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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1905-02-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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spielsweise an einem einzigen Nachmittag in seiner Sprechzeit 4—5 Petenten ihn in Logenangelegeuheit-u in Anspruch nehmen, wie das tbate&chlich des öfteren vorgekommen ist. Hier soll noch ein weiterer Uebelstand erwähnt werden. In unseren Monatsberichten sind häufig, und besonders in der letzten Zeit, Aufsätze enthalten, von welchen die Verfasser derselben sowie das Redaktions-Comitö die Auffassung hatten, dass sie in den Logen eingehend behandelt, und dazu beitragen würden, nicht nur gelesen .zu werden, sondern auch anregend und befruchtend auf die Logenthätigkeit zu wirken. Das scheint doch aber nicht zuzutreffen, denn von keiner Loge ist bisher irgend eine Mittheilung an die Grossloge gelangt, aus welcher zu erkennen wäre, dass jene Arbeiten aufgenommen und eingehend behandelt worden wären; es macht vielmehr den Eindruck, als ob jene Aufsätze lautlos verhallen, wohl nur selten gelesen werden. Gewiss hegen die Autoren jener Artikel nicht das Verlangen nach Aneikennung oder gar Lob, dieselben werden aber von weiteren Arbeiten für unser Organ sicherlich abgehalten, wenn die Logen den Arbeiten eine solche Tneilnahmlosigkeit entgegenbringen. Der Zweck der Monateberichte ist doch in erster Reihe der, die Logenarbeiteu zu vertiefen, und sicherlich tragen namentlich die wissenschaftlichen Artikel hierzu bei, wenn seitens der Logen auf dieselben eingegangen wird. Wo aber das Interesse hierfür fehlt, kann auch mit den besten Arbeiten nichts erzielt werden, und desshalb beruht t es mindestens eigenartig, wenn gegeutiber dem betonten Missstande der Vorschlag gemacht wird, bezahlte Referenten in den einzelnen Logen zu bestellen, die über die Tnätigkeit ihrer Logen zu berichten hätten. Nun, der geschäftsführende Ausschuss hat hierzu, und mit Recht, einen ablehnenden Standpunkt eingenommen, weil durch bezahlte Referenten das Interesse für unser Organ kaum geweckt werden dürfte. Mögen doch die w. Logen zunächst durch Mitteilungen an die Grossloge bethät'gen, dass das, was uns-jre Monatsberichte bringen, von ihnen gelesen und eingehend behandelt witd, dann werden sich auch weitere Mitarbeiter finden, und unser Organ witd reichhaltiger als bisher ausgestaltet werden können, möglichst für jeden etwas Illingen. . Aus der letzten Ausschusssitzuug seien hier folgende Punkte hervorgehoben, die wohl xlas weiteste Interesse finden dürften. 4 Von einem Bruder, der unter keinen Umständen genannt sein will, ist der Grossloge der Betrag von Mk. .JOCOO zur Verfügung gestellt worden zum Zwecke der Fötderung der in Kolomea (Galizien) ansässigen jüdischen Handwerker. Daselbst besteht zwar bereite eine Darlehnskasse, die von der Baron Hirsch Stiftung mit 7OO0O Kronen fundiert worden, indessen, dieser Betrag reicht keineswegs aus, um auch nur einigermassen dem Nothstande unter den Handwerkern zu begegnen. Die uns zur Verfügung gestellten Mk. 30000 sollen auf 10 Jahre zinslos der Darlehnskasse in Kolomea als weiteres Betriebskapital überwiesen werden, wofür die Kasse, wie bei jedem anderen Darlehn 5 Prozent Zinsen erhebt. Von diesen Zinsen sind 37* Prozent zu einem Reservefonds; anzusammeln, welcher alljährlich an strebsame jüdische Handwerker' "in Kolomea als Unterstützung, also nicht rückzahlbar, verwendet werden soll. — Da, wie bemerkt, der betreffende Bruder nicht genannt sein will, muss die Grossloge als Contrahent figurieren und zwar, da uns die Rechte einer juristischen Person fehlen, der jeweilige Grosspräsident. Infolge dessen haben wir uns bereits mit der Baron Hirsch-Stiftung in Wien in Verbindung gesetzt, um ein entsprechendes recht verbindliches- Abkommen mit demselben herbeizuführen. Wer sich vergegenwärtigt, dass der ganze Verdienst der Handwerker in Kolomea auf Zinsen für entnommene Dajrlehn dranfgeht, falls diese überhanpt strebsamen Menschen Wucherern in die Hände fallen, der wird ermessen können, welclrSegen mit dem uns gewordenen Anerbieten gestiftet wird, falls dasselbe auf der bezeichneten Grundlage durchgeführt, werden kann. Ueberdies sind wir zu der Annahme berechtigt, dass, wenn dieses Vorhaben durchgeführt werden kann, uns auf der gleichen Grundlage n-xh weitere Beträge übet wiesen werden dürften, so dass in noch giösserem Umfange' den jüdisshee Handwerkern in Kolomea wird geholfen werden können. In Lissa wird am 11). März^cr. die dortige Loge installier, sie wiifd den Namen führen „Raphael Kosch-Loge". Hierselbst Wird die Errichtung eines jüdischen Mädchenheims geplant; I zur Bexathung dieser Angelegenheit, resp. Durchführung derselben ist auch' die Grossloge zugezogen worden, und. wjr sind dieser Anregung durch Delegierung zweier Vorstandsmitglieder der'jüdischen Toynbee Halle hierselbst gern gefolgt. .f.- Auf Antrag des FiiiauE-Comite» wurde beschlossen, den Beschlttss des General-Ormitcs auf Erhöhung des Beitrages zum Neuen Centrai-Fonds vtrrerst lacht zur Ausführung zu briugen, bis übersehen werden kann, ob nicht mit den vorhandenen Mitteln und dem bisherigen Beitrage zum Neuen Centrai-Fonds ausgekommen.werden kaun. Zufolge uuseres Auffufes-.vom Januar er. zu Guusten der russischen Glaubensgenossen;sind .uus bisher folgende Spenden zugegangen: /-".: ' ' . . - Von der Deutschen Reichs-Loge j . V, . - ". . Mk. ir,oO — „ ,, Mamreh-Loge .. . ..' . . .... .* :>50,— „ ,, Humanitas-Loge. . — / . . . >i 200 — n 1400,— „ „ Caritas-Loge . >■'• y- „ „ MendeUsohu-I-oge .' . . ... . u 88,50 :!' 400,- „ „ Eger-Loge; •. •■' »> 300 — „ „ Friedens Loge, (ausserdem' 700 Mk. direkt abgeführt) •» 100 — Die Bei end Lehmann-Löge hat 500 Mk. direkt an den Hilfsverein d. D. J, abgeführt. & Von der Viktoria-Loge . . . . . II 20OO,— „ „ Unitas-Loge . . ... , •_. II. 300,— „ ,, Pommerania-Loge . .. ... . . . . " 22(>,40 „ , „ Nassau-Loge . ... . . . . »( 598,— „ „ Mäikischen Loge . .* . . . II 401,- ,, „ München-Loge .......'. II 300,— „ ,, Franken-Loge . . "...... II 800,— j II 1?20,— „ „ Silesia-Loge . ....... . . II 674,60 „ „ Gabriel Riessei-Loge '; .... . II 945,- „ „. Leipzig-Loge . . II" 875,- — Mk. 12,73&.äO

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