Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1904
- Issue
- Nr. 8 - November
- Date
- 1904-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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wählt hatte, am zu welcher die —. 99 24. October eine gesellige Zusammenkunft, Mitglieder des G rossherzog 1. Oberrats undderSynodesowiederVorstaud des Vereins füif Geschichte und Litteratur eingeladen wurden. Einladung und der Die Herren folgten zahlreich unserer Abend nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Unser w. Präs., Br. Dr. med. Rosenberg Iiielt dabei folgende Begrüssungsänspräche: Meine verehrten Damen und Heiren! Die Karl Friedriich-Loge hat sich die Ehre genommen, die Mitglieder des Grossherzogl. Oberrats und der zu ihrer 4. Tagung versammelten Badischen Landes-Synode sowie den Vorstand des Vereins für Geschichte und Litteratur zu einer gemuthlichen Zusammenkunft einzuladen und ich heisse Sie. meine wert heu Damen und Herren, namens der Loge Jierzüch willkommen. 'Der Gedanke zu dieser Einladaug entsprang dem Wunsche, den für die Juden Badens historischen Moment Ihrer Tagung mitzufeiern, indem wir die angenehme Gelegenheit suchten, mit fhnen, meine Herren, die durch das Vertrauen der gerammten badischen Judenheit hervoi ragend ausgezeichnet sind, ein paar Stunden in anregendem Gedankenaustausch zu verbringen, zumal ja eine stattliche Reihe ihrer Mitglieder zu gleich uuserm Orden Angehört. * Aber — wenn Sie| auch durch Ihr freundliches Erscheinen in so grosser Zahl, so dass ich Ihnen, meine Damen und Herren, im Namen der Loge bestens danke, bewiesen haben, dass Sie unserer Bitte nicht gerade ungern gefolgt sind, so mag doch Manchem von Ihnen die stille Frage aufgetaucht .sein, wodurch die Karl Friedrich-Loge sich wohl legitimirt fühle, Ihnen eine mehr, als bescheidene Gastfreundschaft an zubieten. Ich werde | versuchen, Ihnen diese Frage kurz zu ich dabei bis auf unsern Stammvater muss, dessen Lebensbild ja in dieser llt w ird. Die Bibel zeichnet in Abraid wechselvollen Schicksalen das Bild eines Mannes, dessen ganzes Thun von einem frischen, werktätigen Lebensmuth erfüllt ist. Das geht für1 mich ganz besonders aus dem Verhalten des Erzvaters hervor, als er die Alarmnachricht erhielt} Lot sei von feindlichen Stimmen ge fangen und seiu ganze^ Hab und Gut geraubt worden. Da denkt Abraham nicht] etwa daran, seine Person, seine Hausgenossen, seinen Besitz zu schützen, sondern hilfsbereit rafft er in Eile! die waffenfähigen Hausgenossen zusammen, setzt sich ab ihre Spitze, eilt den Räubern nach und. nachdem er in besonnener Beherrschung der Umstände seine Mannschaft in zwei Haufen getheilt hat, schlägt er den Feind nachdrücklich ams Hanpt, befreit Lot und gewinnt ihm seine Habe zurück; Damit, raeine verehrten Damen und Herren, ist das erste biblische Beispiel von thatkräftigem Eingreifen zu Gunsten des Nächsten gegeben, hier wird zum ersten Male praktische* Nächstenliebe geübt, deren Quelle, ebenso wie die heute in dem Festgottesdienst von unsern verehrten Br. D r. Appel hervorgehobene Opferwilligkeit Abrahams aus einer ganz bestimmten Idee entspringt. Die Richtschnur Abrahams ist das feste Vertrauen auf seinen Gott, der ein verheissungsvolles Bündniss mit ihm geschlossen hat, die V e r h e i s s u n g seines Gottes macht ihn stark und energisch, sie giebt ihm die feste Directive für alle seine Handlungen und verhiess ihm die thatenfrohe beantworten, wiewohl i Abraham zurückgehen Woche, vor uns