Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 8 - November
- Article
- Beilage zu Nr. 8
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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wentgie Olafkante Sätze aus dieser Petition nvVelite ich mir erlauben, Ihnen liier vorzulesen'. ..Diezu Kischinew wälifcnddesOsterfestes 1U '5 yenibten. grausamen Ausschreitungen haben in der ganzen Welt Entsetzen und" En-jpörung erregt. Bis Euere Majest.it besondere Weisungen t dazu ertheilten, versäumten es die. Lokalbehörden, die < >rdnungaufrecht zu erhalten und den Aulrühr /u unterdrücken. Die Opfer waren Juden, undder Angriff war der Ausfluss von Kassen- und Beligii i>in-Vi »rurthei'len. Die Aufruhrer verletzten die (iesetze . Russlahds. Die Lokalbeborden erfüllten ihre Pflicht nicht. Die Juden Wurden die * >pfcr einer unverantwortlichen GesetZ- Widrigkeit, l'ntersgewörfnlichen lTrtfständcn würde da« entsetzliche Unglück; ohne unnöthige Purcht vor einer WTederUeiir beklagt worden sein.: Aber so liegen die Dinge nicht in dem vorliegenden Falle. . Ihren Bittstellern wird mitgetheilt. dass Millionen Juden — »russische L'nterthanen — in Russlajifi wohnen. welche in bestandiger Angst vor neuen Ausbrüchen, leben. Sic sind sich beWusst: dass 1"nwissenheit und Aberglaube. wie sie sich bei den Aufruhrern zeigten. >tcts zu ihrer Verfolgung^ bereit sin<l, dass man »ich nicht darauf verlassen kann, dass die Lokalbeamten für ihren Krictien und ihre Sicherheit strenge Sorge «tragen ..." Die Auswanderung der russischen luden nach dem Westen, welche seit mehr als '20 Jahren im Gange ist. wird durch diese Be-_ sorgniss noch gef edert, 'und die Bewegung hat einen solchen IThi&ng gew annen, dass sie die' Vertreibung der luden aus Spanien in den Schatten stellt . . . das Elend, .welches die hilflosen Juden* zu erdulden haben, welche sich gezwungen fühlen, ihrem Gebartslände den Kücken' zu -kehren, die' heiligsten Bande zu l"»cn und fort in fremde Lande zu „wandern, ist unermesslich...... Religionsverfolgung ist sündhafter und vernunftwidriger als - selbst der Krieg Krieg ist zuweilen unvermeidlich, ehrenhaft und gerecht, religiöse. Verfolgung l.isst sich niemals, vertheidigeii Weit entfernt von Euerer Majestät I lerrschaftsgebhit, unter verschiedenen Verhältnissen lebend, und unter ariderer Staatsangehörigkeit, wagen wir. im Namen der Zivilisation, für religiöse Freiheit und Duldsamkeit zi) plädieren, zu bitten, dass der Mann, welcher sein eigenes Volk und alle anderen zum Hort des Friedens geführt hat. seiner Regierung und-, seinem* Ruhm neuen Glanz verleihen wolle, indem er sich arTdie Spitze einer neuen Bewegung stellt, welche die ganze Welt zu Massnahmen gegen rel.igi.ose Verfolgungen ver pflichtet.•' Die männliche Sprache dieses Akten stiickj hätte vielleicht eine Wirkung auf den Zaren geübt, wenn sie ihm zu Gesicht gekomme? wäre. Die russische Regierung hates aber abgelehnt, «lern ..Priedens-Zaretv diese Bittschrift zu überreichen. Aber meine Verehrten. Simon Wolf erzählt uns .ein merkwürdiges Intermezzo •Als der Staatssecretär -Häy die hatte, da klopfte er unseren Grosspräs. I.evi littschrift gelesen inzwischen heim uf tlie Schulte: das' Kischinewer njiag. es wird fräs er schläft und gegangenen und sagte : ^So traurig auch Massacre für die Juden sein Gutes daraus hervorgehen, denn schlummert nicht »1er Hüter Isnels." Das Psalmwort von «lern 1 lüter Israels, der nicht schläft und nicht schlummert, seine Wahrheit hat sich auf jedem Blatte' der jü« lischen Geschichte inzend bestätigt, in dem Satz : Es schläft und schlummert niel t der Wächter, der Zivilisation und Mcnschheitsrecli te und auch dieser Satz bedingt seine Ergänzung, in der lapidaren Sentenz des Dichters" des Glockjenliedcs '..Die in den letzten 11*00 Jahren g; es findet seine Verallgcmeinerupi \Velt - G e ri c h t ileruf. chuf: Welt -Geschichte ist das 's * ..l'nd dies sei fortan ihr i I ' ' -' C ' J W ozu der Meister sie ersc Hoch überm niedern ErdsnWjbcn Soll sie im blauen Himmelszelt. Die Nachbarin des Donners, schweben Pud grenzen an .die Sternenwelt. Soll eine Stimme sein von oben. Wie 'der Gestirne* helle Schar. Die ihren Schopfer wandelnd loben I Pnd führen das bekränzte Jahr.--. Liebe Brüder*" und Schwestern! I-n dem stimmungsvollen Gebete, mit welchem der (gläubige Jude allmonatlich die zunehmende silberne' Mondsichel am Pirmament begrüsst. preist er in ganz ähnlicher Wendung, wie hier der deutsche Dichter singt, Mond und Sterne als die Zeugen des Waltens der Vorsehung in der Natur, als die gleiche Werke Gottes, die durch ihre ewigen' unverrückbaren Gesetze jauchzen und frohlocken, den Willen ihres Schopfers vollführen zu dürfen l ud in der einfachen schlichten Sprache der Bibel wird «lie Aulgabe der Gestirne dahin präzisiert, dass sie berufen seien. ..I.ehoir balailo'.' zu erglänzen, zu erstrahlen in der Nacht. Wer von uns liebe Brüder die Geschichte der deutschen Judenheit kennt, der weiss, dass nach viclhundcr jähriger Nacht' des Druckes und .der . Drangsale