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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 9 - Dezember
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Stadtleben, so äussert sicli I)r. Hnpiie,1 waren ja die Juden durch die Gewalt der Machthaber; bis in die neueste Zeit gczw imgen. Land /u erwerben . war .ihnen verboten, und als" einzige Aufenthaltsorte waren ihnen gewisse: Bezirke in den Städte*, die Jud&p^iertet oder Ghettr>s eincräumt. So haben _' denn die rhädiaenden Einwirkungen des besonders angreifenden Staijtleben-, viele Jahrhunderte hindurch bis in unsere Tage auf die Juden gewirkt, und wahrend diese ungünstigen Eiiillü-se bei '1er übrigen rpta< i tbevolkemnti durch den fortwährenden Zufluss'i>& ■ - ■ - sunden, frischen Blutevom Lande her immer wieder "-ausgeglichen Wurden, hat bei den Jude:), deren weit überwiegende -Majorität n«>ch fteilt zu läge in den Städten, besonders in den (iross städten wohnen und bei den Hernien, auf deren Ausübung, sie angew iesen >ind. auch wohnen müssen, ein strlcher Ausgleich' nie stattgefunden." I)ie wirtschaftlichen Vefhältnissehabeti sieh derartig; verändert, ttass eind Verschiebung von Land zur Stadt nothgedrungen erfolgen qiusste. Nach ■Dt. Arthur Kuppin's ■ statistischer Zusammenstellung hat sich von i«P0 IUÖO die Zahl der Juden in den C> östlichen l'rovinzen von 114327 auf ,-129302 al-<' um 14945 Sepien vermindert, (darunter in der f'rovinz l'o-en allein .Mni-HOIU). fiestiegeii ist dagegen die Zahl der luden in den 5 westlichen Pfovinzen,- wo sich eine bedeutende Industrie - und Handel-mehr und mehr entwickelt hat. von ' 134010 auf' 11-1 DIU alfcn um 10426 und die jüdische Bevölkerung Berlins und der Provinz Brandenburg von '.'.'Hill auf IlTüT'j also um 24JM 1 Seelen: Berlin zieht einen iihmer grosseren Theil der preussischen Juden an. sich. W ährend im. Jahre 1816 nur 2,72fl u aller preussisclieh Juden in Herlin wohnten, i-t dieser l'rozentsal/ . stetig gestiegen und betrug im Jahre: lit(M) 2.'kö0" < Reetutet man Berlin mit seinen 23 Vororten als eine wirthschaftliche Kinheit. so. wohnen sogar 27,öO% aller preussi-chen Juden in Berlin. Oer Zug der Juden nach <ler Grossstadt; der sich in diese' Ziffern-zeigt, macht -ich geltend in allen gr< isseren Städten. München. Erankfurt,' I lamburg, Kohl, ist auch eine in 'allen Ländern zu beobachtende. Krschcinung. Die Juden haben an gelangen, die kleineren Städte zu verlassen und .vorwiegend (IrossstadÜx,w<'Imei' zu werden. Den (/rund hat diese .Erscheinung in, den beruflichen Verhältnissen. Wie die luden früher die Städte' zu Wohnsitzen wahlcij in.tissten, weil diese die l entreir des Handels waren, so ziehen sie jetzt' in die (irossstädte. weil sich mit der fnrt- % ■l Ili>i>|,-: Seit>- 5.» und M^ri.ile. ■> I»r. Ariluir Rtippin; l»ie .ludni <1, r (iegenwart. / . : -. ■; I - vi . -ohrettenden Entwicklung des Weltverkehrs und der fortschreitenden Industrialisierung der' europäischen Länder mehr und mehr in den grossen Städten concentriert, während der Zwischenhandel in den kleinen Städten -eine frühere Bedeutuni; verliert. Man kann sagen, dass ein um So^ grösserer I heil der luden eines Landes in den grossen -txj.i wohnt, je w^cTtLr . entwickcl/i landel und ^Industrie in diasegn Land^ singt, /fesondere Anziehungskraft au: den Juden iilieh^lie Hauptstädte au-., weil sieb in ihnen in besonders .hohem Masse Handel und Industrie, sowie einige andere von luden -tark betriebene Bernte, lournalismu.-. . .i '•■ T - Kinr-tlcr und Litterateiithum concentrierert.. Pas Leben' in den Grossstädten' ist immer railinierter und unruhiger geworden, die er schlalftcn Nerven suchen ihre Erholung-in gesteigertem Reize, ■ in stark gewürztem (ienusse, um dadurch 'noch, mehr, zu urmüden. In den Grossstädten ist 'die Concurretiz, der Wertkampf um «las tätliche Bn>d' ejn lebhafterer und gesteigerterer; die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit «les Kinzelne.n im Kampf um das Dasein sind erheblich gestiegen und nur mit Aufbietung aller seiner geistigen Kräfte kann er sie befriedigen. Lud wir luden fühlen es heraus, dass w ir ganz Besonders »- . . leisten müssen, ganz enorme Anstrengu igen in . j jedem Bernte machen müssen, wollen wir linder Hohe erhalten, nicht ganz verdrängt -werden. ..Als zweites .Moment koihrht hinzu. mit D.r. Floppe zu sprechen, dass durch v iele Jahrhunderte hindurch eine starke Inzucht stattgefunden hat und noch stattfindet, und 'dass die Verwandten Ehen, namentlich~U über, wo die V erkehrsmittel beserfrärfkt w aren, sehr Jiaulig waren. Wenn nun gar in der Familie erbliche Krankheiten vorhanden sind, -beide.Kitern mit Nervenleiden behaftet sind, erbt die Alltage zu dieser Krankheit mit Umso grösserer Intensität, tritt. die Krankheit bei den Kindern verstärkt auf. Zu diesen erblichen - I t V T- ' .....; '■ Krankheiten gehören aber in erster Linie die nervösen Störungen" LTnd so ist es keine Erage. dass die durch tausendjährige Verfolgungen, durch den, fortwährenden, härtesten Kampf ums Dasein, besonders durch die fortgesetzte L'eberanstrcngunt, des Geistes erworbenen Nervosität der Juden, sich durch die Einwirkungen des Stadklebens und durch die Inzucht immer mehr gesteigert und ausgebreitet hat. Daher die ausserordentliche Häufigkeit der Neurasthenie. und; Hysterie. dei lunktioiielfen fieislcsstöripigen, jder Idiotie, dei ' Taubstummheit, w elche besonders in Ehen zwischen Blutsverwandten gefuudcd wird,- der Kurzsichtig keit und des Diabetes. -' Auch R e c h m e y r, dei die biologischcä Vortheile und Nachtheile de; (is —

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