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Bericht der Großloge für Deutschland · 1904-01-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1904
Issue
Nr. 9 - Dezember
Article
Beilage zu Nr. 9
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nach Ruppin kamen in Preussen 1875—09 auf 1000 eheliche Kinder uneheliche von christlichen Müttern 88,16 von jüdischen nur 28,37 also der dritte Thcil. Noch günstiger l\\r die luden liegen diese Verhältnisse in Hävern, wo nach .M a y r die Zahl der unehelichen Geburten betrug bei Katholiken Protestanten Juden im Jahre 1876 13,0% 48,9% 1,0% im Jahre 1877 j 1-3,1%'. . |'2,5% -1,2% Nach der officiellen russischen Statistik' wurde gezähltem Jahre 1SÜ7 auf KHK) Geburten unehliche im Durchschnitt 27,4, bei Evangelischen . 38,6. Römisch-Katholische3<>,1, Kussisch Orth-, «loxische 26,5, .JudenJüi4, Mohamedaner 1,2. Für GaÜzien und Bukowina kommt diese Thatsache nicht zur statistischen Erscheinung, weil dort viel-' lach die Ehen nach jüdischem Kultus geschlossen werden, diese vom Staat als Konkubinat aufgefassj und deren Kinder ajs unehlich bezeichnet werden. ..Der1! stark ausgeprägte Iamiliensinn der Juden schützt aber nicht nur die Säuglinge und Kinder, sondern. er sichelt auch die betagten und hinfälligen Eltern durch die liebende Fürsorge. der Kinder in höherem Grade vor Elend und N'oth und trägt zur Verlängerung ihres Lebens bei. — Die Kinder und Greise bilden aber doch nur einen kleinen Theil der Bevölkerung, und es würde immer noch «,lie .Mindersterblichkeit und die grössere Widerstandsfähigkeit derl lauptmasseiK der Erwachsenen zu erklären bleiben. I ).t ist es' wesentlich, dass zwei Volksseuchen, «eiche unter den Nichtjuden in ausserordentlich heftiger Weise- " ■ * . 1 ' - - wüthen und die. Bevölkerung dezimieren, die Syphilis und der Alkoholismus, bei den Jiuden eine sehr geringe Rolle spielen. Dass die Syphilis, welche nicht nur das Individuum, sondern in noch viel stärkerem .Maasse die Nachkommenschaft schädigt und schwächt, bei den Juden so selten ist, liegt einmal an dem reinen sittlichen Familienleben, welches die meisten Juden führen und dass eine Erwerbung dieser Krankheit, wenigstens bei Verheiratheten zu .einer seltenen Ausnahme macht, dann.in gewisser durch die Beschneidung herbeigeführte anatomische Eigenthümlichkeit und endlich daran, dass Zustände von Trunkenheit, ifl welcher die Syphilis 9p häufig erworben wird, bei der sprichwörtlichen Massigkeit der Juden' unter ihnen so selten ist. Diese Massigkeit findet ihren - * f deutlichsten Ausdruck in der Thatsache, d.iss der' Alkoholismus bei den Juden so gut wie unbekannt ist. In dem grossen Heere der Trinker, welches '» Itobpc-V.Suite 41, Vi. 41. unsere Krankenhäuser, unsere Trinkerasyle, Irrenanstalten. Armenhäuser,, Korrektion*- ..und Strafanstalten bevölkert, trifft man selten ..auf Juden. Ein delirium tremens, eine akute Alkoholvergiftung, eiii Selbstmord in Folge von Trunk ist bei den luden unerhört; . ( *. Es i>t wohl nicht zuviel-, gesagt, wenn die Massigkeit 'der Juden als eine der ilauptursächen für ihre geringe Sterblichkeit und ^lire Langlebigkeit bezeichnet wird, wie denn auch von' allen Autoren zur Erklärung derselben -mehr -oder weniger auf die re^elmässi^ere.äussere. Lebensweise der Juden hingewiesen wird. Auch A. BTa.il r. der älteste urd bedeutendste Autor .auf dem Ge-: biete dtir Alkoholfrage, glaubt, wie er in-Meinem berühmten Buche ,.I)er Alkoholismus - .betont/in der Nüchternheit sicher eine der IJauptürsachcn der oben-erwähnten Thatsachen mit Entschiedenheit zu erkennen und halt diesen .Häng .zur Mässigkeit als eine angeerbfe Eigcnthümlichkert der jüdischen. Rasse." ■ . - »•.-"_ Bestehen diese günstigen Zust;mde noch heute im vollen Umfange? Können wir' heute noch von - uns behaupten, dass wir gefeit sind e,egeii-die besagten,Gesundheit zerstörenden Eintlüsse.? I laben wir uns noch die Immunität gegen die' Volksseuche in der ursprünglichen Weise bewahrt? 'Sind wir noch so enthaltsam gegen Alkohol?, Uhd sind die anderen Faktoren, um die wir gerühmt werden, in ihrer Reinheit noch .erhalten? Wer 'das sociale Leben unserer Glaubensgenossen aufmerksam beobachtet, wird mit Bctrübniss eingestehen-müsseji. '•dass dem nicht mehr so ist, dass - eine'Lockerung der Sitten eingetreten ist? Mit, der Annäherung Im die Sitten und Gewohnheiten der Völker, unter denen sie leben, nimmt die Reinheit, des Familienlebens und die Keuschheit langsam ab. Die syphilitischen Erkrankungen mit allen ihren Fojgezuständeu haben besonders inden Grossstädten,' wohin' die Juden sich mehr mid, mehr hinziehen, entschieden zugenommen. Glücklicherweise ■ ist die Erwerbung der venerischen Krankheiten in der Ehe bei den Juden selten und noch, ist'die I leilig: keit der Ehe ein unantastbares Gut geblieben. Aber es kann nicht zweifelhaft/ sein; (Urs was den Alkohol betrifft, eine ganz allmähliche'Assimilirung der Juden an die Trinksitten der Nichtjuden st.fltfindet und dass die alte Mässigkeit der Juden inr langsamen Abnehmen begriffen, ist. "Die alte. Einfachheit der Sitten ist im Schwinden, eine annehmende Genusssucht und Neigung; zu üb'er: triebenem Wohlleben liat Platz gegriffen. .. U«d — tii

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