Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Article
- Beilage zu Nr. 9
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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eines" jüdischen Kinclcs von 5 Jähren ist 02 Jahre, die eines christlichen nur 53 Jahre; im Alter vo*h 25 fahre'j haben die Juden noch 48, die Christen .30 Lebensjahre zu erwarten", ebenso bemerkt K i p I c y : ..Nimmt man an, dass zwei Gruppen von je 10"* Kindern, die eine bei den Juden, die andere bei den übrigeil Amerikanern an ein und demselben Tage geboren sind, so. sind ungeachtet der ungleich günstigeren socialen Verhältnisse:bei den Amerikanern die I .ebrnschancen bei den Juden di >ch bedeutend bessere. Während von den jüdischen Kindern die Hallte nicht vor dem 71. |ahre stirbt, stirbt von den christlichen die Hälfte vor' dem 47. Lebensjahre. F.ine jFölgc der .geringeren Sterblichkeit ist, dass die ^ahl äler Juden stärker zunimmt als die der Xichtjudon." Vergleichen wir nunmehr die-'.Geburtsziffer; wie die sich zur Vermehrung der Bevölkeruijg verhält. Die Zahl derGcburten und Kheschliessimgen sind bei den Juden im Allgemeinen geringer. In den, Jahren 181« 58 hatte die katholische Bevölkerung um 7.3 %, die evangelische um 00 %, die. jüdische un^ 04 % zugenommen, von 1858 bis. 1894 aber die Katholische um 8,20, die Evangelische um 8,7, der Juden nur um 8,08.% vermehrt „Seit den 00er Jahren1) hat sich der l'eberschuss der Geburten über die SterbefiiHe bei 'den Juden andauernd vermindert, während dersejbe bei den Christen sogar gestiegen ist. Dieser Geburtsüberschuss betnig nach K u p p i n p. in. der Bevölkerung bei den Juden 1820 -06 16,80, 1878—82 — 12,70, 88 -Q2 8,88; 1 $08 97 -= 7,52 und bei rein jüdischen Ehen 1878 -S2 11,02, 1888 02 - 7,41, mS- 07 - 0,04. Die Juden vermehren sich jetzt in l'reusseii halb mal so rasch als die Christen, und so wird nach K u p |> i n für, die. Juden die! Chance, sich inmitten der Christen unversehrt als Kace zu erhalten', eine immer geringere. Da wie wir gesehen Jiaben, die Kindersterblichkeit bei den Juden eine viel geringere ist; so trägt die Schuld an der geringen Vermehrung nur das starke Herabgehen der. früher so gerühmten ehelichen Fruchtbarkeit der Juden in Deutschland. Dazu kommt der Rückgang in der Anzahl der .jüdischen Eheschliessungen. Ks kamen durchschnittlich jahrlich auf 1000 Personen der Bevölkerung Kheschliessimgen : 1878 -82 . 18S8 1802 1893 97 bei Christen 7,80/ 8,09 8,12 bei Juden 6,59 0.10 0,01 ') L)r. Hoppe Seit«» 14 und 10. Während bis Mitte de> 19. Jahrhunderte ein jüdischer Junggeselle eine Seltenheit war* sind jetzt unter Christen die Heirathen häufiger als unter Juden. In Berlin! waren nach der Zählung von 1885 unter den Jübcr 20 Jahre altcft .'Männern verheirathet bei den Evangelischen 00,1. bei den Katholischen 54,2,\bei den Juden nur 51,8. Seit 1851 hat sich auch der proccntuale Anthcil der Juden an der Bevölkerung inl'reussen fa.st andauernd verringert, Wahrend dieser Anthcil seit 4810 von 11!» %o noch bis 1:38 im Jahre 1801 gewachsen war, war derselbe bis 1807 auf 131 gefallen,, bis 1880 wieder auf 137 gestiegen und ist ".seitdem bis auf III im Jahre l'.HK) gesunken, ist .also jetzt geringer als im Jahre 1818. In ganz .Deutschland ist der Anthcil von 125 "i. J. 1871 auf 115.4,.J.. 1000 heruntergegangen. Allerdings baben dazu auch Ahe vielen Taufen und Mischehen' der. Juden gerade in den letzten Jahrzehnten beigetragen, •Von ISS!» 02 sind in Prcussen 1!MX> Juden '.übergetreten; in Berlin von 1SS1, S7 jährlich 00, von '1801..—07 jährlich 124." Aehnliehe Verhältnisse bringt Billings für Amerika. „Während die Zahl der Geburten bei den Juden 20,81 -p, nv. \Var, betrug dieselbe bei der Gesammtbevölkerung der Vereinigten Staaten 30.80 p. m. Auf lOQO-jüdische Frauen kommen 72,8 Geburten, auf 4000 J'Vaucn der amerikanischen Bevölkerung S2,!>.!••;. Die Geburtsrate bei den Juden ist als«\entse'hic«lcnkleiner, als bei der allgemeinen Bevölkerung. Die-, Juden setzen also, sagt I. e r o v -~lVea il 1.i c n, weniger Kinder in die Welt, aber sie ■ bringen* mehr zur Keife.'- ' ' -. Gleich günstig vvi$ die Sterblichkeit" stellen sich die Erkratikungsvorhältnissc. Die. jiddische Rasse zeigt überall eine geringere Neigung;.zn Erkrankungen; alle Erfahrungen und'statistischen Erhebungen ergeben eine wesentlich geringere: Erkrankungshäufigkeit bei den Juden. Dies zeigt sich speciell bei den lebensgefährlichen 'Er-, krankungen, vor allen bei den ansteckender] sog. Inl'ectionskrankheiten: Lungenentzündung'. Typhus, Malaria, Cholera. I'est. Porken, Ruhr kommenbei luden seltener vor und verlaufen bei ihnen im " allgemeinen milder als in «ler übrigen Bevölkerung. Dazu bemerkt H o p p $•) : ..Schon bei «len verheerenden Epidemien des Mittelalters wurde fast allenthalben die Beobachtung gemacht, dass" die Juden von denselben* weit weniger heimgesucht wurden, als die Christen. Diese Beobachttingen waren es ja. welche, als im Jahre 1.318 der schwarze l> Sfite 18. ' ' ■ . ' . . ' -