Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 14 — wie die Krankensthwesternsache einen Appell au die Gesamtheit nötig inachen. Das Resultat der Sammlung ist grade unter diesen Imständen betrachtet, ein sehr erfreuliches. Insbesondere stellt es dem Wohlthätigkeitssinn der Brüder ein gutes Zeugnis aus. Erwähnenswert ist die grosse Preisermässigung, welche uns die kgl. württ. Eisenbahnverwaltung und die städt. Badedirektion in Hall gewährte. Beiden ist der gebührende herzliche Dank der Stuttgart-Loge ausgesprochen worden. Wir glauben durch unsere vor- und diesjährigen Erfahrungen gezeigt za haben, dass die Organisation, wie sie die vorjährige Kommission geschaffen, bat, eine gesunde ist und dass auf derselben weiter gebaut" werden kann, v Oktober 1!»04. Im'Auftrag der Kommission: jf Essinger, Dr. Feldmann, Rotschild, Dr. Weil. Saarloge ia St. Johann a. d. S. Zu dem zweiten Stiftungsfeste, das unsere =Loge am 2/. November in bescheidener Weise feierte, hatten wir — wohl entgegen dem allgemein üblichen Gebrauch — nur die uns benachbarten Schwesterlogen handschriftlich eingeladen. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hatten wir die Freude, 1(1 auswärtige Brüder bei uns begrüssen zu dürfen und, um nicht missverstanden oder gar des Mangels an Brüderlichkeit den übriges Schwester logen gegenüber beschuldigt zu werden, sei üris die Bemerkung gestattet, dass nach unserer Auffassung die Einladungen zu Stiftungsfesten gar zu entfernt gelegenen Logen doch nur eine Formsache geworden ist; sind doch einzelne Logen dazu übergegangen, die Antwort gedruckt" bereit zu halten! •— Wie wir für alle Logen das gleiche Interesse hab^n und uns freuen, an dieser Stelle von Zeit zu Zeit einen Bericht über das. im Sinne unseres Ordens Geleistete oder Angestrebte zu lesen, so setzen wir dies auch von allen Schwesterlogen uns gegenüber voraus. I >ies vorausgeschickt, gestatten wir uns im Nachstehenden einen Ueberblick über die Thätigkeit der Saarloge im zweiten Jahre ihres Bestehens zu geben. Im Allgemeinen können wir .konstatiren, dass die Theilnahme der Brüder an dem Logenleben eine sehr rege war und, wenn auch der Besuch der Sitzungen, deren wir im Berichtsjahre .!(> hatten, durchschnittlich nur 35 Br. beträgt, so ist dabei zu berücksichtigen, dass von unsern 81 Mitgliedern!2 auswärts wohnen. Dass sich Letztere seltener und fast nur bei aussergewöhnlichen Veranlassungen in den Logensitzungen einfinden, ist zwar zu bedauern aber auch zu entschuldigen, wenn man bedenkt, welche Opfer an Zeit und Geld für diese Brüder mit dem Besuche der Loge verknüpft sind. Wir waren auch im abgelaufenen Jahre eifrig bemüht, im Sinne der Ordensbestrebungen zu wirken und vor Allem das Gefühl der Brüderlichkeit und Zusammengehörigkeit zu wecken und lebendig zu halten. Wenn es uns gelungen ist, in einigen Fällen etwas Thatsächliches zu leisten, so ver- 1 danken wir dies in erster Linie der hingebenden und verständnissvollen Arbeit der verschiedenen Ausschüsse — vor i Alleta dem Ausschuss für soziale Aufgaben, in welchem ja i auch nach unserer Ansicht der Schwerpunkt der gesammten . Logenthätigkeit zu liegen hat. So ist es namentlich dessen < Verdienst, dass es gelungen ist, den Religionsunterricht in unseren Nachbargemeinden Bettingen, Hüttersdorf, und Lebach ] :- einzurichten und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass e to Kinder in Zukunft nicht mehr ohne jeden moralischen i. Stützpunkt aufwachsen. Wir glauben mit der Einrichtung r des Religionsunterrichtes an jenen Orten ein wirklich gutes Werk geschaffen zu haben, für das wir gerne die finanziellen i Opfer übernommen haben. Letztere sind jetzt allerdings . nicht mehr so bedeutend, nachdem der Verband rheinischer e Synagogengemeinden Mk. 130 — zu den Kosten beiträgt, wofür ihm auch an dieser Stelle herzlicher Dank ausgesprochen werden soll. Während wir in genannten Ge- , meinden den Religionsunterricht vollständig neu einführten, t galt es in einer anderen armen Gemeinde diesen Unterricht zu erhalten, was uns ebenfalls durch materielle Unterstützung gelungen ist. — Einem Knaben konnten wir auch heuer wieder die Wohlihat einer Ferienkolonie zu ' Tneil werden lassen und einem unbemittelten Mädchen Unterkunft in einer isr. Lungenheilstätte verschaffen. L Für geistige Anregung sorgte der Ausschuss für geistige Interessen in ausgiebiger Weise durch Anlegung einer Bibliothek, die bereits ca. 100 Bände enthält und von den Mitgliedern und deren Angehörigen sehr fleissig benützt wird; sodann durch Ausgestaltung der Logen-Abende mit Vorträgen und Referaten. Es sprachen in geschlossener Loge: Br. Dr. B i c k a r t über ,,Gefahren der rituellen Beschneidung". Br. Direktor Wertheim über „Rituelle Schächtmethoden';. In offener Loge: , Br. Franz Maas über .Jüdische Messiasse". Br. S i g. L a q u e u r aus Breslau über „Cremieux". Herr Dr. Hugo Ganz aus Wien „Bijder aus dem Osten". . ,>* t % * ■ Grössere Referate hielten die Brüder: Gott fr. Marx über „Orient-Colonisations-Gesellschaft". Simon Kaufmann über .,Heranziehung der Frauen zur Logenarbeit". Isidor Köster über „Religionsunterricht auf dem Lande''. Derselbe über „Zuführung der Knaben zu Ackerbau und Handwerk'. Derselbe über „Jüd. Krankenpflegerinnen". Jac. Wertheime; über „Arbeitsnachweis" Albert August über „Auswandererfrage und Vorschläge des Br. Consul Simon in Hannover" S. A. Israel über „Galiz. Lehrlinge". L i s s n e r über „Förderung ^der Wissenschaft des,, Juden thums". Gabr. Scheuer über „Hilfsverein in Basel". Derselbe über „Waisenhaus Ems". Mart. Mendelsohn über „Arbeiter-Colonien''. Derselbe über „Jüd. Unteroffiziersfragen". < Derselbe über „Berathungsgegenstände der 99. General- Comite-Sitzung". I Sämmtliche Referate gaben Anlass zu regem Gedankenaustausch und namentlich das letzterwähnte Referat gestaltete die betreffende Sitzung sowohl durch die ungemein fleissige Arbeit, welche der Referent geleistet hatte, als auch durch die zufällige Anwesenheit des hochw. Vice-Grosspräs. Br. Jos. Wisloch zu einer aussergewöhnlich interessanten. Einzelne Referate gaben jeweils Veranlassung der in Frage stehenden t