Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 3 - April
- Article
- Beilage zu Nr. 3
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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wenn auch zur Heining der Andacht religiöse Vortrüge und einzelne Gebet]«' in der l.andcs- , sprudie zur Einführung gelangt waren, die durch Mannheimer lio würdigste i iul zugleich wirksiimste Vertretung fanden, so sojlte doch auch bei dem neugeregelten Kultus, im Gegensatz zum Berliner Reformgottesn1 enst,, d cjt V«.»r- I) c t c r, wie bisher« der Hauptträger der tjottejsdienstlirhen Handlung, sein und bleiben. Wo fand sich aber jene Persönlichkeit, «(io geeignet gewesen wäre, durch Wissen und Können, durch geniale Veranlagung nach mancherlei 'Bichtungen hin. als Heorganisator. ja als ■ Pfadfinder auf dem arg vernachlässigten. Gebiete des Synagogen-Gesanges mit Erfolg zu wirken? w<> jene machrvoll künstlerische Individualität, die im Stande gewesen wäre, mit scharfem Ohr. mit lebhafter Begeisterung den Pulsschlag des'jüdischen Herzens zu vernehmen, das Sinken und Klingen der jüdischen Volksseele trotz des überwuchern den musikalischen Schuttes zu erlauschen und melodische Perlen in aeitgemi Fassung der Mit- und Nac zu überliefernV' als schlackenlose, isser künstlerischer iwclt unverfälscht fand sich in einem in Saloninn Sulzer. les . Auserwählten e Vorsehung ver- I>mso Persönlichkeit,, sie Sonueukind. des Schicksals. In weiser Voraussicht der' hohen, heiligen Mission. deren Erfüjlluug hartte, hatte ihn eine gtiti Bchwendefisch ausgestattet m|i\ den herrlichsten Gaben tuiij einem schon in frühester .lugend bethätigten festen Willen diese Gaben «lern Dienste Gottes zu weihen. Schon seine kiinl liehen Spiele verrieten die Neigung für seinen zukünftigen Beruf, denn seine häufigste und liebste Beschäftigung | bildete das ..Synagogen stets zum Vor« sänger ernannte und stimme ertönen liess. Der wohlhabende Vater ilberhelle Kinder* hatte zwar die Absicht, seinen am .'{U.März bsOI in dem Tiroler Marktflecken Hohcneius geborenen Sohn Salomofl dem Kaufmannsstande zu widmen, aber seine gemüthvolle Mutter, Befähig mg und Neigung ihres temperamentvollen Lieblings Erkennend, trug, zunächst verschlossen in ihrem frommen .Mutterherzen, andere, heiligete Wünsche. Ein äusseres Ereignis, markwürdig und bedeutungsvoll genug. unidcssenErwähnuiigzu rechtfertigen, sollte den geheimen Wunsch den Weg linden lassen vom Herzen zum Munde der Mutter. Die Ems, ein ivissender Geblrgsbach in <Ier Nähe ile'r elterlichen Wohnung, wai* " in Folge Hochwassers weit Über Seine Pf er getreten. Das .'erhabene Naturschauspiel leckte den damals 7jährigen Salouion in unmittelbare Nabe. 1 Da. ein Schritt zu weit vorgewagt,-iuid' er wurde, von ddr reissenden Strömung ergriffen-. Unter gellendem, durchdringendem Aufschrei, dem wilde», tosenden Elemente-preisgegebenschien er .-rettungslos, verloren Vörden Augen Bdinerdurch den Schreck fast gelähmten Mutter, - vor vden Augen heraneilender Nachbarn die «ten* Verlust des eigenen Lebens befürchtend^ hellend nicht eingreifen konnten. . '•; ■ .t. k; , Wo Meiischenhilfe versagt'«*'. <?r-barmte si.ii des Kindes eine mächtige Welle. Sie .schleuderte deli bereits bewusstlos gewordenen Knaben auf eine »eichte Stelle, von der ans er, mit Leichtigkeit gerettet und in die Anne., seiner Mutter gelegt werden konnte. ■' \ '•%..* ' Angesichts dieser ans Wiind«*rl«irc' gVenzenileri Kettung gelobte die überglückh'Cjhö Mutter,, jetzt im Einverständnis mit ihrem.'-Gatten- «n« in überströmender Dankbarkeit gegen den".allmächtigen''Rette^- in der Not. ihren -Sohn nun. endgiltig dem'Dienste Gottes zu .weihen.-. Neben umfassenden, gründlichen allgemeiiiJ-n hebräischen Studien erhielt' er fiir 'seinen zukünftigen speziellen Beruf werthy^Ue Anleitung durch den damals in Hohcut'Uis wirkenden' Vorbeter Eichborg, einem Bruder .de* 'noch in bestem Andenken stehenden.', ganzhervorragenden. Vorsängers Eichberg in Stuttgart.Nach einigen dahren wurden aber diese Studien unterbrochen dqrcli die plötzlich erfolgte. Aiisweisniig des Ausländers Eichberg aus Hohenems und der damals 13jährige Sulzer '•erlitt; sich,, die augenblicklich herrschende ■, Verli-genbert;- benützend, seinen Lehrer zu vertreten.. Dieser, scheinbar kecke Versuch gelang -jedoch* so überaus glänzend, dass einer sofortigen 'Wahl "zum ständigen Vorbettynur die allzu gois-:e 'Jugend im Wege stand. ■ Allein, seine Gönner wollten diesen'. Einwand nicht gelten lassen, wandten'sieh vielmehr mit einer Eingabe an den , Kaiser Fi anz und dieser bestätigte den Knaben zuiii Kantor «1er Gemeinde IJohcncms und gewährte , -ihm. einen sofortigen dreijährigen l iiaub. -uin .'seine Vorbereitungen für «las heilige Amt; vpllenderu zu können. Y.n diesem Behüte ging, er zunächst nach Endingen in der Schweiz zu dem Vorbeter — lö —