entn hams inhaltreichen ur: Hoftnilngsfreudigkeit, jene warme Begeisterung, welch« sein, < ganzes Leben durchstrahlt. Die, Verheissung, meine Damen und Herren, die Abraham von seinem- Gotte empfangen hat, wirkt noch in uns Allen nach,* sie ist in uns lebendig, der Bund gilt noch. Und wir Mitglieder des < )rdeus Bnei Bris«, nennen uns Söhne dieses Ord-ens, weil wir auf unser Banner geschrieben haben die Hoffnungsfreudigkeit, den. \ Optimismus, jenen < > p t i rais'jn'us der That, wie er' bei J Abraham zum ersten Male in Erscheinung tritt. Durch unsere Arbeiten für iden Orden wollen wir Segen bringen «unseren Nächsten nnd unserer ganzen Glaubensgemeinschaft, l ud die treibende* Idee, die wahre Begeisterung immer wieder neu entfacht, "die wahre ganze Logenthätigkeit inneroirt, ist dieselbe, die unsern Patriarchen Abraham beseelte, sie ist das in der Verheissung festgelegte, unerscliiitter- / liehe Vertrauen in die Zukunft unseres Stammes. Was an Erfolgeu unter dem Zeichen des Bundes yon den Logen errungen worden ist. das Ihnen zu schildern, wäre vo'n dieser Stelle aus unbescheiden; ich müsste da am allerwenigsten unsere Karl Friedrich-Loge im Auge haben, ich müsste vielmehr Ihnen vorführen^ die stolze Gesainmtorgauisatiou. die sich aus. weit tibe'r.OQ -Logen zusammensetzt, der eine Auzahl österreichischer und rumänischer Logen angehört, die feiner angegliedert ist, ah die mächtigen . amerikanischen Logenverbände t und die in nächster' Zeit auch Stätten für ihr Wirken in der Schweiz ti gründen gedenkt. Aber ich will nur die Ihnen Allen bekannte Tiiätigkeit des Bnei Briss-Ordens in dem Hilfswerk für Kischinett und in der Actiou für Galizien erwähnenich darf Wohl der Thatsache Erwähnung thun,. dass jede einzelne Loge ein eigenes Fehl bestimmter socialer Pürsoirge pflegt, , wie wir z. B. die Ausbildung von' Krankenschwestern. Daneben sucht jede Loge Israel, dort;wo-es im Einzelnen zu. unter - liegen droht, aufzurichten mit realen und geistigen Hilfsmitteln, -*- Meine verehrten Herren,, der-sovile "Geist, der in Ihren. Arbeiten lebt und webt und 'siph erfolgreich bethätrgt in Ihren Arbeiten, die heute 'Abend noch ein Berufener zu würdigen unternehmen wird,'dieser sociale. Geist durchweht auch unserer der Logen. Beseelungen. - : Und wenn Ihre Organisationen auch, weil auf ganz anderer Basis errichtet, greifbarer^ Erfolge zeitigen, als wir, wenn Sie auch Ecksteine setzen..' wo; w i-r nur Ziegelsteine tragen — wir schalten Alle am g 1 e i fhenßau! Und in dieser Gemeinschaft, meine verehrten Damen und Herren, liegt die L eg i t i m at i ön .- kraft welcher wir uns - berechtigt glaubten1, sie unter unser -Dach zu leiten, die Legitimation, welche mir die' hohe Ehre verschafft, Sie als werkthätige Förderer wichtiger socialer Interessen des bad. Judenthinns nochmals herzlich liier zubegrüssen, indem ich mein Glas auf einen gemüthlichen Verlaui'-des Abends leere. — Kaiser Friedrich - Loge in Bremen.! Zum Zwecke der Gründung eines Schwesternbundes hatte Frau Dr. Pinette (die Frau des derzeitigen Präsidenten) sätnmtliche Fraueu der Mitglieder der Kaiser Friedrich'Löge, sowie deren hinter- N ■ bliebene YVittwen. auf Sonntag, deu ly- October 1904 zu . einer Versammlung einberufen.'- Der Einladung waren die Damen aus Bremen und der Unigebung (Bremerhaven, Oldenburg u. s. w.) sehr zahlreich gefolgt.' Die Vorsitzende legte der Versammlung auseinander/ wie sie | sich ungefähr das Arbeitsprogramm eines in Bremeti .zu gründenden Schwestern-