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Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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— 12 — Aus den Logen des VIII. Distrikts. Berth. Auerbach-Loge in Berlin. Die Loge kann auf , ein Jahr der kräftigen Fortentwickelüug, auf ein Jahr der gedeihlichen Arbeit nach .innen-and aussen zutückblicken. Die Zahl der Brüder ist von 208 am 31. Dezemberi!>03 auf 338 am 31-Dezember 1904 gewachsen. Schwere Vel luste haben wir im Laufe dieses Jahres durch den Tod erlitten, Männer wie Haagen und Staub ' - Ä ' . können wir nicht ersetzen. Aber wir haben da-; gethau, was in unseren Kräften stand, wir ha-en für Zuwachs an neuen uud tüchtigen Brüdern gesorgt. Durch das Leben der Loge wehte ein kräftiger, lebendiger Zu?. Er nachte sich vor allem in regem Besuch der Sitzungen uii l durch lebhafte aktive Tlieilnahme an den Verhandlungen bemerkbar. — Der Durchsehuittsbesui-h betrug etwa tiO Brüder uud ueiiu das bei eiuei Ziiil von über 3u<> Brüdern auch kein grade stolzes Ergebniss ist. so ist es doch zufiielen.steliend, wenn mau die Schwieligkeiten, die giade iu Berlin dein regelmässigen Logenbesuch entgegenstehen, berücksichtigt. Die stattliche Besucherzahl ist dun Bestreben unserer Präsidenten zu danken, die rein geschäftlichen Angelegenheiten auf das denkbar kleinste Maass zu beschränken uud dafür Berichte und Erörterungen von allgemeinem Interesse einzuführen. Fast jede Sitzusg wurde in ihrem wesentlichen TheO durch einen Vortrag- oder eiu Referat ausgefüllt. Material geben uns zuvörderst die vielen wohlthätigen Anstalten, die wir bereits unterstützen, oder die uns um Unterstützung angehen. Dauernde Aufmerksamkeit schenkten wir in unseren Berichten und Diskussionen der Frage der Auswanderung-und der Hilfeleistung an die osteuropäischen .Juden. Dieses Thema, das augenblicklich wieder so sehr aktuell ist, hat uns in mindestens 10 Sitzungen beschäftigt. Angeregt durch die Vorschlage des Br. S i m o n - Hannover haben wir uns selbst das Versprechen gegeben, uns in dieser Frage laufend informiert zu halten. Wir haben das Versprechen gehalten. Wir sind aber darüber hinausgegangen, indem wir v dem jüngsten Aufruf folgend aus Logenmitteln eine namhafte Summe für jenen Zweck bewilligten. Unser Streben war es auch, neben dieser Frage die Aufgaben, die unser hierbei reichlich erwarten, nicht ausser Acht zu lassen. Abhülfe gegen das Wohnungselend, das gerade in Berlin einen Theil der jüdischen Bevölkerung in seinen Krallen hält, haben wir z. B. für die nächste Zeit auf unser Programm gesetzt. Wir wollen zunächst darüber verhandeln, ob und inwieweit wir nach dieser Richtung etwas zu thuu im Stande sind. Der Bekämpfung, der Arbeitslosigkeit soll unser von den Berliner Logen gegründeter Arbeitsnachweis dienen Kurzum wir haben versucht, zur Abhülfe socialer Noth unser Schert lein beizutragen. Daneben haben wir die inneren Angelegenheiten unserer Loge nicht vergessen. Während im Vorjihr die Fürsorge lür erwerbsunfähige Brüder uns beschäftigt hat" haben wir im Berichtjahre unsere Aufmerksamkeit in erhöhtem Maasse den Hinterbliebenen unserer verstorbenen Brüder zugewendet. Mit ihnen in dauernder enger Verbindung zu bleiben und die Bruderliebe über das Grab hinaus zu bethätigen, war stets die Aufgabe der