Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 8 — Tön Bride», die sich bereit erklären, in unseren Logen Vor , träg^ abzuhalten. An Rednern innerhalb des Ordens fehlt i es nicht, wohl aber manchmal an Rednern innerhalb der ein j zeluen Logen. Mehr, als es bisher der Fall ist. sollten wir unser Augenmerk darauf, richten, Brüder, die nicht Berufsredner sind, zu veranlassen, zunächst kleinere Referate zu übernehmen, um sie auf diese Weise allmählich, wenn auch nicht zu öffentlichen Rednern, so doch zu Rednern innerhalb der Logen heranzuziehen. Der Abbaltuugsgrund ist häutig nur Schffi hternhejt und die Furcht, die Brüder zu langweilen öder sfeh den Spott einzelner Br. durch I ngewaudtheit aus zasetzei. giebt ja wohl interolante Br., die s^haif kritisieren »3er lächeln, ohne das» sie es, wenn es auf eine Pn>be ankam,-, besser machen konnten. Allein sie sind gewiss ver " einZell und entsprechendeV'Belelirung zugänglich. Andererseits fehlt manchem, der gerne sprechen oder die Kuast zu sprechen gern allmählich erlerneu würde, das geeignete Thema. Anlässlich der kürzlich erfolgten Anfrage eiSer jsngefl Loge, ob ihr nicht Materi.il tür Vorträge und Referate an die Hand gegeben werden könne, habe ich diese Waniehmung wieder gemacht und von mauchem Br. erhielt ich auf die Frage, ob er uns nicht auch gern einmal mit einem Vortrag erfreuen wolle, die Antwort, gern, wenn ich nur ein geeignetes Thema wüsste? Aus der alljährliche)) Bedaerliste sind ja wohl zahlreiche Themata zu entnehmen, aber ihre Ausarbeitung erfordert mefct ein eingel.endes Studiam. zu dein den im Erwerbsleben stehenden Br. die Müsse häutig auch die Vorbildung und das Materiaj fehlt. Sie eignen sich meist nur für Berufsredner, und gehen meist auch nur von solchen aus. Vermisst habe ich in den Vortragslisten, was >ich eben wieder aus dem Gesagten erklärt, Themata über die I.og^nbestrebangen und die Logeninstitutionen im einzelnen Hier, meine ich, sollte angesetzt werden- Wir sollten uns steht auf den Standpuukt stellen, dass über diese Dinge nui . zu Propigandazwecken geredet werden soll, denn mancher ti itt in unseren Orden, der die Bestrebungeu nur im allgemeinen kennt und mancher besucht — was ja leider eine allgemeine Klage ist — die Logensitzungen so selten, dass er das. was der Orden seit seinem Bestehen geleistet hat, nicht im einzelnen kennt und darüber Aussensteheuden, solchen sowohl, die Interesse für unsere Bestrebungen haben, als solchen, die dieselben verkennen und desshalb bekämpfen, nicht genügend Aufklärung geben kann. Ich erinnere n\r daran, dass uns oft entgegengehalten'wird, die Logen seien ja nichts anderes als Wohlthätigkeitsinstitute, deren es in allen jüdischen Gemeinden genug gebe, während doch unsere Art, Wohltiiätigkeit zu üben, sich von denen der Wohlthätlgkeits-Vereiae ganz wesentlich unterscheidet und die Wohlthätigkeit nur einen Bruchtheil unserer Bestrebungen enthält. Wir sollten uns nicht darauf beschränken, die Beschlüsse de| Grossloge, die uns peTiodisch mitgetheilt werden, zur Kenntnis der Brüder -zu biingeu, und etwa noch kurz darüber zu sprechen; wir sollten vielmehr unsere Brüder Hud gerade die jüngeren und Weniger gewandten anleiten, üb-r solche Beschlüsse, deren Entwicklung, Entstehung und Wirkung Referate abzugeben und auch von Zeit zu Z:it die früher gefrästen