Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1905-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 24 - Uebeitjag : Mk 12,738.50 Von der Breisgau-Loge ......... Mk. 500, ,, Emtracb.t-I.oge-,........ „ 260,— ., Dasseldorf-Loge....... „ 200,— „ ., Gotha-Loge ......... „ 904,— ,, „ Starkenbarg-Loge....... ,. 1440,— Bergischen-Loge Mosel-Loge Saar-Loge 618.30 271 - 100, Maimonides-Loge . . .?. . . '. 600,- Herder-Loge . . Julias Plotke Loge 410.— 394,- Toleranz-Loge........ .. 420,- Henn Phil. Bremer i. Jarotschiu der Israel. Gemeinde i. Hilbringen , ,, i. Sulzburg Hr. Bezii ksältesten Meyer-Sommer j in Mühlheim . . dem Frauenverein i. Emmerdingen der Gemeinde lhringen-.... Herrn Rechtsauw. Frankel. Kotigst rasae .14. . . . . . Glogow»ky, Friedrichstr. 250 I Hr. S. Salortoa. Küpeni keist. 5 J ,',"t, n lnrch Bezirks u. Konferf n z- I H*hb. I Br. Dr. I Lt'wia f i. Frei- I bürg I i. B. «lar'-li •Im Oro«- 5- 41,30 66,— 6,15 25, 21,15 20, 40,— 5,— Mk.. 19,085.40 Im Ausclilüss an die uns zugefuhiten Spenden sind Seitens der Logen mannigfache Wünsche geäussert worden. Aus denselben sei hervorgehoben. da«s nicht nur die aus wandernden sondern auch die in RussUnd verbleibenden Glaubensgenossen, deren Verhälmisse als gleich traurig geschildertwerden, zu unterstützen seien, und dass die jüngere Generation unter den Juden Russlands nicht nur wie bisher eine ausschliesslich religiöse Erziehung erhalte, sondern durch praktische Ausbildung uud köiperKche l'ebuug befähigt werde, den Kampf um eine Existenzenergisch und erfolgreich aufzunehmen. Bei den Verhandlungen mit dem Hilfsverein'der deutschen Juden werden die uns geäusserten Wünsche Vertretung tiuden. und soll hierüber, sobald etwas Definitives erfolgt, in unseren Berichten referiert werden. . Der hiesige Verein für Arbeitsnachweis (Bnei-Briss) hat im Laufe des Januar 178 Personen dauernd und 55 Personen vorübergehend untergebracht. Auszug aus dem Bericht des Dp. E. Zivier über die archivalische Informationsreise durch einen Theil Süddeutschlands, erstattet in der Sitzung der Archivkommission v. 26. Dez. 1!«04. Meine Herren! In Ihrer Sitzung vom 27. Sept. des laufenden Jahres haben Sie u. A. den Beschluss geiasst, mir den Auftrag zu ertheilen: 1 Im Laufe der nächsten Jahre einige archivalische Informationsreisen, jede von je etwa zwei Monaten Dauer, durch die jüdischen Gemeinden des deutschen Reiches zu unternehmen, 2. mich während dieser Reisen u. A. auch darum zu bemühen, dass in den einzelnen Provinzen geeignete Persönlichkeiten gewonnen werden, die geneigt wären, die Institution des Allgemeinen Archivs zu fördern. Schon am 31. Oktober war ich — nachdem ich mir einen Ferienurlaub erbeten hatte — in der Lage, mit einer der Informationsreisen zu beginnen. Einem hier in der erwähnten Sitzung vom 27. Sept. ausgesprochenen Rathe gemäss sollte die erste Informatiosreise sich auf Süd- und Westdeutschland erstrecken. In der That musste man an den Stätten, wo jüdisches Leben und jüdische Wissenschaft schon am Ende des ersten Jahrtausends der üblichen Zeitrechnung blühten, auch besonders alte und besonders wichtige archivalische Schätze vermuthen. Von der Dauer von sechs Wochen, die ich für diese Reise in Aussicht genommen hatte, sind mir nachträglich dadurch, dass ich meinenLJrlaub in Folge wichtiger beruflicher Angelegenheiten plötzlich abbrechen musste, neun Tage genommen worden, so dass mir im ganzen 38 Tage für die ganze Rundreise, mit Hin- und Heimreise, geblieben waren. In dieser Zeit ist es mir dennoch, in Folge des freundlichen Entgegenkommens, das ich unterwegs bei den Vorständen und anderen Persönlichkeiten gefunden habe, möglich geworden, zwanzig Orte zu besuchen und Nachrichten über die dort bei den Gemeinden, wie auch besonderen Körperschaften, Rabbinern u. s. w. befhdliche Archivalien, Akten und Registraturen zu sammeln. . . . Die von mir besuchten Orte sind : Worms, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Marinheim, Heidelberg, Mosbach, Speyer, Karlsruhe, Bruchsal, Strassburg i. E., Sulzi. O.-E rStuttgart, Ulm, Augsburg, Regensburg, München, Nürnberg, Fürth un<} Frankfurt a. M. Ich habe mit Worms begonnen, da man bei einer Gemeinde wie die Wormser, die der Sage nach von den Benj iminiten begründet worden ist, deren Mitglieder dem Maasse-Nissim-Buche zu Folge sich auf Esras Aufforderung geweigert haben, nach Jerusalem zurückzukehren, deren thatsächliche Geschichte aber auch auf ein ganzes Jahr« tausend zurückblickt, ganz besondere archivalische Schätze vermuten musste. In der That habe ich hier auch, wenn auch nicht ein Archiv, so doch sehr bemerkenswerthe Bruchstücke eines vermuthlich einmal vorhandenen grösseren Archivs vorgefunden. Die Ueberreste der alten Archivbestände hatte das um die Wormser Gemeinde sehr verdiente dortige Mitglied, Herr Julius Goldschmidt, in einem Speicher über der alten Gemeindestube gefunden. Er hat sich der vernachlässigten Denkmäler älterer Zeit mit warmer Liebe angenommen und ihnen nicht nur eine bessere Unterkunft verschafft, sondern sie auch geordnet und ein ausführliches Verzeichniss derselben angelegt. Von diesem lepertorium bin ich in der Lage, Ihnen heute eine vollständige Abschrift zu überreichen. Um Ihnen einen Begriff von dem räumlichen Umfang der Wormser Archivalien zu machen, will ich bemerken, dass sie sämmtlich in einem mittelgrossen Schrank im Sitzungszimmer des Vorstandes, uud zwar in einzelnen vartons. untergebracht sind. Ihrem Inhalte nach bestehen sie: a i aus 22 Pergamenturkunden in Buchformat, von denen einzelne von Moder etwas gelitten haben. Es sind dies meist Kaiserliche Privilegien, die Juden in Worms betreffend, aus'dem 16. und den folgenden Jahrhunderten. Ein Privileg Kaiser Karls IV. aus d. J. 1318 und eins von Kaiser Wenzel aus d. J. 1378 sind nur in Abschriften vorhanden.