Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1905-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1905
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028966-6074101--0814-4864966
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

» — löge hauptsächlich dahin gehen, dass in erster Reihe di Förderung und Verbreitung der bereits vorhandenen Jugend schriftenlitteratur erfolge, um der jüdischen Jugend möglichst bald die ihr erforderliche und heilsame Litteratur in die Hand geben zu können. Hierauf müsse auch das Comite zu nächst bedacht sein. Von dem Pi eisausschreiben, wie es in der vorigen Sitzung des Comites ii\ Aufsicht genommen, ver spricht sich der Vorsitzende kaum, einen Erfolg!, und schlägt er vor, diese Idee fillen *zu lassen. — Die Anwesenden stimmen dem zu, und wird davon abgesehen, n<ch einmal in die Debatte über die Notwendigkeit der Ju|gendlitteratui überhaupt und die ihr gebührende Form einzutreten, di durch die geäusserten Anschauungen der Mitglieder eine völlige Uebereinstimmuig nach dieser Richtung besteht. Ks \vii< vielmehr, sogleich in der Erörterung über die in voriger Sitzung angenommenen Resolutionen eingetreten. Br, Jrh: Adler schlägt vor: 1 Es soll nach dem Muster der „ fugend warte' ein periodisch erscheinendes Blatt ins Lebeu gerufen weiden, worin neu erschienene Jugendschritten kritisch besprochen, die altei auf ihre Brauchbarkeit geprüft werden Dieses Blatt soll von Br. Dr. Spiuier geleitet werden uuter Hinzuziehung ge eigneter Fachmänner, auch ausserhalb des Ordens stellend und soll, von der Grossloge herausgegeben, den jüdischen Zeitungen als Beilage gr.it is zur Vertüguug gestellt werden Bei der Berathung über diese Anregungen wird hervorgehoben, dass es bei Schaßung einer jüdischen Jagend litteratur dringend erforderlich sei, die älteren Schriften, besonders 4 periodische un 1 ausländische Litteratur zu durch mustern, und soll auch dieses die Aufgabe der zu begründenden Zeitschrift sein. — Der Giossekretär glaubt, dass die Grossloge sich zu dieser Anregung nur auf Grund eines Kosten anschlages erklären könnte, und regt derselbe des Weiteren an, die zu begründende Zeitschrift als Anbang zu den Monats berichten der Grossloge oder der wissenschaftlichen Beilage zu denselben herauszugeben, wovoa Abzüge allerdings nicht allen jüdischen Zeitungen in beliebiger Anzahl, jedoch den interessirten Kreisen, wie Rabbinern und Lehrern in Deutschland gratis geliefert werden könnten. Dieser Anregung des Grosssekretärs stimmt die Versammlung zu, und nachdem noch einmal der mathmaassliche Inhalt der „Tugeudwarte" eingehend erörtert wird, gelangen die Anwesenden zur Annahme der unter 1 aufgeführten Anregungen. 2 Br. Dr. Spanier erklärt sich bereit, die Zeitschrift zu leiten, und will mit Besprechung des der Commission von Br. Kaufmann-Stuttgart zugängig geraachteu Materials beginnen. Als Honorar werden 10 Mk. pro Säite festgesetzt, während über die Honorirung der Mitarbeiter angenommen wird, dass dieses etwa die Hälfte, 5 Mk. pio Seite betragen dürfte. — Es wird empfohlen, im „Hamburger Familienblatt" diese Einrichtung zur Kenntniss der Fachkreise zu bringen. 