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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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lieher, so dass die Loge beschloss, auch dieses Jahr die bedürftigen Kinder unter geeigneter Aufsicht nach Schwäbisch- Hall zu senden. Wie voriges Jahr konnten durch die thätige Vermittlung unseres dortigen Bruders die Kinder eine geeignete Unterkunft finden, wo sie rituell und wie anerkannt werden muss, auch gut verpflegt wurden. Herr Dr. Heimann, pjakt. Arzt in Hall, nahm wiederum die Kinder unter seine liebevolle ärztliche Aufsicht und die Begleiterin, Fräulein Hamburger eroberte sich auch dieses Jahr die stürmische Verehrung ihrer Pfleglinge. Die Auswahl der Kinder war keine leichte. Aus der grosseu Zahl der Anmeldungen wurden diejenigen 11 ausgesucht, welche in gesundheitlicher Hinsicht am bedürftigstes erschienen. Selbstverständlich wurde auch der finanzielle Gesichtspunkt in Ei wägung gezogen Die Eltern der gewählten Kinder wurden iustruiert, iiireu Kindern eine genau vorgeschriebene Ausstattung mit auf den Weg zu gebeu. Trotzdem zeigte sich bei der Inspektion der Ferienkolonisten, die^turz vor der Abreise in anerkennenswertester Weise ausgeübt wurde, dass dieselben zum grossen Teil nicht im Besitz der geforderten Kleidungsstücke waren, die nun nachgeschafft werden mussten. Besonders arg stand es. um die Fussbekleidung. Die Loge hat desshalb Vorbereitungen getroffen, um ein solches Voikommniss für die nächsten Jahre zu verhüten. In der Kolonie ereignete sich nichts besonderes. Ein Kind wurde wegen einer di^htherieverdächtigen Halsentzündung eine Zeit lang isoliert, doch genas es bald und die andern Kinder blieben gesund. Die günstige AVitterung erlaubte weite Spaziergänge und Ausflöge, es wurde fleissig gebadet und manches kleine Fest gefeiert. Die Berichte des Arztes und der Begleiterin lauteten andauernd günstig. Das Essen, das sehr reichlich geboten war, mundete allen aufs Beste. Alkoholhaltige Getränke wurden selbstverständlich nicht gereicht. Das Schlussergebniss war recht erfreulich. 2 Kinder nahmen in den 4 Wochen 3 l/J Pfund zu, drei weitere um 3 Pfd, je 2 um 2V2 UD<1 2 Pfd. Die Gewichtszunahme betrug demgemäss durchschnittlich 2,45 Pfd. Im Jahre 1901 hätten^mNJurchschnittlich 2 Pfd., im Jahre 1903: 4,5 Pfd. fj£ewichtszunahme, so dass im laufenden Jahre eine gewisse Verschlechterung zu bemerken ist. Die Eddärung liegt darin, da<>8 wir dieses Jahr ein ausgesucht sclnechtes Material an Kindern hatten. Desshalb zeigte auch in der diesjährigen Feiienkolonie die Gewichtskurve einen Anstieg erst in der 3. und besonders in der 4. Woche. In den ersten 8 Tagen waren nur bei) zwei Kindern eine, Gewichtszunahme von 72 Pfd. zu konstatieren, alle anderen Kinder waren stationär geblieben. * Die durchschnittliche Gewichtszunahme beim allgemeinen Verein für Ferienkolonie in Stuttgart ebenfalls etwas mehr als bei uns. Dieser erzielte 4 Pfd.; jedoch hatte er Kinder von 11—14 Jahren in seinen Kolonien. Während bei uns das Durchschnittsalter nur etwas über 9 Jahre betrug. Die Kosten der Hall-Ferienkolonie betrugen genau dem Voranschlag entsprechend, 834 Mk. 90 Pf. und zwar: Wohnung und Kost für die Kinder und* die Begleiterin insgesammt: 4 M. 501 20 Bäder „ 58.59 Fahrkarten und sonstige Ausgaben: Apotheke, Anschaffung von Kleidungsstücken, Honorar der Begleiterin und des Dienstpersonals, Geschenk an den Arzt, Reparaturen, Ausflüge, Drucklegung des Berichts etc. „ 215.20 Auf den Kopf des Kindes entfallen demnach M. 75.93. Im Jahre 1901 kam ein Kind auf 00 M. 50 Pf., im Jahre 1002 45 Mk. zu stehen. Im Jahre 1903, als wir den Kindern eine Begleiterin mitgaben "und unsere Auswahl auf kränkliche Kinder beschränkten, stiegen die Ausgaben sofort auf 93'M. pro Kopf. — AVenn es auch, dieses Jahr gelang, die Ausgaben auf das einzelne Kind geringer Zu gestalten und wenn auch mit der steigenden Anzahl der Kolonisten, wie sie' im Plan der Loge liegt, die Kosten'immer mehr auf die einzelnen Kiuder verteilt werden können, uud wenn sich schliesslich auch bei läugerer Erfahrung der eine oder andere Posten ersparen lässt, so scheint es doch 'ausgeschlossen, auf die Dauer eine wesentliche Verringerung auf die Gesammtkosten zu erzielen. Audi auf die Beigabe' einer geprüften Begleiterin, die neben der Abgabe" von Bädern etc. die Hauptquelle der relativ hohen Ausgaben bildet, lässt sich um so weniger Verzicht leisten, als die Stuttgart-Loge gerade kränkliche Kiuder in die Ferienkolonie seudet. Es wäre ganz verfehlt, gerade, hier sparen zu wollen. Eine andere Quelle der hohen Auslagen, die rituelle Kost, entzieht sich ebenfalls jeder Disputation, so dass schliesslich nur an einzelnen Xebenposten gespirt werden kann. Trotzdem wird selbstverständlich.'die Kommission, welche, die Stuttgart-Loge für die Ferienkolonien eingesetzt hat, über Mittel und Wege berathen, auf welche Weise die hohen Kosten verringert werden können. Anderen Logen geht es übrigens nicht wesentlich besser. Die Mendelsohn-Loge zahlte im, Jahre 1003. wie dem 12. Jahresbericht zu entnehmen ist, für 17 Kindsr M. 1150 oder pro Kind 07 M. 60 Pf. Die, Unitats-Löge- resp. der von ihr gegründete israelitische Verein für Ferienkolonien zu Strassburg pro 1902. M. 2750 für 2S Kinder, d. i. pro Kopf M. Ol 75. -V * Der Stuttgarter Verein für Ferienkolonie bezahlt demgegenüber in den letzten Jahren nur .42 M. 86 Vi. pro Kind, in letzten Jahren gar nur 81 M. 93 Pf. Die Einnahmen betrugen: Resultat der Sammlungen bei den Logenbrüdern: M. 203.— bei Nichtmitglieder der Loge M. 233 — M. 520.- dazu komnit noch der Beiträg des kraelit. Kraukenunterstützungsvereins. .•! -, 80 — so dass die Stuttgart-Loge aus eigenen , Mitteln zu bezahlen hat: ... 22N.O0 Bewilligt waren im Ganzen von der Stuttgart-Loge 400 M. so dass eine wesentliche Miuderausgabe zu verzeichnen ist. Es muss dabei erwähnt werden, dasji die Stuttgart-Loge beschlossen hat, die privaten Sammlungeu nur im engeren Kluis zu betreiben, dass sie insbesondere von einem öffentlichen Aufruf für dieses Jahr abgesehen hat, da andere Aufgaben,

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