Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 4 - Mai
- Article
- Beilage zu Nr. 4
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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der Umstand, dass er den. Grund für die. auf ihm aufbauende Weltreligion abgab. Die damaligen Juden müssen ein kräftiger Menschenschlag gewesen sein. Das bezeugen ' die Hehlehkümpfe der Maccabäer und die todesmuthige Vcrthcjdigiiing' des Tempels gegen Roms unwiderstehliche Meere. Im Innern waren sie in zahllose Secten gespalten, durcli sociale Klüfte getrennt, durch unzufriedene Flemcnte für den Sozialismus vorbereitet - kurz, ein \'olk wie andere Völker damaliger Zeit. Und dann, als sie vertrieben waren und wie •die Spreu im Winde überall hin verstreut wurden, da hielten trotzdem die Kinzelindividuen treu an ihrem Nationalgotle. obwohl er sie verlassen hatte, liier setzt, die Tragik ein. Hier ist für den ob- ^iektiven Forscher, der ivoraussetzungslos alles Andere bei.Seite schiebt, die Wurzel aller jetzigen Juden not Ii, der subjektiven und objektiven, wenn man s<* sägen darf. ' Wohin sie' auch kamen, überall waren sie Fremde. Freilich, kein Volk war so roh. dass. es niclrtj den Heimathlosen Gastrecht gewährte. Und hätte nicht die Verlieissung von der Wiederkunft des' Messias sie. ganz vbcsee.lt, hätten (.sie sich nicht >t< >l/ für* besser und auserwählt betrachtet, hätten sie nicht die Khe und das Speisen mit ihren Gastfreu n den für ein. Verbrechen Angesehen, so wäre die Verschmelzung mit ihrer Umgebung allmählich erfolgt, di<-' Assimilirung nach und nach völlig von statten gegangen, alliy-dillgs auf Kosten ihrer heiligen Nationalrelfgion und Nationalität. Damals hatten sie noch die Wahl. Lange Zeit waren sie sogar boöh angesehen. Ganz richtig weist I e n t s c-li Zeit No... 301)' auf die glänzende Lage der Juden im Karolingerreich hin. die'nach Menzel so .beneidenswert Ii erschien, d.ass selbst christliche Geistliche in die Synagogengemeinde, eintraten. Die damalige Macht der,, Juden in Deutschland beruhte auf den beiden Umständen, dass sie unter ganz naturw irthschaftlich lebenden Völkern die einzigen waren, die das GeldbedihTniss der Fürsten befriedigen konnten, dass sie neben den Yenetianem die einzigen Grosshändler und neben dern römisehen Uterus die einzigen,Literaten, allein im besitz einer höheren < ultur waren. Roscher läat die Thatsache hervorgehoben, dass die Stellung der Juden in West- und ..Mitteleuropa von der Zeit ab.erst Gegenstand rechtlicher Angriff wurde, da eine ansehnliche st.Mhjjsche Beyölkcrjung heranwuchs und der dcutschcHandelsstandalsUnncurrcnt des Juden erstand. In Italien, wo von der Römerzeit her_ städtisches Leben herrschte, die Kaufleiitt/ueiv Juden im Handel überlegen waren, sind die luden weniger angeföchterf worden. Sicher spielt die sociale Frage eine wichtige .Rolle _in diesem Zwiespalt. Aber die Hauptfrage, war .damals n'oeh entschieden die . ivligi'ise.-- Mit Blut und Fisen hatten die Karolinger'die;...Religion der f». - * T Liebe" in Deutschland eingeführt,, und siegreich war das < •hristenthuni. durch Kaiser'-.und l'a|>->t gefördert,' vorgedrungen. Wer >ich"diesen.mächtigsten Faktoren entgegenstellte, wurde vernichtet. Die Juden waren .die, natürlichen,-/ geborenen Gegner., Das frisch bekehrte Volk Ti<*te in: den Kirchen, wie jene Fremdlinge seinen .Heiland "gekreuzigt hätten, wie sie verflucht wären" zur Strafe in ilcr Welt herum/uirren. wie ihre Religion «lern FJntergange geweiht sei. , Die Juden aber konnten und wollten nicht einsehen,' dass ihr alter Gott schlechter sei, als der neue. Wo srl||'te ihnen die modere Krkcnntnis herkommen, dass jede Religion, auch «U<_hehrste und lauterste, weiter" gebildet werden könne J Sie blieben \mt/. aller Verfolgungen bei ihrer Religion. Siehor'.hätl'eti unzählige Taufen stattgefunden, wenn die neue Religion nur durch sich selbst gewirkt'hättet wenn nicht der äussere-Druck ausgeübt worden wäre.- --■ Ks kam. wie es kommen musste: Die Gegen - ••atze' bildeten sich immer mehr aus. Die Absonderung wurde jetzt eine 'gewaltsame;, nicht mehr freiwillige. 'Hatte sich der. Jbdt früher' selbst zurückgezogen und die Berührung mit den J -' ' *>v ' '■ > :»* Andereil nicht gesucht, so wurde er jetzt gewaltsam zurückgestossen :. hatte er .anfangs, die Beschäftigung mit seiner heiligen Leine als eine - - '* v » -■ besondere Aufgabe betrachtet, so wurde er jetzt gezwungen, 'dies ausschliesslich' zu-tlum. .Die Rassengegensätze mussten sich immer mehr aus-" prägen. Die religiöse Frage hatte'einen mächtigen Bundesgenossen in der sozialen I )ifferc.Hzierring ' gewonnen. Die luden wurden Von allen .Zweigeu des öffentlichen Lebens ausgeschlossen; . nur das' Geldgeschäft, das Zinsnehmen wurde ihnen gestattet. Das canonische Zinsverbot erlaubte bekanntlich den Anhängern des FvangeliiulVs nicht Zinsen zu nehmen. Nun kamen aber; Wie T.i e b'e ausführt, weder Kaufleute noch Fürsten, .am. wenigsten die geistlichen Fürsten ..und am aller wenigsten die Päpste ohne Credit aus,, den ihnen Niemand -umsonst bewilligte. -Da Verfiel man denn auf' den Ausweg, den Juden, die ja' nicht •an das Gesetz Christi gebunden seien, 'das Zifisnehmen, das Wuchern,, zu gestatten und zwar wegen des ungeheuren Risikos auch zu ungeheuren