Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 3 - April
- Article
- Beilage zu Nr. 3
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Sie führte (feil innigen Synagogennusikalische Durch uml Basis jedes ifiens, nahezu vöUgefunden und •erfunden werden, die eben nicht jeder nachahmen konnte, u id so begann die Unheilvolle Entwicklung des sc'genannten Virtuosen - •thunis unter den (hasainm Verfall des keuschen, einfach gesanges herbei. An sein«: Stelle traten die unglaublichsten \'irtu< >senkunststiick'c, die Vöhl ausserordentliche Stimmbegabung und Kehl fertig keit erkennen Hessen,'noch nifchr aber Hessen sie erkennen unglaubliche Geschmacklosigkeiten, weil in den meisten fällen eine btldung, die Voraussetzung 'wahrhaft . künstlerischen Sch; standig fehlte. Doch dieser Zopfstil, wie ich ihn nennen möchte, diese endlosen, wortlosen i öl<>raturcn, dieses gewaltsame Zerreissen des Satzfand Wortsinns, diese l'ebcrlyiufung v<in allerlei Schnörkel- Verzierungen, auch sie fanden begeisterte-Anhänger und Verehrer. Dieser Zopfst 1 forderte aber auch den- Spott und Hohn geistvoller .Männer heraus, die in solchen Künsteleien eins verdammensw erthe Herabwürdigung des jüdischen Gottesdienstes erblickten und (lie Trägei dieser entarteten Tochter der Kunst, die ( nasanim, .allgemeiner Lächerlichkeit preisgaben. Als Pendant hierzu mochte . ich-Innen heut die Lektüre eines Gefliehtes angelegentlich empfehlen, das Rabbiner Dr. firunwald in den .Mit theihmgen für jüdische Volks- Ks ist schofr um der Gesellschaft künde. Heft 14, veröffentlicht, deswillen von kulturhistorisc lern W erth, weil es in zwar sehr derber, aber aü(h sehr anschaulicher Weise das Leben und Treibe Jahrhunderts in Haus und Syi I latte [ sich ^al C'harisi C scheibe seines Spottes erwählt, so erörtert unser Autor. Selichower mit Namen, die f rage, warum wohl im Jahre »1060 die e Cieulloh, nicht gekommen, der bestimmt erwartete Messias nicht erschienen sei und macht für die getäuschten Hoffnungen das tadelnswerthe Verhalten des Publikums imG itteshausc verantwortlich. l der Juden des 17. rtagoge "schildert. en < hasan zur Ziel Kr erzählt uns alsdann in Judendeutsch von dem man den Männern. dic> durch pro durch Streit und Hader den ( i< und stören; er geisselt und jener Krauen, die. statt in Demuth zu beten, das Gotte um mit ihrem Schmuck, mit Jehl damals üblichen igelnden Anstand bei ine, Unterhaltungen, ttesdienst entwürdigen beklagt die Sucht Bescheidenheit und haus aufsuchen, nur ihren Gewändern zu prunken, nur um Neuigkeiten' zu erfahren und weiter zu Verbreiten. Kr vermisst' schmerzlich die andächtige Sammlung der betenden Gemeinde und belehrt uns durch . seine 'warnenden, T\r- ' mafthungen, dass auch leider schon damals die von mir . rühmend hervorgehobene Kewnnoh nicht immer und nicht überall in jüdischen Gotteshäusern anzutreffen gewesen ist. ' - ' : . e ■ * : :. ""- - Als gar in Krankreich die Menschenrechte proklamiert wurden und von d<irt' aus , als-für uns Juden segensreichste l'olge (ler'französischen Revolution mit der Wucht einer Weftposauhe durch Europa"Lande der ewig denkwürdige. K'lf erscholl: Alles, was Mens'chcnaiitlitz tragt;"" soll auch dte' gleiefTen Menschenrechte gcuicsseir,' als vor dieser Freiheitssonne die '«bcttopiauern, das Schanddenkmal mittelalterlicher Kihsteriiiss'- und Unduldsamkeit, in ihren Grundveste.n er>chüitert, nach und nach dahinsanken und verschwanden, da fand bei einem nicht geringen-Theil der -sogenannten jüdischen guten Gesellschaft .-w-.iedenim (ler alte Erfahrungssatz'seihe traurige Bestätigung. ', Wenn es dem Juden ' zu gutgeht, dani) schlägt er aus, dann wird er' übermtithig, und verlässt: seinen Gott, der ihn geschaffen. - ' ■ -r .•<;.,*; Intelligente Juden und Jüdinnenvon'der W ende des 18. zum 19. Jahrhundert, die .mit fabelhafter Energie, mif erstaunlichem Erfolge die weltlichen Wissenschaften in' sich aufgenommen hatten, die schliesslich in der Metropole '1 der Intelligenz, in Berlin, durch -ihre berühmten Salons in geistiger Beziehung tonangebend geworden waren, sie sahen in ihrer 'Mutterreligion. der sie sich immer mehr und üiehr .eiVtfrejiidet hatten, nur noch Kunzein, nur noch'Schattenseiten, nur lästige Kesseln, und wandten' sich in hellen Haufen der Tochter, dem. l hnsteuthum zu. Ein andrer Teil, der zu charaktervoll -war,' um seine < onfession zu wechseln, wieman ein Gewand mit einem andern vertauscht; fühlte "sich; abgestossen von einem . verwahrlosten, die dsdic-. tischen Gefühle verletzendeil (iotlekdieuste und vermeinte, durch eine gründliche Neform des- _ selben, das Judenlhum vor ...seinem-; gänzlichen Verfall'zu retten. Die Kührer dieser Richtung glaubten, ihr Kettungswerk am nachdrücklichsten' "dadurch* fördern zu kennen, dass sie aus dem Gottesdienste so ziemlich Alles verdrängte!*'.- w.is 1>isher; als . spezifisch und charakteristisch '..] ii d i sc Ii gegolten hat. , :- '.'; ' - " — 13 —