3. Nachdem die Idee des Preisausschreibens fallen gelassen worden, wird Br. Dr. Karpeles ersucht, unter Zuhilfenahme von geeigneten Fachmännern eine Anthologie von Gedichten. Br. Dr. Heinemann-Frankfurt eine solche von Prosastüeken, kleinen Erzählungen etc. baldmöglichst auszuarbeiten, und dem Vorsitzenden des Comites, Br. Dr. Elbogen zur weiteren Veranlassung vorzulegen. Diese Anthologien sollen dann unter Empfehlung o 1er als Schriften der Grossloge veröffentlicht werdeu. — Br. Dr. Karpeles schlägt zu der erstgenannten Anthologie eine neue Bearbeitung von L. A. Frankl's „Libanon" vor, und tlieilt der Vorsitzende hierzu mit. dass ihm ein Verzeichniss geeigneter Gedichte für diese Anthologie von dem Lehrer Herrn Hirscbfeld zugegangen ist. Es wird beschlossen, dass Br. Dr. Karpeles mit Hilfe von Hirschfeld die Anthologie bearbeitet. Für die Herstellung des Concepts sollen Hirschfeld bis .'$00'. Mk" Honorar gezahlt werden, während Br. Dr. Karpeles. auf jedes Honorar verzichtet, wenn ilrm die Abmachungen mit-dem Verleger der Anthologie überlassen werden. Die Versammlung erklärt sich hiermit einverstanden, und soll Rr. Dr> Heinemann ersieht werden,' unter ähnlichen Bedingungen,die Anthologie von Prosastü<-k*-n zu bearbeiten, auch soll*, demselben empfohlen werden, sich hierfür die Mitar beit des Br. Dr. Dukt il--Bruchsal zu sichern. 4 Der Vorsitzende schlägt vor, tiu Buch mit Biblischen, Erzählungen und Illustrationen, bestehend in guten Reproduktionen hervorragender Kunst welke,, wie Moses von Michelairgielo za veröfientlii heni wird aber* von Br. Dr. Adler darauf ^verwiesen, dass ein Antrag auf Subventionier ung einer ähnlichen Schrift vorliegt. (; 5. Anträge auf Subventionierung sind von einer Aiizaht Autoren für ihre resp. Schriften gestellt worden und sollen diese Schriften zunächst in 4er neuen Zeitschrift, besprochen, und danach der Grossloge die nöthigen Vorschläge gemacht weiden. — Ebenso soll mit dem Ver!ag des Volksbildungsvereins in W esbaden und.' sonstigen Autoren in Verbindung getreten, ihre resp. Schriften in gleicher Weise geprüft weiden. 6. Endlich wird beschlossen, die (ii jssloge zu ersuchen, den Tochterlogen die Einrichtung von Wanderbibliotheken für Jung und Alt nach dem System (Strassburg, Stuttgart, Frankfurt) aufs Wärmste zu empfehlen. Das Hilfswerk in Galizien. Der Hilfsverein für die nothleidende jüdische Bevölkerung in GUlizien schreibt der Grossloge r Mit Rücksicht auf unseren Briefwechsel im September 1904, betrettend den Stand der Haarnetzindustrie in Galizien, be- , \ .-. ehren wir uns hiermit, Ihnen aus dem an den Hilfsverein der Deutschen Juden ddto. 11. Januar rJ05 erstatteten Berichte über den gegenwärtigen Stand unserer Industrien in Galizien jenen Teil, der auf die Häarnetzerei Bezug *hat, zur gefi. Kenntnisnahme mitzutheil'en. ,»Durch verschiedehe' Berichte; die uns im Laufe des Jahres 1!»04 über die Haarnetzerei in Galizien zukamen, und ein unklares und verwirrendes Bild von dem Stande dieser ndustrie lieferten, wurden wir veranlasst, unseren Sekretär, ierrn Dr. Wilhem Löwy, mit der Aufgabe zu betrauen, sich an Ort und Stelle über die Sachlage zh informieren. Am >. Oktober l'.'Ol unternahm er daher eine Reise durch Galizien,, u. z. hauptsächlich durch den östlichen TheiJ dieses Landes, wo die Häarnetzerei von uns zumeist eingeführt worden war, uud kehrte am 29. < )kt. 1904 wieder hierher zurück. Während seines, ungefähr 3 Wochen dauernden Aufenthaltes in Galizien war e^ilim möglich, über. <>4 vött 93 Ortschaften, iu denen wir die Haarnetzerei zu Ende des Jahres 1902 eingeführt latten, Nachricht, zu erhalten.' Von diesen <il Ortschaften latten 14 zu arbeiten aufgehört, während r>0 auch gegenwärtig noch Haarnetzerei. betreiben. Er erfuhr aber auch von 28 Ortschaften, ■ in * denen . derzeit Haarnetze erzeugt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.