcnsttauglichkeitsziffern der ■ Rekrutierungslisten geben darüber klaren Aufschliiss. Mit dem' Gefühl des Wachsens der Kraft wird naturgemäss auch das Selbstgefühl ein. stärkeres. - Hand in Hand mit . dieser körperlichen Regenerierung ging und geht die intellektuelle. Die geistige Stellung, das geistige Leben der heutigen luden ist ganz 'eigenartiger Natur. Die Kinder gemessen die beste Erziehung. Zu den Gvm- — " U