Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Article
- Beilage zu Nr. 9
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Tod Kuropa durchzog, er hunderttausende von Menschenleben dahinraffte, die Fabel von den Brunnenvergiftungen durch die Juden hervorriefen und zu den bekannten furchtbaren Judenverfolgungen Anlass graben. Der Schweizer Chronist Ts c h u <f i entwirft in seiner hei vetischen Chronik ein anschauliches Mild von der Pest und den daran sich anschliessenden Judenverfolgungen. (Es thal diese Test in allen Landern den Juden nicTits , wie" hier die Erwachsenen .-totgeschlagen oder verbrannt, ihr Vermögen eingezogen, ihre Kinder getauft wurden, dass,die Juden sich in die Synagogen llüchtelen und diese selbst anzündeten, so 'den freiwilligen Verbrennungstod sterbend, um den (|ualvi Ben Foltern zu entgehc/r, durch welche Vielen das Geständnis« abgezwungen worden war. d.iss sie von den spanischen Juden, zu der Vergiftung der Brunnen und der Luft angestiftet worden seien. Mis zum Jahre 1349 wütheterf die Verfolgungen, welche von Irankreich ausgegangen w.uen und sich über die Schweiz. Deutschland und < 'esterreich verbreitet hatten und erst mit dem Nachlassen der Pest und der Gegenvorstet^hgeu 'einflussreicher, Verständiger Christen ihr'* Ende fanden. . So mussten hunderttausende Juden die natürliche Widerstandsfähigkeit mit einem «pialvollen Tode befahlen." Auch in spateren Epidemien zeigtet! die Juden eine grosse Seuchen-' festigkeit. 173(5 wurden dieselben Beobachtungen in Holland und Frankreich gemacht. 1838 starben in Pren/lau an Cholera unter den Juden 2,8 ,/„, bei den Christen 4.'.*°'t. an Pest von den Juden 2.57'" ,. bei de:t Christen 14.5%. Ebenso wurde bei der Choloa Epkfemie der 70 er Jahre in London constatirt. dass die Juden fas^t garnicht -an dieser Seuche erkrankten. . In Algier starben 'an Chcdera von den Musclmäimepi 324 ]>. in., Europäern 42.!' p. m..' von den luden nur 2'.d p. m. Bei <!er jüngster!.-Cholera* Epidemie in Kussland 1 *92 04 erkrankten die luden allerdings ebenso' häüflg oder in grösserer Zahl Wirkung der Einpivri luru; in de,ii K.iyon-Mczirk. als ihre e'hrjstlichc- Nachbaren, aber die Sterblichkeit war trotzdem eine geringere." „Besonders! Ilemcrkcnswcrth ist. dass die luden unter der grasten (ieissc! des Menschengeschlechts, jier Tuberkulose viel weniger zu leiden haben als die Ni.-l tiiid.cn. Auf WO 000 Lebende kamen in Scw-York in den Jahren 1885 90 an Todes; fallen in Folge von-Schwindsucht bei den'küssen und Bolen f./st Me Juden 08.21. bei den C'ngarn i o; r ■ •: Sjt-ilej 30 ini lol^i-iulr nieist Juden) 155,05, bei den Amerikanern 205.14. bei den Italienern 233,85, bei den Deutschen 328,8°, . bei den Kanadiern 352^32, bei den Skandinaviern 857.00, bei den Schotten 384.12 bei den Böhmen 499,43, bei den Iren 045,73, bei den Negern 744,40. Eine erstaunlich grosse Immunitat der Juden fürwahr gegenüber dci Tuberkulose! Nach Billings ergab sich, dass unter 1000 Todesfällen nur 30.57 bei den Männern und .34,02 bei den Frauen durch Schwindsucht hervor gerufen" waren, während die entsprechenden Zahlen bei der Gesammtbevölkcrung der Vereinigten Staaten im Jahre 18S.*s: 120,22 bei den Männern 140.02 bei den Frauen waren. 'Die allgemeine »Bevölkerung der Vereinigten Staaten wird als*, ungefähr in 3 mal höherem Maassc'von der Tuber kulose heimgesucht, als die jüdische allein. l)asd.ibci nicht etwagrossere Wohlhabenheit der 'Juden eine Holle spielt, wie man vielleicht meinen könnte, beweist der l'mstand, dass in den 3 dicht bevölkertsten Bezirken New-Yorks, wo meist Juden unter den ungesundesten Verhältnissen in Armuth und Elend wohnen, das-Verhältnis* kein anderes ist. In denselben Bezirken betrug ls>!*7 99 die Sterblichkeit an Tuberkulose ca. 150 auf lOOOHi. dagegen im Nachbarbezirk, der vorzugsweise vo:i wohlhabenden Nichtjuderi bewohnt wird, 5(i.~>. Ebenso ist in London in dem dichtbevölkerten Stadttheil Whiteshapel die Schwindsucht um »j^n Juden seltener als unter den Christen. .Au! fällig gering ist die Sterblichkeit .In Tuberkulose bei den russischen jüdischen Soldaten, obgleich die Ernährung' der jüdischen Bevölkerung in Kussland erbärmlich ist. Dasselbe wurde in l'ngarn const.itiert. Ausserordentlich gering ist ferner die Sterblichkeit an Schwindsucht Ifd den tunesischen Juden; in den. Jahren 1804 1!»C0 starben an Tuberkulose von 10000 lebenden Araber 1L5. EurojKier 51,9, Juden 7,5." ' >b die Syphilis bei den -Juden eine geringere Rolle spielt, halte ich nicht für ausgemacht, wenngleich viele Beobachter es. behaupten. An der Gonorrhoe partieipiren die Juden mit beinahe der Hälfte aller Färle. Indessen fehlen hierfür genaue statistische Ang iben. Hingegen ist der Alkoholismus unter den Juden bei der bekannten Massigkeit derselben ausserordentlich selten. In New Y..rk starben 1SS5 — Of) auf 100 000 Personen an .Alkoholismus bei den Irc,n 31, Deutschen 10. Amerikanern'!!. Negern (!. Italienern 3. Juden 1. Wie es mit den Krankheiten der Lunge (ausser Tuberkulose', Nieren und Leber bestellt ist, lässt