Loge. Leider war hier und da eine gewisse Unübersichtlichkeit eingetreten.' Wir haben zunächst durch ein eigenes Comite den augenblicklichen Stand feststellen lassen. Durch die Führung eines Gedenkbuches ist vorgesorgt, dass in Zukunft Klarheit herrscht. Für die Hinterbliebenen jedes Bruders ist — gleichviel ob sie der Fürsorge bedi'ufen oder nicht — ein Pfleger eingesetzt. Durch die von dem Pfleger jährlich zu gebenden ausführlichen Berichte ist die Loge über die Verhältnisse der Hinterbliebenen informnt. Der Zusammenhang mit der Loge ist bei allen denen, die ihn wünschen, gesichert. Nicht uns allein, soudein die 3 Betliuer Logengleich- Inässig hat die Frage beschäftigt, ob unsere Logenräuine dem besteheudeu Bedürfuiss entsprechen oder ob eiue Erweiterung und Wandlung hier uuunigänglicJi ist. Die häutigen Erörterungen über diese Angelegenheit haben die Frage in Fluss gebracht. Wir düifen horten, dass wir in absehbarer Zeit. Räume haben, die der Bedeutung und der Mitgliederzahl der Berliner Logen entsprechen. Im Mittelpunkt des Interesses der Beiliner Logen stand und stellt die Toynbee-Halle, unser jüngstes Kind. Alle, Bedenken, die sich gegen das bedeutsame Werk erhoben, sind durch die erzielten Erfolge glänzend aus dem Felde geschlagen. Allabendlich ist die Halle überfüllt und ein ebenso Wissensdurst iges wie bedürftiges Publikum lauscht aufmerksam den mannigfachen Darbietungen. Jeder Abend bringt einen etwa %j\ stündigen Vortrag, aus irgend einem Gebiet des Wissens. Die Vortragenden setzen sich nicht nur aus den Reihen unserer Brüder zusammen; von allen Seiten haben sich Männer der guten Sache zur Verfügung gestellt. Unsere Damen reichen den Besuchern in der Pause nach dem Vortrag Thee und Gebäck und die musikalischen Vorträge, die gewöhnlich den Schluss des Abends bilden, werden wenigstens zum Theil aus den Kreisen unserer Bruder geboten. So viel auch die Neugründung an unsere Kräfte Anforderungen stellt, bisher hat sich nirgends Mangel gezeigt. Die Toynbee-Halle bewährt sich von Tag zu Tag mehr als ein Institut, für das längst ein Bedürfniss bestand. Schon muss die Frage ernstlich erwogen weiden, ob es nicht erforderlich sein wird, im nächsten Jahre ein geräumigeres Lokal zu wählen, damit nicht allzu viele Einlass Begehrende zurückgewiesen werden müssen. So konnten wir mit froher Hoffnung in das neue Jahr hineingehen. Es soll kein Jahr des Ausruhens werden. Wir Verden mit unvermindertem Eifer fortarbeiten an unserem Werk für Wohlthätigkeit, Bruderliebe und Eintracht. Alfred Story, prüf. Sekretär. Stuttgart-Loge in Stuttgart erstattet folgenden Bericht über ihre Ferienkolonie 1901 : Nachdem die Stuttgart - Loge * schon im Jahr 1901 0 und im Jahre 1902 8jjüdischen Kindern die Wohlthat eines Sommeraufenthaltes auf dem Lände hatte gewähren können, ging sie im Jahre 1903 dazu über, ein Soolbad als Erholungsort für die Kinder zu bestimmen. Die Wahl eines solchen emiöglichte es, kränklichen uud schwächlichen Kindern die töthige Kräftigung und Erholung zu verschaffen, da sie dort unter ständiger ärztlicher Aufsicht die für die Jugend besonders heilkräftigen Sbolbäder benützen konnten. Der Erfolg der letztjährigen Ferienkolonie, an der 0 Kinder theilnehmen konnten, war in der That ein vorzüg-

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