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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-01-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 2 - Februar
Article
Beilage zu Nr. 2
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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< 1 .i-s die anfängliche Neigung der Eheleute zu einander bald in die Brüche geht, denm die I lallte der Mischehen geht nach einiger Zeit mit gegenseitiger Einwilligung auseinander, auch die Treue der Eheleute .leidet Schiffbruch, wesentlich zu Ungunsten des christlichen:Mannes und der christlichen Frau. Dass der jüdische Mann seine christliche I ran rücksichtsvoller 'behandelt, als der christliche seine -jüdische Krau, wird allgemein' behauptet" und dürtte auch der Wahrheit entsprechen,, da die Geihüthsart der Juden eine weiche i.-t. aber aus der Statistik der* Ehescheidungen i-t es nicht'ersichtlich, es sind'nur 2? Fälle 'vnri Misshandlung angegeben. Indessen •* •. * ist das kein* zuverlässiger Maassstab, da über die Verträglichkeit bei den immerhin intimen t haraktcr der Ehe sehr oft geschwiegen wird, /und die meisten Fällö.wörtlicher oder thätlicher Beleidigung ' in 'der Ehe nicht zur gerichtlichen Kenntnis», kommen. ~ 9 * ■ ' Um das I hats.ieheiim.iterial zu" vervollstän- •digen'. hebe 'ich zwei besondere, nach meiner Ansicht au^ajlcnde-Erscheinungen aus dem Gcl>iete der Mischeheil hervor. Erstens die starke -? "■' '< .Yntheihiahme der armen jüdischen Bevölkerung an den ' Mischejiwd. F> ist mir nicht möglich gewesen.., bei der grossen Fälle von Akten der Arjrttenkommissii »n der hiesigen jüdischen Gemeinde RflOO alle auf diesen Punkt durchzusehen, aber eine Sticlipn.be der im Umlauf befindlichen Gesuche von 1-1 l agen hat 34 .Mischehen ergeben. I »ie wirkliche Zähl ist bedeutend'— grösser, -ie betjiigt -icher a n .200 Darunter sind 30 jüdische Männer und 4 christliche. Zwei Familien sind kinderlos, in 18 sind die Kinder jüdisch geblieben, in 12 christlich. Sechs jüdische Männer waren früher Kaulleute. 14 sind Arbeiter. 8| Handwerker. 2 Händler.; .Möglich, dass durch Unverträglichkeit das Interesse für einander geschwunden, die Männer ihren Beruf vernachlässigen und dadurch in VeTmögehsverfall gerathen und schliesslich -gänzlich verarmen. Noch auffällender ist die zweite Erscheinung, dass in den Mischehen relativ häufig Verbrechen vorgekommen sind. Ich habe die Akten „der entlassenen Strafgefangenen jüdischer Konfession darauf durchgesehen. In Berlin sind 1120 Gesuche um Unterstützung eingereicht worden. Darunter befinden sich 4»i Personen, die in Mischehe leben. Absolut genommen i»t die Zahl keine grosse.-"immerhin gro*s genug, denn unter den-Hilfesuchenden ist eine grosse Anzahl . lediger Persoticn und in sehr vielen Fallen sind die ehelichen Angaben mangelhaft, oder es sind gar keine Angaben vorhanden. Demnach gewinnen die 4ö Verbrecher ein erhebliches Gewicht. Unter diesen 4(5 in Mischehe lebenden Verbrecher - Familien sind; 41 jüdische und 5 christliche Männer. Dem Stande nach waren 20 Kaufleute, 12 Händler, 8 Handwerker, »5 Arbeiter. Was die Verbrechen selbst betrifft, so begingen 12 Personen Diebstahl, 10 Unterschlagung, 8 Betrug. 5 Kuppelet,, 3 Urkundenfälschung,; je 2,. Hehlerei und Untreue, je 1 Abtreibung, Meineid, Betteln; 1 Knabe aus Mischehe wurde, der staatlichen Fürsorge - Erziehung übergeben. 3(5 mal .beging der Mann das Verbrechen, 5 m al die Krau, 4 mal -der Sohn, darunter war 3 mal der Vater christlich. Von, den krauen begingen 2 Unterschlagung, 2 Kuppelei beide male war die Frau-jüdisch . I mal Diebstahl. Ich jiiochte der Verwcrthung dieser Thatsache gegen die Mischehe keine Gewalt anthun, aber es drängt sich unwillkürlich die Ansicht auf, dass, weran seiner Religion missachtend' vorbeigeht, bei dem die sittlichen Widerstände auf eine schiefe Ebene gerathen, auf der es keinen Halt -ü bt. Nicht minder berechtigt ist die Anschauung derer, dass es sich diejenigen leicht machen, welche von diesen Beobachtungen ausgehend annehmen, die Abwendung von der Religion bedinge auch ein Abgleiten auf der sittlichen Bahn. Dieser Gedankengang sei leicht gegebeu, und er mag auch in einzelnen Fällen zutreffen], aber im Allgemeinen könne man fliese . Motive nicht als gültig hinstellen. Glaubet und Moral fällen [nicht minier zusammen. Es gebe in allen Volkskreisen tausende und abertausende Männer und Frauen, die sich-jedem überlieferten Glauben entfremdet haben und dennoch in ihrem Thun und Lassen nicht weniger Moral und Sittlichkeit zeigen als diejenigen, die sich ihren frommen Glauben erhalten'haben. Der wahre Grund dürfte mehr in den socialen Verhältnissen liegen. Die Mischehen sind in den wirthschaftlich schwachen Kreisen verbreitet, darum auch dort die häufigen Verbrechen, f raglos ist diese Begründung n^cht von der Hand zu weisen, indessen kann man einen gewissen ursächlichen Zusammenhang zwischen Mischehe und., Verbrechen nicht wegleugnen. Es wird "für diese socialen! Zustände das zutreffen, was ich über die Mischehenin der armen jüdischen Bevölkerung gesagt habe. Immerhin ist dieser Uebelstand beachtenswert!!, bedart — 0 —

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