Beschlüsse, die ja in dem Werke ,,Verhandlungen der (iiossloge von 1886 bis IJlOä'J übersichtlich zusammengestellt sind, in Eiinuerurg zu bringen. Aber nicht minder wertbvoU wäre es, wenn die einzelnen Logeu sich gegenseitig nicht nur ihre Beschlüsse, sondern auch die Anregungen, die in ihrer Mitte gegeben und nicht zu Beschlüssen erhoben worden sind, in diesem Blatte von Zeit zu Zeit bekannt geben würden. Auch das würde Material zu kleinen Vorträgen geben. Ich möchte gewiss nicht so verstanden werden, als wolle ich damit die Vorträge über allgemein interessante und speciell für das .ludeiithum belangreiche Gegenstände einschränken. Im Gegeutheil. sie sollen sich noch mehr verbreiten, als bisher und es ist nur freudig zu begrüssen, wenn sich Brüder stets iu.grösserer Zahl bereit erklären, innerhalb der Logen solche grössere Vorträge zu halten. Ich möchte nur zu interessanterer Ausgestaltung unserer wöchentlichen Logensitzungeu eine Anregung geben und die schüchternen Brüder zur thätigeu Mitarbeit einladen. Zum Schlüsse gestatte ich mir in Anregung zu bringen, dass im Laufe dieses Jahres ein.Sohn unserer engeren Heim Uli einer der giössten Deutschen in allen Logen eine diesem hohen Genius gebührende Ehrung erfahren möge. Ich meine, es sei unsere Pflicht und* Würde dem zu Eingang erwähuten Tueil Unserer Bestrebungeu in hohem Maasse entsprechend, wenn wir den grossen Dichter und Denker Friedrich S c h i 1 1er dadurch ebnen würden, dass ungelätir um dieselbe Zeit, um die Zeit seines hundersten Todestages, Anfangs Mai dieses Jahres in allen Logen des 8 Distrikts ein Bruder über ihn und von ihm sprechen würde. Ob lediglich über ihn als Dichter, Gelehrten und Meuschen oder auch über ihn in seinen Beziehungen zur Bibel und zum Judenthum, oder nur über ihn als die hehre Idealgestalt, als Vorbild für jeden einer idealen Gemeinschaft, wie es die Logen sein sollen, Angehörenden, das möge dem einzelnen Redner überlassen werden; aber, dass iu dieser Weise unser Orden in Deutschland eine allgemeine Schillerfeier veranstalten soll, die sich durch ihre Schlichtheit und die Betonuug der idealen Seite von den allgemeinen Schillerfeiern auszeichnen und dadurch gewissermasseu eine Ergänzung derselben bilden soll, das, meine ich, sollten wir nicht versäumen. Gestalten wir die Feier so, dauu wird sie auch da nicht als übei flüssig erscheinen, wo, wie insbesondere hier in seiner engeren Heimath, sonst dem grossen Toten an seinem hundeitsteu Todestage zahlreiche Ehrungen zu Theil werden. Dr. Gunzenhauser, Expräs. der Stuttgart-Loge. Protokollnotizen aus den Verhandlungen der Jugendschriften-Commission. Berlin, den 2. Januar 1005. Anwesend sind Idie Br. D r. 131 b o g e n/D r. Adler, D r. S p a n i e r , Dr. Karpeles, Dr. Esc he 1 b a c h e r Die Grossloge wird durch deu Grossekretär Br. D. Wolff vertreten, die fehlenden Br. Dr. H e i n e m a n n - Frankfurt und Kaufmann- Stuttgart werden entschuldigt. 1. Der Vorsitz-mde Br. Elbagen resümiert, was bisher seitens, der Commission für Beschaffung von Jugeudsc-hriften geschehen, und geht besonders auf die vorige Sitzung des Comites ein, in welcher, wie in deu Monatsberichten ausgeführt, sich die ^Anwesenden Brüder nur auf Fassung von Resolutionen beschränkt haben. Br. Elbogeti hebt des Weiteren hervor, wie die Anschauungen innerhalb def; Gross-